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Streit mit einem Handwerker für Maler- und Tapezierarbeiten

13.04.2020 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Über ein Vergleichsportal haben wir bei unserem kürzlich erworbenem Einfamilienhaus Maler- und Tapezierarbeiten an eine Kleinunternehmung zum Fixpreis (3200€) vergeben.

Bei Annahme des Angebotes bei Check 24 wurde eine Anzahlung von 950€ fällig, die auch von uns bezahlt wurde.

Am dritten Tag - nach Beendigung der Grundierungs-, Putz- und Tapezierarbeiten des kleinsten Raumes, der Küche (ca. 20% des Volumens), ist uns die für uns qualitative schlechte Arbeit aufgefallen. Der teilweise aufgetragene Rollputz hat sich leicht abgelöst und die Flies-Tapete an der Decke war über größere Flächen lose, bzw. nicht mit der Decke verklebt. Der Handwerker hatte die Rollputzarbeiten in der Küche nicht ganz abgeschlossen, weil nach seiner Angabe der Untergrund noch zu feucht ist. Diese Stellen hatte er ausgespart.

Nach unserer Beschwerde mit entsprechenden Bildern über weiteren losen Putz hat uns der Handwerker noch mal per what's app mitgeteilt, "Shit, sehr ärgerlich" und "da waren die Wände noch zu feucht"

Der Handwerker ist dann gleichentags zu uns gekommen und hat sich die Situation angeschaut. Da haben wir bemerkt, dass für den Rollputz nicht die empfohlene Grundierung verwendet wurde.

Er sagte: "dann brechen wir das hier jetzt ab" und uns mündlich zwei Mal versichert, uns die geleistete Anzahlung zurückzuzahlen. Meine Frau und ich waren anwesend während seiner Aussagen.

Ich habe ihm dann auch mündlich meine Meinung gesagt, dass ich ihm diese Arbeiten nicht zutraue und er keine Fachkräfte eingesetzt hatte.

Am nächsten Tag hat er mich per WhatsApp gefragt, ob die Arbeiten nun abgebrochen werden. Dies habe ich ihm dann auch noch mal per Nachricht bejaht.

Über Ostern habe ich dann seine Arbeiten - den Putz und die tapezierte Decke -wieder entfernt.

Ich hatte ihm dann noch mal mitgeteilt, dass ich einen fairen Abschluss haben möchte und nicht auf die volle Rückzahlung bestehe, da er auch das Verputzen von Schlitzen im Mauerwerk für diverse elektrische Kabel erledigt hatte.

Als ich ihm das vorgeschlagen habe, hat er mich telefonisch informiert, dass er seine Aussage über das Zurückzahlen der Anzahlung nicht mehr gilt, da wir (leider richtig) ihm das Nachbesserungsrecht verweigert haben und seine Leistung mit dem Rückbau zerstört haben. Des Weiteren kündigt er mir an, die angefallenen Zeiten in Rechnung zu stellen: 3 Tage, 3 Mitarbeiter - nach telefonischer Aussage ca. 1500 €. Nach unserer Wahrnehmung waren er und zwei fachfremde Hilfsarbeiter ca. 5-6 Stunden täglich beschäftigt. Am dritten Tag gab es dann noch Streit und ein Arbeiter hat am Vormittag die Baustelle verlassen.

Nun hat er sein Werkzeug und weiteres Verbrauchsmaterial in unserem Haus zurückgelassen.

Telefonisch wollte ich mit ihm die Herausgabe des Werkzeuges mit der Rückgabe der Anzahlung verbinden. Hier hatte er dann angedroht, jeden Tag der Verweigerung der Herausgabe mit 300€ extra zu berechnen.

Meine Fragen:

Haben wir eine Möglichkeit die geleistete Anzahlung von 950€ teilweise oder ganz zurückzubekommen?

Hat er das Recht uns seine angeblich gute Leistung und die Arbeitszeiten in Rechnung zu stellen? Sind wir verpflichtet diese zusätzlichen Kosten über die geleistete Anzahlung hinaus zu bezahlen?

Kann ich die Herausgabe des Werkzeuges, dass er in unserem Haus zurückgelassen hat als Gegenleistung für die einbehaltene Anzahlung verwenden, bzw. darf er mir diese Nicht-Herausgabe verrechnen?

Darf ich dem Handwerker ein Hausverbot aussprechen bzw. das Betreten unseres Grundstücks zur Abholung des Werkzeuges verbieten?

Muss ich ihm das zurückgelassene Werkzeug wieder aushändigen?

Das verwendete Werkzeug ist eher von minderer Qualität und ich möchte das gar nicht haben. Wie kann ich mich vor unwahren Forderungen zum Werkzeug schützen. Ich würde ihm jetzt auch zutrauen, dass wir ihm mehrere teure Maschinen nicht aushändigen, die er bei uns deponiert hat, bzw. diese schon entfernt zu haben.

Muss ich seiner Aufforderung nachkommen, dass Werkzeug und das Material ihm schnellst möglich auszuhändigen, oder kann ich dass aufgrund von Beweissicherung selbst bestimmen?

Grundsätzlich strebe ich hier eine faire Lösung an, aber das Verhalten des Auftragnehmers lässt mir hier wenig Hoffnung fair behandelt zu werden. Meiner Einschätzung nach hat er sich mit dem Auftrag übernommen und besitzt nicht das nötige Fachwissen oder die nötige Ausbildung. Wir konnten aufgrund der von uns dringend benötigten Küche ihm kein Nachbesserungsrecht einräumen. Das Risiko eines weiteren Pfuschs erscheint uns sehr hoch.







