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Streit um Berufsbezeichnung im Arbeitszeugnis

| 10.03.2009 10:48 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,

ich habe mir ein Zwischenzeugnis aufgrund eines Vorgesetztenwechsels ausstellen lassen.

In dem Unternehmen wurde ich als Junior Berater eingestellt. Dies steht auch so in meinem Arbeitsvertrag drin.

Mein damaliger Vorgesetzter (Business Unit Leiter) meinte, ich solle den Begriff "Junior" nicht verwenden und auf meinen Visitenkarten und E-Mail-Signaturen "XYZ Berater" verwenden.
Gegenüber Kunden und Kollegen bin ich auch nicht als "Junior Berater" aufgetreten. 18 Monate lange hat das keinen Menschen gestört und jeder dachte, ich wäre kein "Junior".

Nun ist mein Vorgesetzter aus dem Unternehmen ausgeschieden und die Personalabteilung beharrt in meinem Zwischenzeugnis auf die Bezeichnung "Junior". Sie beruft sich auf die Formulierung im Arbeitsvertrag. Sie sagt, dass dies auch völlig unabhängig davon zu sehen ist, wie man gegenüber den Kunden vorgestellt wird.

Darf sie das? Wenn ich jetzt wiederrum tatsächlich den "Junior" wieder in meine Signaturen und Visitenkarten aufnehme, kann ich mit einer 50% geringeren Auftragslage rechnen, da unsere Kunden mit "Junior Beratern" schlichtweg nicht arbeiten möchten. Dies möchte das Unternehmen wiederrum auch nicht.

Habe ich Chancen den "Junior" aus dem Zwischenzeugnis streichen zu lassen und die Berufsbezeichnung zu eintragen zu lassen, die ich seit 18 Monate nutze?

Danke für Ihre Hilfe!

Sehr geehrte(r) Fragesteller/in,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es wird ausschließlich das Ziel verfolgt, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen im Rahmen Ihrer Sachverhaltsschilderung kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Nun zu der/den von Ihnen gestellten Frage(n), die ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Zu dem Inhalt eines ordnungsmäßen Zwischenzeugnisses gehört die Berufsbezeichnung. Für die Wahl der Berufsbezeichnung ist grundsätzlich auf die Formulierung im Arbeitsvertrag zurück zu greifen. Nach Ihren Sachverhaltsangaben hat Sie Ihr Arbeitgeber als „Junior Berater“ eingestellt. Die Bezeichnung ist daher auch Inhalt Ihres Arbeitsvertrages. Ihren Schilderungen nach waren Sie aber letztendlich als „Berater“ tätig. Insoweit könnte unter Umständen eine von beiden Seiten (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) bewusst gewollte Änderung Ihrer Berufsbezeichnung wirksam erfolgt sein. Soweit solch eine Änderung vorliegt, besteht auch grundsätzlich ein Anspruch Ihrerseits auf Aufnahme der Bezeichnung „Berater“ in Ihr Zwischenzeugnis.

Ob eine wirksame Änderung in Ihrem konkreten Fall tatsächlich erfolgt ist, kann ich leider nicht abschließend klären. Hierfür bedarf es nach Durchsicht sämtlicher Unterlagen und weiterer Sachverhaltsangaben einer Prüfung im Einzelfall.

Zu prüfen wäre unter anderem eine mögliche Schriftformklausel in Ihrem Arbeitsvertrag. Sollte solch eine wirksam vereinbart worden sein, hätte die Änderung Ihrer Berufsbezeichnung grundsätzlich schriftlich vereinbart werden müssen. Des Weiteren wäre zu prüfen, inwieweit Ihr ehemaliger Vorgesetzter (Business Unit Leiter) im Rahmen des Unternehmens berechtigt/bevollmächtigt war, die Anordnung zu erlassen, dass Sie als „Berater“ und nicht als „Junior Berater“ auftreten.

