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Streit um Erstattung der Kaution nach Abnahme einer Mietwohnung.

16.08.2018 11:52 |
Preis: 35,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


12:50
Vermieter A hat eine Wohnung an Mieter B möbliert vermietet. Es wurde zwar ein Übergabeprotokoll gemacht, in dem sind allerdings nur die Anzahl der Möbel und der restlichen Wohnungsausstattung gelistet. Es wurde versäumt, den Zustand der Wohnung zu beschreiben.
Tatsache ist, dass die Wohnung in einem Top-Zustand übergeben wurde. Es handelt sich bei Bezug um eine teure, 3 Jahre alte Immobilie mit einer komplett (!) nur 3 Jahre alten Ausrüstung. Miete über 4000€.
Es wurde eine Kaution i.H.v. 2 Monatsmieten hinterlegt.
Laut Mietvertrag soll die Wohnung nach Rückgabe durch den Vermieter gereinigt werden, die Kosten hierfür sollen vom Mieter getragen werden.

Bei Rückgabe der Wohnung wird wieder kein Protokoll gemacht. Mieter B sagt Vermieter A zu, dass dieser auf Vertrauensbasis die Wohnung zurückgibt und darauf vertraut, dass alles in Ordnung sei. Eventuelle Schäden soll A von der Kaution abgeziehen.

Vermieter A fängt sofort mit der Reinigung und der Renovierung an. Im Zuge dessen fallen Kosten von über 14.000€ an. Die zahlt A komplett.

A stellt allerdings 450€ Reinigung in Rechnung (bzw. zieht es von der Kaution ab). Davon gehen allein 280€ an Fensterreinigung und Terrassenreinigung. Weil sämtliche Schränke, die komplette Küche samt Kühlschrank, Töpfen, Gläsern und anderer Ausrüstung und alle Regale gereinigt werden müssen ist A mehrere Tage von morgens bis abends am putzen, schrubben und spülen. Er ruft den Makler an und sagt, dass der Reinigungsaufwand enorm ist und die Rechnung explodiert wenn er das alles in Rechnung stellt. Makler sagt, bis zu 450€ wären im Rahmen. A stellt also für die 2 Tage Intensivputzen 170€ in Rechnung um die Reinigungskosten mit insgesamt 450€ noch im Rahmen zu halten. Er macht als Beweis mehrere Fotos vom dreckigen Kühlschrank, dreckigen Badböden, bemalten Regalen und verstaubten Schränken.

A stellt auch ein zerbrochenes Markenmesser in Rechnung. Preis laut Amazon 45€. Er macht ein Foto vom zerbrochenen Messer.

A stellt fest dass die 80.000€ Küche diverse Schäden im Hochglanzlack hat. Er bekommt ein Angebot zur Reparatur des einen, schlimmsten, Lackschadens (Ecke, Lack runter bis aufs Holz ca. 5mm Durchmesser) für 500€ weil das ganze Seitenteil ausgewechselt werden muss. Ein befreundeter Lackierer sagt ihm, dass man das schlecht selber machen kann, aber wenn würde es ca. 150€ alleine an Materialien kosten. A will B keine hohen Kosten verursachen und stellt nur diese veranschlagten 150€ in Rechnung. Noch ist der Schaden nicht behoben, weil A noch keine Zeit dazu hatte.

Die Vorhänge sind dreckig, einer wurde zB. mit Paketklebeband an der Wand befestigt. Ein anderer im Kinderzimmer ist etwas bemalt, ein anderer ist mit schwarzem Fett verschmiert. A fertigt leider keine Fotos an. Reinigungskosten von Firma sind 850€. (!). A stellt B, weil nicht alle dreckig waren, nur 50%, also 425€ in Rechnung.

Summe 1070€.

A findet einen ramponierten TV mit herausgerissenem HDMI Anschluss. Er kauft auf eigene Rechnung einen neuen.
A repariert etliche kleinere Lackschäden in der Küche auf eigene Rechnung.
Einen Tag nach Abnahme geht Waschmaschine kaputt. Techniker sagt, sie sei voller Dreck gewesen. A kauft auf eigene Rechnung eine neue.
Das Sofa ist total dreckig. Aber weil es eh nach 6 Jahren nicht mehr so schön ist kauft A auf eigene Rechnung ein neues.
Etliche Gläser, Besteck, Teller, Tassen etc. fehlen. A berechnet nichts für die Neuanschaffung.
Das geölte Parkett ist, wie alles andere auch, bei Bezug erst 3 Jahre alt. A will es aber nun lackieren lassen und berechnet daher B nichts für den sehr dreckigen Boden und die zum Teil mehrer Millimeter tiefen Kratzer im Parkett.

A denkt, dass er damit B gegenüber sehr fair war. A listet B alle Kosten per email auf. Stil freundlich, "wie bei der Abnahme der Wohnung besprochen hier die Abrechnung der gefundenen Schäden iHv 1070€" etc.
A erstattet zeitgleich den Differenzbetrag der Kaution.

B wird per email sehr unfreundlich und verlangt 100%.
A erläutert ihm noch einmal, diesmal mit allen Details, Fotos und Rechnungen im Anhang.
B wird stinksauer, sieht seine Ehre und die Ehre seiner Frau gekränkt, weil sie angeblich eine dreckige Wohnung hatten.
Die Wohnung sei perfekt übergeben worden. B droht mit Anwalt falls nicht diese verbleibenden 1070€ der Kaution sofort erstattet werden.

A ist ein vorsichtiger, freundlicher Mensch der sich ungern streitet. Aber eine Woche intensivste Arbeit um die Wohnung wiederherzurichten und viele Kosten, die er B nicht in Rechnung gestellt hat lassen ihn glauben, er hätte nun das Recht, diese 1070€ einzubehalten.

Was denken Sie dazu?



16.08.2018 | 12:19

Antwort

von


(374)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Problematisch ist hier zunächst, dass es an einem Übergabeprotokoll fehlt. Wird ein ausführliches Übergabeprotokoll gefertigt und beidseitig unterschrieben, so dient dies Beweiszwecken.
Dieses fehlt hier.

Sofern Sie allerdings zu Beweiszwecken Fotos der Schäden gemacht haben, so dürfte auf diesen Fotos auch Datum und Uhrzeit zu erkennen sein. Hierauf sollten Sie sich weiterhin beziehen und auf anteiligen Einbehalt der Kaution bestehen, notfalls auch gegenüber dem Anwalt, den B einzuschalten vorgibt.

Sie sollten auch weiterhin zusätzlich damit argumentieren, dass Sie B weitaus höhere Schäden durch Eigenleistung erspart haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 16.08.2018 | 12:35

Danke für Ihre kurze Antwort, allerdings ohne die für mich wichtigste Frage zu beantworten.
Was macht A jetzt am besten?
Wäre es Ihrer Meinung ratsam
(I) die Kaution voll zurückzuzahlen
oder ist es ratsam,
(II) dies nicht zu tun, weil B schlechte Chancen hat, zu gewinnen?

Herzlichen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.08.2018 | 12:50

Die Kaution sollte aufgrund der erheblichen Schäden und des Vorliegens von Fotos zu Beweiszwecken NICHT voll zurückgezahlt werden.

Sollte es hier weitere Schwierigkeiten geben, so stehe ich Ihnen gerne zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

ANTWORT VON

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