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Streit um Gewährleistungpflicht nach Autokauf beim Händler

02.07.2011 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe eine Frage zu der Gewährleistung beim Gebrauchtwagenkauf bei einem Autohändler.
Ich befinde mich im Streit mit dem Händler, in Bezug auf seine Gewährleistungspflicht.

Hier erstmal die Eckdaten:
Fiat Brava Erstzulassung: 10.1999
Km-Stand: 198.000
Preis: 950 €
Das Auto hatte beim Autokauf diverse Mängel, die mir bekannt waren, doch es kamen noch einige kleine Mängel hinzu, die sich erst bei näherer Betrachtung nach dem Autokauf gezeigt haben, wie z.B. defekter elektrischer Aussenspiegel oder das der Heckscheibenwischer hinten nicht funktioniert hat, doch ich dachte, sowas kann vorkommen und habe es nicht extra dem Autohändler gesagt.

Ich habe das Auto am 26.05.2011 gekauft und am 23.06.2011 - also 4 Wochen später - nachts um 2:00 Uhr, ging mir das Auto einfach aus und ich blieb liegen. Ich rief dann meinen Automobilclub an. Auf die Frage wohin er mich abschleppen soll, wusste ich nicht so recht wohin und lies mich deshalb in eine Werkstatt nahe meines Wohnsitzes abschleppen.
Ich habe dann den Händler informiert der das Auto abgeholt hat und bei sich kontrollieren lassen wollte.
Es stellte sich heraus, dass das Auto hat einen Motorschaden hat, der angeblich entstanden ist, weil der Zahnriemen abgerutscht ist.
Daraufhin habe ich dem Händler erklärt, dass das ganze unter die Gewährleistung fällt, doch er sieht das ganz anders. Wir haben erst mal versucht uns zu einigen aber wir vertreten natürlich verschiedene Standpunkte.

- Er sagt, dass dieser Schaden keine Gewährleistung ist, da der Zahnriemen ein Verschleissteil ist.

- Er meinte auch, bei so einem billigen Auto gibt es keine Gewährleistung und ich müsste mit so einem Schaden rechnen.

- Er meint auch, ich hätte die Abschleppkosten von meiner Werkstatt bis zu ihm zu tragen da ich das sofort hätte zu ihm abschleppen lassen müssen.

- Er hat eine Analyse durchführen lassen um fest zu stellen wo der Schaden liegt und meint, ich müsste auch diese Kosten übernehmen.

- Außerdem meinte er, ich hätte spätestens nach 2 Wochen eine Inspektion machen müssen um meiner Sorgfaltspflicht nachzukommen.

- Er sagt, er wäre bereit das Auto zu behalten und auch abzumelden und meint, er käme mir auch da schon sehr weit entgegen.

- Zuerst meinte der Mitarbeiter, dass das Auto nur noch einen Wert von 400-450,-€ hat, jetzt meinte der Chef auf einmal, das Auto wäre nur noch 250,-€ Wert.

Jetzt sieht es so aus, dass er bereit wäre mir 500,- € zurückzuzahlen.
Ich aber der Meinung bin, dass das zu wenig ist und ich 700,- € haben möchte.

Da wir beide der Meinung sind im Recht zu sein, meinte er wir sehen uns vor Gericht wieder.

Meine Frage wäre jetzt, hat er wirklich in allen Punkten recht und ich habe einfach Pech gehabt weil ich so ein "altes" Auto gekauft habe und muss ich wirklich die ganzen entstandenen Kosten tragen und bin mit den 500,- € die er mir bietet noch gut bedient? Oder bin ich im Recht durch die Gewährleistung und ist es in Ordnung 700,- € von ihm zu verlangen. Er kann mir kein annähernd gleichwertiges Auto anbieten, denn damit wäre ich auch einverstanden gewesen.

Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort

Sehr geehrte ratsuchende,

vor den Hintergrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Grundsätzlich muss ein Händler auch auf einen gebrauchten Gegenstand Gewährleistung geben,wobei die Fristen hier kürzer sind als bei neuen Gegenständen.

In der Tat handelte sich bei einem Zahnriemen um ein Verschleißteil (AG Geilenkrichen, Urteil vom 26.04.2006 - 10 C 12/06).

Sie wären diesbezüglich in der Beweislast, nachzuweisen, dass der Zahnriemen über den normalen Verschleiß hinaus abgenutzt wäre, was nur mit einem recht teuren Sachverständigengutachten möglich ist.

Hinsichtlich der Abschleppkosten verhält es sich dergestalt, dass Sie zunächst bestimmen können wohin der Wagen geschleppt wird und diesbezüglich dann auch für die Kosten aufkommen müssen. Dies wäre nicht der Fall, wenn der Schaden tatsächlich unter die Gewährleistung fallen sollte, was bei einem Verschleißteil jedoch nicht anzunehmen ist.

Auch müssen Sie dem Verkäuferdie Möglichkeit einräumen, dass dieser in dessen Werkstatt eine Nacherfüllung vornehmen kann.

Im Bezug auf die Analysekosten stellt sich der Sachverhalt so dar, dass dies Kosten der Gewährleistung sind, mit der Konsequenz dass diese normalerweise den Verkäufer treffen.

Da es sich allerdings vorliegend um einen normalen Verschleiß handelt, ist davon auszugehen, dass auch diese Analysekosten nicht vom Verkäufer zu tragen sind.

In einem dem ihrem vergleichbaren Fall wurde die Klage des Autokäufers abgewiesen (AG Aachen: Urteil vom 10.12.2003 - 14 C 161/03). Hier hatte der PKW eine Gesamtlaufleistung von 112.000 km.

Bei einer Laufleistung zwischen 90-100 Tsd Km. kann durchaus nach den durchschnittlichen Vorgaben der Autohändler ein Zahnriemenwechselintervall anfallen.

Ob und wann Sie eine Inspektion durchführen lasen, ist für die Frage einer Gewährleistung nach Gefahrübergang der Kaufsache unerheblich.

Vor diesem Hintergrund sollte sie auf das Angebot des Händlers eingehen und den Kauf rückabwickeln, also die 500 € annehmen.

Ich bedaure, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.


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