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Studium... und dann?

24.11.2009 17:43 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgende Situation:

Ein indonesischer Staatsbürger studiert seit 9 Semestern in Deutschland. Er hat einen Aufenthaltstitel als Student, welcher bei Abbruch oder Beendigung des Studiums erlischt. Der Student wird sein Studium voraussichtlich in etwa 2 Jahren beenden.

Welche Möglichkeiten hätte dieser Student um nach Abschluss der Studiums (längerfristig) in Deutschland bleiben zu können?

Ist es korrekt, dass man nach Abschluss des Studiums ein einjähriges Visum bekommt, um sich in dieser Zeit einen Arbeitsplatz zu suchen? Wird dieses Visum üblicherweise gewährt und wie schwer ist es für Ausländer einen Arbeitsstelle zu finden, die vom Ausländeramt "akzeptiert" wird, für die also ein Arbeitsvisum gewährt wird?

Gibt es auch eine Möglichkeit anderweitig einen langfristigen Aufenthaltstitel zu bekommen? Dieser Student spricht sehr gut deutsch und hat sich auch unserer Kultur außerdordentlich gut angepasst. Leider ist er mit seinem Studium nicht zufrieden und möchte möglicherweise später etwas ganz anderes (nichts dem Studienabschluss entsprechendes) machen, beispielsweise eine Ausbildung oder erstmal Praktika zur Neu-Orientierung.

Natürlich bliebe dann auch noch die Option der Heirat. Der Student ist seit mehreren Jahren mit einer deutschen Staatsbürgerin zusammen. Leider ist auch diese noch im Studium und wird auch in zwei Jahren, wenn der Student sein Studium abgeschlossen hat, noch studieren. Wie sähe die rechtliche Lage nach einer Hochzeit der beiden aus? Würde der Student ohne weiteres einen Aufenthaltstitel bekommen? Beide würden in dieser Zeit wohl (wenn überhaupt) nur sehr wenig verdienen bzw. Einkommen haben. Allerdings sind die Eltern der beiden recht wohlhabend, sodass beide zusammen momentan monatlich über 2000 Euro "Unterstützung" von ihnen bekommen. Würde dies reichen um nach einer Heirat das Einkommen der beiden als gesichert genug für einen Aufenhaltstitel des indonesischen Studenten angesehen zu werden?

Für die Beantwortung meiner Fragen im Voraus schon einmal vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Wenn der Student sein Studium abgeschlossen hat, kann er, wie Sie richtig darstellen, eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr zwecks Suche nach einem seiner Qualifikation angemessenen Arbeitsplatz erhalten. Diese Aufenthaltserlaubnis wird von den Ausländerbehörden nach Abschluss des Studiums regelmäßig ohne Probleme erteilt, wenn der Lebensunterhalt des Betreffenden gesichert ist. Hier gelten die gleichen Maßstäbe wie für Studenten. Eine Erwerbstätigkeit ist in dieser Zeit nur in dem Umfang, in dem auch als Student gearbeitet werden durfte (also neunzig Tage oder 180 halbe Tage pro Jahr) zulässig. Wenn der Student innerhalb dieses Jahres einen Arbeitsplatz gefunden hat, der seiner Qualifikation angemessen ist, kann er eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausübung dieser Erwerbstätigkeit beantragen. Diese Aufenthaltserlaubnis wird ebenfalls auf recht unbürokratischem Wege erteilt, da die sogenannte Vorrangprüfung wegfällt. Die Aufnahme eines anderen Studiums oder einer anderen Ausbildung ist mit der einjährigen Aufenthaltserlaubnis aber nicht zulässig und eine Verlängerung dieser Aufenthaltserlaubnis über das eine Jahr hinaus im Gesetz nicht vorgesehen. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass die Ausländerbehörde, wenn der Student sein Studium abgeschlossen hat, eine Aufenthaltserlaubnis für ein weiteres Studium oder eine Ausbildung erteilen wird.

Eine Heirat mit einer deutschen Staatsangehörigen würde dazu führen, dass der Student eine Aufenthaltserlaubnis aufgrund dieser Heirat bekommt. Mit dieser Aufenthaltserlaubnis, die er bekommt, solange die eheliche Lebensgemeinschaft besteht, könnte der Student in Deutschland bleiben, studieren, arbeiten, eine Ausbildung aufnehmen oder was auch immer seine Lebensplanung ist. Diese Aufenthaltserlaubnis soll zudem erteilt werden ohne Rücksicht darauf, ob der Lebensunterhalt der Eheleute gesichert ist oder nicht. Die Eheschließung mit einem deutschen Staatsangehörigen verschafft einem Ausländer mit anderen Worten die stärkste Rechtsposition in Deutschland.

Wenn der Student und seine Lebensgefährtin also eine gemeinsame Zukunft vor Augen haben und ohnehin irgendwann heiraten wollen, wäre dies ein gangbarer Weg, um dem Studenten einen Aufenthaltstitel zu verschaffen, der ihn nicht so auf sein Studium und eine anschließende dazu passende Erwerbstätigkeit festlegt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen die rechtliche Situation in Ihrem Fall darlegen. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

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