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Studium Lebenshaltungskosten von Sohn bei Finanzamt absetzbar ?


09.07.2007 15:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Meine Frage dreht sich darum, ob meine Eltern Kosten für meinen Lebensunterhalt etc. auf ihrer Steuererklärung mit Erfolg geltend machen können, da sie jedes Quartal Vorauszahlungen (rund 300 EUR/Quartal) machen müssen und ihre Finanzlage es kaum zulässt (siehe Frage ganz unten).

Ich (Sohn) war im fiskalischen Jahr 2006 30 Jahre alt und bin noch Student. Ich beziehe kein Bafög und mein Studium geht noch bis voraussichtl. einschl.
März-2008. Ich habe keinerlei Einkünfte (ausser der Unterstützung von meinen Eltern). Nach dem Studium in 2008 schliesst sich noch eine obligatorische Ausbildung von weiteren 2 Jahren an, wobei das Einkommen deutlich unter dem Existenzminimum bleiben wird. Erst ab 2010/2011 wird Einkommen oberhalb des Existenzminimums verdient. Vor dem Studium wurde keine Ausbildung etc. gemacht. (Das Studienfach wurde während des Studiums im Jahr 2000 vom Abschlussziel „Lehramt“ nach „Diplom“ geändert. Es ist allgemein mein 1. Studium. Studienbundesland: Rheinland-Pfalz; Wohnbundesland: Hessen).

Meine Eltern sind beide Rentner, d.h. mein Vater bezieht 1 BfA + 1 betriebl. Rente.
Meine Mutter war Beamtin und bezieht eine Pension + 1 BfA-Rente (aus früherer Tätigkeit).
Es werden keine weiteren Einnahmen erzielt, d.h. ausschliesslich nur die Rente/Pension.

Das gesamte steuerpflichtige Einkommen meiner Eltern (gemindert um Rentenfreibeträge und gemindert um die private Krankenversicherung der Mutter sowie gemindert um den Arbeitnehmerpauschbetrag) betrug in 2006 rund 33.600 EUR.

Ich lebte in 2006 insges. 10 Monate bei meinen Eltern und 2 Monate auswärts (bedingt durch Studium, innerhalb von Deutschland).

Folgende Kosten sind im Jahr 2006 bei mir entstanden:
41 EUR Unterbringungskosten (teilweise Erstattung seitens des Trägers schon
gegengerechnet)
150 EUR Vollverpflegung seitens des Trägers
807 EUR Krankenversicherung in 2006
839 EUR Semestergebühren wg. Überschreitung Regelstudienzeit
= insges. 1837 EUR in 2006

Zzgl. noch Unterstützung für laufende Lebenshaltungskosten, d.h. Naturalien, Kleidung, Schuhe, etc.

Frage:
Könnte man die 1837 EUR (s.o.) zzgl. 12 x den Hartz4-Satz von rund 350 EUR (=12 x 350 EUR= 4200 EUR) mit Erfolg in der Steuererklärung meiner Eltern geltend machen (=insges. 1837 EUR + 4200 EUR= 6037 EUR), z.B. als „Unterstützung naher Angehöriger/Verwandter“ oder „Unterstützung aus moralischen Gründen“ etc ?
Oder gibt es sonst wie eine Möglichkeit diese Kosten etc bei der Steuererklärung meiner Eltern geltend zu machen etc ?
Sehr geehrter Fragender,

aufgrund des von Ihnen dargelegten Sachverhaltes sind die Kriterien des §33a Abs.1 EStG erfüllt, wonach Aufwendungen für den Unterhalt oder die Berufsausbildung einer gesetzlich unterhaltsberechtigten Person (wie Ihnen als Sohn)mit nur geringfügigem Vermögen (hier wohl gegeben), für die weder Ihre Eltern als Steuerpflichtige noch eine andere Person Anspruch auf Kinderfreibetrag oder Kindergeld hat (hier aufgrund Ihres Alters von 30 Jahren im Veranlagungszeitraum 2006 gegeben), bis zu einem Höchstbetrag von 7.680 EUR je Kalenderjahr als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden können. Sofern Ihre eigenen Bezüge (inkl. Ausbildungsbeihilfen wie z. B. BaFöG) die Grenze von 624 EUR/Jahr übersteigen, werden diese jedoch angerechnet (hier aber wohl ebenfalls nicht gegeben).

Zudem handelt es sich auch um ein Erststudium, sodass dieses als Berufsausbildung anzusehen ist.

Daher sind in jedem Falle die von Ihnen aufgeführten und nachzuweisenden Beträge für Unterhalts-/Unterbringungs- und Studiumskosten, soweit diese wirtschaftlich von Ihren Eltern getragen worden sind, in Höhe von 1.837 EUR abziehbar. Bzgl. des Ansatzes der allgemeinen Lebenshaltungskosten ist zu sagen, dass dieser in der von Ihnen vorgeschlagenen Höhe (also Hartz4-Satz 350 EUR x 12= 4.200 EUR) - ggf. jedoch gekürzt um die Zeit der auswärtigen Vollverpflegung - grds. mangels Einzelkostennachweises durchaus als angemessen anzusehen ist und somit vom Finanzamt akzeptiert werden sollte.

Da sich dieser Abzug steuermindernd bei Ihren Eltern auswirkt - sofern Sie die Veranlagung 2006 bzw. den entsprechenden Steuerbescheid noch ändern können (Achtung: Einspruchsfrist 1 Monat) -, sollte sodann auch eine entsprechende Anpassung der ESt-Vorauszahlungen beantragt werden.

Sofern Sie hierbei weitere Beratung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen
dr. C. Seiter
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