13.04.2020 | 15:39

Antwort

von


(1950)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Entscheidend ist hier, ob der Auftragnehmer vorbehaltslos den Abbruch der Arbeiten bei vollständiger Rückzahlung der Anzahlung angeboten hat. War dies der Fall, ist dies als Angebot zu einem Aufhebungsvertrag zu verstehen, dass Sie auch angenommen haben. Auf eine Verweigerung der Nachbesserung, über deren Rechtmäßigkeit man sich hier streiten könnte, kommt es dann gar nicht mehr an. Sie können aufgrund des Angebotes die Rückzahlung verlangen, der Handwerker muss sich an seine Zusage halten. Wenn er zunächst einen kompletten Abbruch der Arbeiten bei kompletter Rückzahlung anbietet, kann er sich nicht nachträglich darauf berufen, dass Sie anschließend die Nachbesserung verweigert haben.

Zur Durchsetzung des Anspruchs können Sie sich auch auf ein Zurückbehaltungsrecht an dem Werkzeug gemäß § 273 BGB berufen und die Aushändigung von der Rückzahlung abhängig machen. Machen Sie Fotos von Umfang und Zustand des Werkzeuges, damit Sie im Streitfalle ein Beweismittel haben. Der Handwerker hätte aber ohnehin die Beweislast dafür, wenn er behauptet, bei Ihnen hochwertiges Arbeitsgerät deponiert zu haben. Für die Dauer der rechtmäßigen Zurüchbehaltung darf der Handwerker natürlich keine Kosten geltend machen.

Einen Ausschluss des Zurückbehaltungsrechtes bei Arbeitsmitteln und Werkzeugen haben die Gerichte bisher nur in einem Arbeitsverhältnis aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses bejaht, was bei der Beauftragung eines Handwerkers aber nicht vergleichbar ist. Ich gehe auch davon aus, dass die Vorenthaltung des Werkzeugs für den Handwerker nicht existenzbedrohend ist und er Alternativen hat, um weiterhin seiner Arbeit nachzugehen.

Im Endeffekt hängt es also davon ab, ob Sie die Aussage des Handwerkers bezüglich der vollen Rückzahlung im Streitfalle beweisen können. Hierfür haben Sie Ihre Frau als Zeugin, das Angebot zum Abbruch der Arbeiten wurde zudem per Whatsapp-Message bestätigt. Insofern stehen Ihre Chancen recht gut. Da es keine ausdrückliche schriftliche Vereinbarung gibt und die mangelhafte Ausführung der Arbeiten auch nicht mehr gutachterlich geprüft werden kann, empfiehlt sich wenn irgendwie möglich aber eine einvernehmliche Lösung, um jegliches Prozessrisiko zu vermeiden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Rückfrage vom Fragesteller 13.04.2020 | 18:44

Vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung. Gerne würde ich ergänzend auf dem Ablauf hinweisen.

- am Freitagabend hat mir der Auftragnehmer mehrmals mündlich angeboten die Arbeiten hier abzubrechen und die geleistete Anzahlung zurückzugeben. Meine Frau hat kurz vor seinem fluchtartigen Verlassen unseres Hauses dies nochmals direkt angesprochen und er hat es wieder mündlich bestätigt.

- am darauffolgenden Samstag hat er mir dann eine WhatsApp Nachricht geschrieben mit folgendem Wortlaut: "Guten Morgen Herr ..., ich gehe nach dem gestrigen Gespräch davon aus das Sie den Auftrag beenden?"

Leider habe ich daraufhin geschrieben, dass ich den Auftrag beende, ohne an seine verbalen Äusserungen vom Vorabend zu verweisen. Für mich stand in diesem Moment das Unterbinden weiterer Arbeiten im Vordergrund, die für diesen Samstag ursprünglich vereinbart waren. Meine Antwort war: "Herr ... ich denke, es ist alles etwas unglücklich gelaufen. Grundsätzlich denke ich, dass sie die Arbeiten mit passenden Fachkräften auch erledigen können, aber ich denke, es liegt hier auch der fehlenden Unterstützung von ihnen durch gute Helfer. Leider muss ich deswegen diesen Auftrag beenden. Aber wie gesagt, bitte geben sie mir die Arbeiten für das Verputzen der Schlitze an. Ich möchte hier ein sauberes Verhältnis behalten..."

Meine Frage, habe ich mit der gesendeten Nachricht seine davor mündlich gemachte Aussage zunichte gemacht? Verhindert mein gewählter Wortlaut, dass wir uns auf sein zuvor zugesichertes Aufhebungsangebot berufen können?

Ist es aus Ihrer Sicht ratsam wenn ich ihm eine Nachricht schreibe, in der ich seine mündliche Zusage vom Freitagabend nochmals aufgreife und den Ablauf wahrheitsgetreu aufführe?

Vorab vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen





Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.04.2020 | 20:08

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

"Ist es aus Ihrer Sicht ratsam wenn ich ihm eine Nachricht schreibe, in der ich seine mündliche Zusage vom Freitagabend nochmals aufgreife und den Ablauf wahrheitsgetreu aufführe?"

Ja, genau so würde ich es machen, verbunden mit einem angemessenen Kulanzangebot, sprich Zahlung der vertragsgemäß erledigten Arbeiten. Ihre Nachricht am Folgetag ist leider nicht so eindeutig, wie ich es nach Ihrer ersten Schilderung vermutet habe, sodass hier durchaus ein Prozessrisiko besteht, wenn Sie auf die komplette Rückzahlung bestehen. Für den Handwerker ist das Risiko aber ebenso groß, da Ihre Frau das Rückzahlungsangebot bezeugen kann und sich darüber streiten lässt, wie die Konversation am Samstag auszulegen ist. Deshalb ist für beide Seiten eine einvernehmliche Einigung die beste Lösung.

Mit freundlichen Grüßen

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