Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
511.448
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Stromzähler defekt und 0kwh Verbrauch auf Rechnung

18.01.2008 15:14 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Guten Tag,
meine Eltern haben im September 2005 eine Wohnung vom Eigentümer angemietet mit dem Hinweis des Vermieters, dass die Stromkosten schon immer extrem niedrig waren. Bei Übergabe war der Zählerstand 45.934,9kwh und wurde auch so notiert. Meine Eltern haben sich dann beim Stromanbieter angemeldet und die zu erwartenden Verbrauchskosten wurden mit 50,00 € monatlichen Abschlagszahlungen veranschlagt. Diese wurden für 2005 auch so beglichen. Nach der Jahresablesung, die einen Verbrauch von 0 kwh ergab, gab es eine Rückzahlung von ca. 146,00 €. Die zukünftigen Abschlagszahlungen wurden auf 3,00 € herabgesetzt. Diesen Betrag zahlten wir bis ende 2007, alle Rechnungen die wir bis heute erhielten hatten einen Verbrauch von 0 kwh. Das heisst der Zählerstand hat sich bis heute nicht verändert und beträgt immer noch 45.934,9 kwh. Als ich daraufhin im Keller nach dem Zähler schaute stellte ich fest dass er sich nicht dreht. Den 0 Verbrauch und die Tatsache dass der Zähler defekt ist stellte ich erst vor ca. 3 Wochen fest. Ab 2008 zahlen die Eltern 7,00 € Abschlag, was einfach mit den gestiegenen Grundkosten zusammen hängt. Meine Frage: Muss dieser Zustand von uns gemeldet werden und was passiert wenn es der Anbieter irgendwann merkt und Nachzahlungen verlangt? Sollten wir uns ruhig verhalten?

Vielen dank für Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen
Markus P.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Eine Pflicht zur Aufklärung kann sich aus § 242 BGB ergeben. Sie besteht, wenn der andere Teil (also der Stromversorger) nach Treu und Glauben und den im Verkehr herrschenden Anschauungen redlicherweise Aufklärung erwarten darf (so der BGH NJW 1989, S. 763). Die entscheidende Frage ist, ob der Stromversorger von dem defekten Stromzähler Kenntnis nehmen konnte (kam jemand zum Strom ablesen?). Wenn nicht besteht das Risiko, dass Sie sich bei weiterem Zuwarten schadenersatzpflichtig im Sinne von § 280 Abs. 1 BGB machen. Dabei liegt die Darlegungs- und Beweislast für das Schadensausmaß beim Stromversorger. Ein weiteres Sich-Ruhig-Verhalten kann sich daher negativ auswirken und zu berechtigten Nachforderungen führen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Bei Bedarf nutzen Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2008 | 17:21

Sehr geehrter Herr Böhler,
vielen Dank für die prompte Antwort.
Sollte jemand vom Versorger zum Ablesen vor Ort gewesen sein (muss wohl so sein, da meine Eltern nie den Zählerstand persönlich durchgegeben haben), hätte er doch den defekten Zähler bzw. den 0-Verbrauch bemerken müssen, spätestens der Buchhaltung des Versorgers hätte der 0-Verbrauch bei Rechnungsstellung auffallen müssen. Meine Eltern kennen sich weder mit der Rechnung noch mit dem Zähler, geschweige denn zu wissen wo der Zähler überhaupt plaziert ist, aus. Nur weil ICH zufällig die Papiere durchgeguckt habe ist es MIR aufgefallen. Ich fasse zusammen: Wenn also jemand zum Ablesen kam, sind meine Eltern, bei Fehlererkennung, nicht Schadenersatzpflichtig zu machen?
Sollte es bemerkt werden, muss der Stromversorger den Verbrauch meiner Eltern nachweisen? sie sind doch nicht verantwortlich für den technischen Zustand des Zählers, oder?

Mit freundlichen Grüßen

Markus P.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.01.2008 | 17:31

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Wenn der Stromversorger vom defekten Zähler Kenntnis nehmen konnte, wird man Ihre Eltern nur dann schadenersatzpflichtig machen können, wenn sie aktiv an der Aufrechterhaltung des Irrtums mitgewirkt haben. Auch muss der Stromversorger den Verbrauch Ihrer Eltern darlegen und beweisen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67057 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,2/5,0
Mal sehen ob es hilft mit dem Vorgesetzten zu sprechen - Falls Wiedererwarten doch noch Unstimmigkeiten gibt - werde ich dieses Forum nochmals nutzen ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Verständlich mit Paragraphen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre Hilfe bei meinem Projekt!!! Sie haben mir wieder sehr geholfen :) ...
FRAGESTELLER