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Stromanbieter ohne Vertrag

18.10.2018 18:09 |
Preis: 40,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


09:40
Ich habe im Aug 2105 eine Wohnung in Berlin gekauft. Ein Übergabeprotokoll wurde erstellt und der Zählerstand mit Info des Eigentümerwechsels an den Anbieter gesandt. Der angegebene Verbrauch wurde damals dann dem vorherigen Eignetümer verrechnet

Ich war in der Annahme, dass sich der Anbieter bei mir melden wird.
Ich habe erst im Oktober 2018 die erste Rechnung des Anbieters bekommen (zu einem natürlich extrem hohen Tarif)
Es gab vorher keinerlei Kommunikation oder Information, dass ich bei dem Versorger Kunde mit Tarif xyz bin. Auch bis heute besteht kein Vertrag.

Frage: Gibt es einen Zeitraum in dem der Stromanbieter den Kunden informieren muss, dass er mit Ihm in einem Vertragsverhältnis steht?
Wenn der Anbieter es nicht tut-- kann man dann den Tarif ab dem Datum nachträglich ändern? ( Differenz etwa 1000 Euro)
18.10.2018 | 18:45

Antwort

von


(55)
Am Mühlenkamp 3
31535 Neustadt am Rübenberge
Tel: 050349593324
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn vom Gesetzgeber keine besondere Vertragsform vorgegeben ist, kommen Verträge auch ohne Schriftlichkeit zu stande. Dazu gehören mündliche Verträge oder Verträge infolge stillschweigenden Verhaltens. So kann auch ein Vertragsverhältnis mit einem Stromanbieter entstehen. Die Rechtsprechung konstruiert den Vertragsschluss mit dem Strombezieher dann über eine sog. Realofferte des Stromanbieters, die durch den Stromverbrauch in der Wohnung angenommen wird, und zwar mit demjenigen, der die tatsächliche Verfügungsgewalt hat. Dies ist i.d.R. der Eigentümer oder auch der Mieter. Gemäß Para. 40 Energiewirtschaftsgesetz sollen zwar Abrechnungen in bestimmten Fristen erfolgen, jedoch führt die spätere Abrechnung für den Anbieter nicht zu Nachteilen. Es sollte dann versucht werden, ggf eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Auch kann versucht werden, über einen anderen Tarif zu verhandeln. Ansonsten steht dem Abnehmer der Anbieterwechsel mit den entsprechenden Kündigungsfristen offen. Liegt der fragliche Bezug länger als 3 Jahre zurück, kommt die Anspruchsverjährung in Betracht. Der Stromanbieter könnte dann seine Forderungen nach erfolgter Verjährungseinrede nicht mehr durchsetzen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Kevin Winkler, LL.M. (AUS)

Nachfrage vom Fragesteller 19.10.2018 | 09:34

Danke für die schnelle Antwort

"Para. 40 Energiewirtschaftsgesetz sollen zwar Abrechnungen in bestimmten Fristen erfolgen,..."

Bitte um info, was als Frist angegeben ist.

Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.10.2018 | 09:40

Abs 3 bestimmt hierzu folgendes:
....
(3) 1Lieferanten sind verpflichtet, den Energieverbrauch nach ihrer Wahl monatlich oder in anderen Zeitabschnitten, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen, abzurechnen. 2Lieferanten sind verpflichtet, Letztverbrauchern eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung anzubieten. 3Letztverbraucher, deren Verbrauchswerte über ein intelligentes Messsystem im Sinne des Messstellenbetriebsgesetzes ausgelesen werden, ist eine monatliche Verbrauchsinformation, die auch die Kosten widerspiegelt, kostenfrei bereitzustellen.

Zudem sind Lieferanten nach Abs. 4 verpflichtet, spätestens sechs Wochen nach Beendigung des abzurechnenden Zeitraums und die Abschlussrechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses zuzustelle.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage damit beantwortet zu haben.
Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

(55)

Am Mühlenkamp 3
31535 Neustadt am Rübenberge
Tel: 050349593324
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