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Studierende Tochter Brandschaden


| 23.12.2013 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Ich hoffe sie können mir weiter helfen.
Seit Oktober studiert unsere Tochter.
Sie hatte beim Kochen einen Küchenbrand verursacht.
Kurz zur Brandursache: In einem Topf erhitzte sie das Fett. Nach einiger Zeit wollte sie das erhitzte Fett überprüfen. Sie hob den Topfdeckel und es entstand eine Verpuffung. Es brannte und sie rannte zum Nebenraum und holte Decken zum löschen. Durch den Rauch gingen die Feuermelder los und der Eigentümer kam und verständigte die Feuerwehr. Als die Feuerwehr kam, war der Brand von meiner Tochter gelöscht. Durch Absauggeräte wurde der Rauch beseitigt und bei der Überprüfung wurde die Wohnung für bewohnbar erklärt. Da sie bei mir versichert ist, haben wir es meiner Versicherung gemeldet. Der Eigentümer meldete es auch seiner Versicherung (vermutlich seine Gebäudeversicherung) die aber abwies, da es ein Fall für die Haftpflichtversicherung wäre. Unserer Haftpflichtversicherung war so kulant und zahlt fasst alles. Nur bei der Einbauküche da kommen die Probleme auf.
Auch hier kurz die Schadensbeschreibung: Drei Oberschränke, Dunstabzughaube und Kochplatte defekt. Laut Vermieter wäre auch der Unterbauherd beschädigt. Nach meiner Meinung müsste dies von einer Fachperson überprüft werden (auch laut Feuerwehr müsste der Backofen keinen Schaden haben).
Die Gebäudeversicherung vom Vermieter lehnt bis jetzt alles ab.
Auch der Ablauf mit den Versicherungen ist nach meiner Meinung fraglich. Unserer Haftpflichtversicherung reagierte schnell. Sie hat auch auf meiner Bitte hin, einen Außendienstmitarbeiter geschickt, der den Schaden aufnahm.
Erst später als meine Versicherung an den Eigentümer die Bestätigung schickte, dass sie nicht alles bezahlen wird, kam dann der Versicherungsvertreter vom Eigentümer und nahm den Schaden auch auf. Meine Tochter bat diese Personen, dass sie sich mit meiner Versicherung in Kontakt treten soll. Nach mehrmaliger Anfrage bei meiner Versicherung, war noch kein Kontakt zustande gekommen.
In der Zwischenzeit bekomme ich einen Brief vom Hauseigentümer. Ich soll bis zur einer festgelegten Frist ca. 2500,00 € überweisen. Der Preis beinhaltet den Kostenvoranschlag von einem Möbelhaus.
Diesen Schrieb hab ich an meine Haftpflichtversicherung weitergeleitet.
Die wollen sich nochmals darum kümmern.
Nun habe ich mehrere Fragen.
1.Ist die Einbauküche nicht Bestandteil vom Gebäude (Gebäudeversicherung)?
2. Wenn ich die Kosten bezahlen müsste, muss ich den genannten Betrag wirklich zahlen?
Laut BGB § 249 müsste doch nur der Zeitwert beglichen werden.
3. Auch zum Backofen, muss der Vermieter mir nicht beweisen ob der Herd wirklich defekt ist und muss diese Überprüfung von mir bezahlt werden?
4. Auch durch meine Recherchen bin ich auf den Begriff „Regressverzicht" gestoßen.
Müssen wir dann wirklich zahlen?
Und zum Schluss, wie soll ich auf den Brief von Eigentümer reagieren.
.
Dankbar wäre ich für eine Rückantwort.

MfG

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sehr gerne möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

1.Ist die Einbauküche nicht Bestandteil vom Gebäude (Gebäudeversicherung)?

Vorab: Leider ist der Schaden durch ein fahrlässiges Verhalten Ihrer Tochter verursacht worden.

Sofern also der Vermieter hierdurch an seinem Eigentum geschädigt wurde, hat Ihre Tochter (bzw. Sie , sofern Sie Mieter sein sollten) gem. § 280 BGB Schadensersatz zu leisten.

Dieses betrifft natürlich nur das Eigentum des Vermieters.

Nun zu Ihrer eigentlichen Frage:

Ob die Gebäudeversicherung des Vermieters einstehen muß, hängt insbesondere davon ab, ob die Küche vom Status als Eigentum des Vermieters anzusehen ist oder nicht.

Dies hängt davon ab, ob sie sog. wesentlicher Bestandteil im Sinne von § 94 BGB ist. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Sofern die Küche individuell zugeschnitten ist, wird man davon ausgehen können.

Sollte die Küche sich aber mühelos entfernen und in einer anderen Wohnung einbauen lassen, wäre dieses nicht unbedingt der Fall. Dann bestehen regionale Unterschiede je nach Region und Gerichtsstand. Bei einer Klage gegen den Vermieter käme es dann z.B. auf seinen Wohnort an.

Aus den eben genannten Gründen läßt sich im Rahmen dieser Erstberatung aus der Ferne leider nicht abschließend klären, ob die Küche im Eigentum des Vermieters steht und dieser somit seine Versicherung in Anspruch nehmen könnte. Selbst wenn dieses der Fall sein sollte, wäre noch anhand des Versicherungsvertrages zu prüfen, ob die Versicherung einspringen muß.

Selbst wenn dieses dann der Fall sein würde, müßte Ihre Tochter bzw. der Mieter (s.o.) den Schaden begleichen.

2. Wenn ich die Kosten bezahlen müsste, muss ich den genannten Betrag wirklich zahlen?
Laut BGB § 249 müsste doch nur der Zeitwert beglichen werden.

Sie müssten nur dann zahlen, sofern Sie Mieter sind (s.o.).

Dann müßte aber nur der Zeitwert ersetzt werden, das ist vollkommen richtig.

3. Auch zum Backofen, muss der Vermieter mir nicht beweisen ob der Herd wirklich defekt ist und muss diese Überprüfung von mir bezahlt werden?

Doch, das muß der Vermieter beweisen.

Die Kosten der Überprüfung kann er nur dann erstattet verlangen, wenn er Eigentümer ist (s.o.) und nachweisen kann, dass der Brand für den Schaden verantwortlich war.

4. Auch durch meine Recherchen bin ich auf den Begriff „Regressverzicht" gestoßen.
Müssen wir dann wirklich zahlen?

Sofern der Vermieter einen Anspruch hätte, was nicht feststeht (s.o.) und ein schriftlicher Verzicht vorliegt, müßten Sie nicht zahlen.

Einen solchen schriftlichen Verzicht des Vermieters kann ich aber nicht erkennen.

5. Und zum Schluss, wie soll ich auf den Brief von Eigentümer reagieren.

Sie sollten die Zahlung zunächst zurückweisen und einen konkreten Nachweis für den Schaden und in zweiter Linie der konkreten Schadensberechnung fordern.

Auch wäre es meines Erachtens angebracht, einen Kollegen vor Ort mit der abschließenden Klärung der Sach- und Rechtslage und anschließend der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen beauftragen.


Ich hoffe Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch alles Gute und ein frohes Fest!

Mit freundlichem Gruß von der Nordsee

Dr. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 24.12.2013 | 16:35


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