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Stromsperre


24.09.2007 09:21 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Ich habe ein problem.Wir sind am 01.04.07 in eine neue wohnung gezogen.Jetzt will der örtliche stromversorger eine nachzahlung bis zum 31.07.07 für die alte wohnung.Wenn wir diese nicht zahlen will er den strom sperren für unsere jetzige wohnung.

Frage1: Darf er das machen(Auf ratenzahlung lässt er sich nicht ein wurde versucht)und habe noch ein 3 mon altes kind.
Für die jetzige wohnung zahlen wir ja auch jeden monat den strom.

Aber meine grösste sorge ist wenn wir kein strom haben wegen unserm sohn wie sollen wir dann kochen und waschen.Wie kann ich mich dagegen wären oder was für möglichkeiten gibt es?


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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Grundsätzlich ist der Stromanbieter bei Zahlungsrückständen berechtigt, den Stromsperre anzudrohen bzw. im Ergebnis bei Nichtzahlung durchzuführen.

Ein Sperrung des Stromanschlusses kommt aber dann nicht in Betracht, wenn der Kunde darlegt, dass die Folgen der Einstellung außer Verhältnis zur Schwere der Zuwiderhandlung stehen, und hinreichende Aussicht besteht, dass der Kunde seinen Verpflichtungen nachkommt.
Ihr 3 monate altes Baby ist hierbei ein gewichtiger Grund, um die Stromsperrung als unverhältnismäßig anzusehen. Allerdings sind noch weitere Punkte wie beispielsweise die Höhe der Forderung ausschlaggebend.

Sollte bevorstehende Stromsperre nicht die erforderlichen Voraussetzungen erfüllen bzw. unverhältnismäßig sein , können Sie eine einstweilige Verfügung vor dem zuständigen Zivilgericht erwirken. Mit einer solchen einstweiligen Verfügung wird das Energieversorgungsunternehmen gezwungen, weiter Strom zu liefern.

Ich empfehle Ihnen dringend einen Rechtsanwalt vor Ort aufzusuchen. Die Kosten des Rechtsanwalts können grundsätzlich über Beratungshilfe abgerechnet werden. Die Voraussetzungen dafür werden in der Regel vorliegen, denn die Nichtbezahlung der Stromrechung ist ja schon ein Indiz dafür, dass kein Geld vorhanden ist. Ein gerichtliches Verfahren kann dann ggf. über die Prozesskostenhilfe beantragt werden.
Einen Beratungshilfeschein erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Amtsgericht.
Durch die Einschaltung eines Rechtsanwaltes wird zum einen die Wahrscheinlichkeit einer doch noch zu gewährenden Ratenzahlungsvereinbarung höher, zum anderen könnte er nach Abwägung der Gesamtumstände eine einstweilige Verfügung erwirken.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Günthner
Rechtsanwalt
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