Etwas anderes ergibt sich auch grundsätzlich nicht aus dem Umstand, dass Ihnen Visitenkarten zur Verfügung standen, die die Bezeichnung „XYZ Berater“ enthielten. Hierzu hat das Landesarbeitsgericht Hamm in seiner Entscheidung vom 27.04.2000, Az.: 4 Sa 1018/99 ausgeführt: „Da der Arbeitsvertrag vom XY1996 die Vermutung der Vollständigkeit und Richtigkeit für sich hat und die Klägerin die Umstände der Änderung der Beschäftigungsbedingungen - auch unter Berücksichtigung der Schriftformklausel von § 14 des schriftlichen Arbeitsvertrages - nicht vorgetragen hat, ist allein wegen des Aufdrucks auf den Visitenkarten nicht von einer Tätigkeit der Klägerin als Leiterin des Innendienstes auszugehen.“

In dem von Ihnen geschilderten Fall besteht, unabhängig von einer genauen Prüfung sämtlicher Unterlagen durch einen Rechtsanwalt, die Möglichkeit erneut das Gespräch mit der Personalabteilung und einem bevollmächtigten Unternehmensvertreter zu suchen. Nach Ihren Schilderungen sollte Ihr Unternehmen grundsätzlich ein Interesse daran haben, dass Sie auch weiter als „Berater“ und nicht als „Junior-Berater“ auftreten. Das Ergebnis dieser Besprechung sollte dann auch in Ihrem Arbeitsvertrag Niederschlag finden.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen weiterhelfen. Sie können sich gern im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir in Verbindung setzen.

Darüberhinaus stehe ich Ihnen selbstverständlich auch im Rahmen einer Mandatierung zur Verfügung. Den geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen in voller Höhe anrechnen.

Eine größere Entfernung zwischen Anwalt und Mandant stellt grundsätzlich kein Problem dar. Mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel wie E-Mail, Post, Fax und Telefon ist eine Mandatsausführung ebenfalls möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Greif
Rechtsanwalt

Rechtsanwälte Schulze & Greif
Partnerschaftsgesellschaft
Zwickauer Straße 154
09116 Chemnitz

Tel.: 0371/433111-0
Fax: 0371/433111-11

E-Mail: info@schulze-greif.de
www.schulze-greif.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2009 | 13:29

Sehr geehrter Herr Greif,

vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort auf meine Frage. Ich möchte zuerst ein weiteres Gespräch mit der Personalabteilung führen. Sollte dieses nicht zum Erfolg führen, beabsichtige ich Sie mit dem Fall zu beauftragen.

Eine weitere Frage hätte ich allerdings noch:

Kann mein Arbeitgeber mich zwingen die Berufsbezeichnung "Berater" zu führen, obwohl im Arbeitsvertrag "Junior Berater" steht? Ich beabsichtige bei einer nichterfolgreicher Einigung auf die Berufsbezeichnung im Arbeitsvertrag zu bestehen; was nicht gerade auftragsförderlich wäre.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2009 | 15:06

Sehr geehrter Fragesteller/in,

ich freue mich sehr, dass ich Ihnen mit meiner Antwort behilflich sein konnte. Für eine Mandatierung in der Angelegenheit stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Bitte berücksichtigen Sie die auf diesem Portal bestehende Möglichkeit, die Antwort des Rechtsanwalts zu bewerten.

Ihre Nachfrage beantworte ich Ihnen gern wie folgt:

Ihr Arbeitgeber könnte dann auf die Führung der Bezeichnung „Berater“ bestehen, wenn die ursprünglich im Arbeitsvertrag enthaltene Bezeichnung „Junior Berater“ zwischen den Parteien einvernehmlich geändert wurde. In meiner Ausgangsantwort hatte ich Ihnen dargelegt, dass dies durchaus möglich ist. In diesem Fall besteht dann grundsätzlich ein Anspruch Ihrerseits, dass im Zwischenzeugnis die Bezeichnung „Berater“ und nicht „Junior Berater“ aufgeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Greif
Rechtsanwalt

Rechtsanwälte Schulze & Greif
Partnerschaftsgesellschaft
Zwickauer Straße 154
09116 Chemnitz

Tel.: 0371/433111-0
Fax: 0371/433111-11

E-Mail: info@schulze-greif.de
www.schulze-greif.de

Bewertung des Fragestellers 10.03.2009 | 15:18

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