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Streichung einer Flugstrecke durch neue Airline (nur Flug, keine Pauschalreise)

| 03.12.2009 10:58 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Merkel, LL.M.


Liebe RAs,
wir haben im April einen Flug mit TUIFly von Hannover nach Salzburg gebucht für Gesamtkosten € 986,15. Nachdem die TUIFly mit Air Berlin zusammengegangen ist, hat die Air Berlin die Citystrecken übernommen und Hannover- Salzburg gestrichen. Alternativ wurde uns Hamburg angeboten, entweder um ca 7 Uhr oder um ca 19 Uhr. Den frühen Flug können wir von Hannover aus per Bahn nicht erreichen, so dass wir einen Abend vorher anreisen und in Hamburg zwischenübernachten müßten. Der späte Flug kommt nicht in Frage, da wir dann erst sehr spät im Hotel sind, keine Skier mehr leihen können etc. und damit nicht nur der erste Urlaubstag, sondern auch der zweite im Prinzip gelaufen wären. Ich persönlich finde die Zumutbarkeit da auch deutlich überschritten, da wir mit Baby reisen, und das ganze dann für eine Stunde Flug...
Ich habe also die Alternativen abgelehnt und mich selber um neue Flüge gekümmert, da von Air Berlin gar nichts kam. Auf emails gab es so gut wie keine Antworten, telefonisch habe ich die zuständige SB nie erreicht (nur Kollegen). Um die Kosten günstig zu halten, habe ich nun einen Flug mit Lufthansa über ltur gebucht, Kosten insgesamt € 1257,55 inkl RRV (die war vorher bei AB im Preis mit inkl). AB hat nun unseren Flug storniert und die € 986,15 auch kommentarlos überwiesen. Die Differenz von € 271,40 (entspricht ca € 45,- pro Person), die ich nun an Mehrkosten habe, möchte ich ebenfalls von der Air Berlin bekommen. AB reagiert aber überhaupt nicht, es gibt noch nicht einmal eine Erklärung, warum sie die Zusatzkosten nicht übernehmen. Laut VO (EG) nr. 261/2004 würde ich denken, dass die Kosten übernommen werden müssen, da AB aus wirtschaftlichen Gründen die Strecke gestrichen hat, nicht aus höherer Gewalt.
Habe ich da eine Chance oder ist AB da tatsächlich "raus", indem sie mir den Hamburg- Flug angeboten haben, den ich aber defacto gar nicht erreichen kann?

Herzliche Dank für eine Info,
mit freundlichen Grüßen,

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür gedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen könnte die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Ihre Frage beantworte ich hinsichtlich Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes folgendermaßen.

Ein Schadensersatzanspruch gegenüber den Luftfrachtführer Air Berlin steht Ihnen zu, da neben Rücktritt vom gegenseitigen Vertrag auch Schadensersatz verlangt werden kann, vgl. § 325 BGB.

Air Berlin konnte durch die Streichung des Fluges Hannover-Salzburg ihre Vertragsverpflichtungen, nämlich die gebuchte Beförderung nicht erfüllen. Da diese Fluglinie aus Rentabilitätsgrünen eingestellt wurde, fällt dies in die Verantwortungssphäre von Air Berlin. Dem Schuldner, also Air Berlin ist zunächst ein Recht auf Nacherfüllung einzuräumen. Dies hat Air Berlin durch die angebotenen Ersatzflüge wahrgenommen. Dennoch sind Sie nicht verpflichtet, jede Form der Nacherfüllung als Vertragserfüllung zu akzeptieren. So muss eine Schlechtleistung, aber auch die Unzumutbarkeit der angeboten Nacherfüllung nicht akzeptiert werden. Aus ihren Schilderungen ist zu entnehmen, dass die von Air Berlin angebotenen Ersatzflüge für Sie nicht zumutbar wären. Die Gründe der Unerreichbarkeit des Flughafens bzw. der Zeitverlust unter Berücksichtigung eines Familienfluges mit Kleinkind und der eigentlichen Flugdauer sind plausible Gründe für die Unzumutbarkeit der Nacherfüllung durch Air Berlin. Damit waren Sie berechtigt vom Vertrag zurückzutreten, was offensichtlich von Air Berlin, durch die Rückzahlung des Flugpreises, akzeptiert wurde.

Da neben dem Rücktritt auch Schadensersatz geltend gemacht werden kann, steht Ihnen der Ausgleich der Mehrkosten für den Ersatzflug zu.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.

Beste Grüße

Anja Merkel, LL.M.
Rechtsanwältin


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Bewertung des Fragestellers 07.12.2009 | 09:07

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FRAGESTELLER 07.12.2009 4,8/5,0
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