Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Streichen einer Straftat aus dem Register

23.09.2011 16:25 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias F. Schell


guten tag.

ich wurde im jahre 1971 durch eine *jugendsünde* wegen gemeinschaftlichen schweren diebstahls zu 2 jahren auf 4 jahre bewährung verurteilt. ich hatte mich damals unerlaubt von der truppe entfernt und geriet in eine clique, die mir schlafmöglichkeiten gewährte. auf nächtlichen beutezügen brachen sie autos auf und erbeuteten autoradios etc.
bei festnahme dieser clique war ich anwesend und wurde mit verurteilt, obwohl man mir bestätigte, dass ich keinerlei aktivitäten diesbezüglich machte.
doch mit gefangen, mit gehangen!

im jahre 1980 war ich an einem verkehrsunfall beteiligt, der aber nicht mein verschulden war und ich wurde bei der verhandlung unverzüglich freigesprochen.
allerdings las der richter damals den eintrag aus dem zentralregister vor und ich war erschrocken, dass diese tat immer noch in meinen akten stand.

nun 40 jahre später, ich habe niemals mehr etwas *verbrochen*, geht meine frage dahin, WANN IST DIESE TAT AUS MEINEM LEBEN VERSCHWUNDEN?

können sie mir helfen?

Sehr geehrte Fragesteller/Ratssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes gerne wie folgt beantworte:

Vorweg zusammenfassend:
Wann ein eine Eintragung getilgt wird, hängt nicht von der Tat, sondern von der Strafe ab. Die Eintragung bleibt bis zur sogenannten "Tilgungsreife" bestehen, die von der Höhe der Strafe abhängt. Nach Ablauf darf der Eintrag nicht mehr zum Nachteil verwertet werden. Ist die Tilgungsfrist abgelaufen, wird nach Ablaufes eines Jahres die Eintragung entfernt - man kann das auch (durch einen Rechtsanwalt) beantragen, da meist in der Praxis dies nicht geschieht.


Hinsichtlich der Tilgung gilt § 45 BZRG:

(1) Eintragungen über Verurteilungen (§ 4) werden nach Ablauf einer be-stimmten Frist getilgt. (2) Eine zu tilgende Eintragung wird ein Jahr nach Eintritt der Tilgungsreife aus dem Register entfernt. Während dieser Zeit darf über die Eintragung kei-ne Auskunft erteilt werden. (3) Absatz 1 gilt nicht1. bei Verurteilungen zu lebenslanger Freiheitsstrafe,2. bei Anordnung der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung oder in einem psychiatrischen Krankenhaus.


Die Tilgungsfristen ergeben sich aus § 46 BZRG und lauten.

- fünf Jahre: bei Verurteilungen zu Geldstrafe von nicht mehr als neunzig Tagessätzen, wenn keine Freiheitsstrafe, kein Strafarrest und keine Jugendstrafe im Register eingetragen ist, zu Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten, wenn im Register keine weitere Strafe eingetragen ist, zu Jugendstrafe von nicht mehr als einem Jahr, zu Jugendstrafe von nicht mehr als zwei Jahren, wenn die Vollstreckung der Strafe oder eines Strafrestes gerichtlich oder im Gnadenweg zur Bewährung ausgesetzt worden ist, zu Jugendstrafe von mehr als zwei Jahren, wenn ein Strafrest nach Ablauf der Bewährungszeit gerichtlich oder im Gnadenweg erlassen worden ist, zu Jugendstrafe, wenn der Strafmakel gerichtlich oder im Gnadenweg als beseitigt erklärt worden ist, durch welche eine Maßnahme mit Ausnahme der Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis für immer und des Berufsverbots für immer, eine Nebenstrafe oder eine Nebenfolge allein oder in Verbindung miteinander oder in Verbindung mit Erziehungsmaßregeln oder Zuchtmitteln angeordnet worden ist;
- zehn Jahre: bei Verurteilungen zu Geldstrafe und Freiheitsstrafe oder Strafarrest von nicht mehr als drei Monaten, Freiheitsstrafe oder Strafarrest von mehr als drei Monaten, aber nicht mehr als einem Jahr, wenn die Vollstreckung der Strafe oder eines Strafrestes gerichtlich oder im Gnadenweg zur Bewährung ausgesetzt worden und im Register nicht außerdem Freiheitsstrafe, Strafarrest oder Jugendstrafe eingetragen ist, Jugendstrafe von mehr als einem Jahr;
- zwanzig Jahre: bei Verurteilungen wegen bestimmter Sexualdelikte (§§ 174 bis 180 oder 182 des Strafgesetzbuches) zu einer Freiheitsstrafe oder Jugendstrafe von mehr als einem Jahr;
- fünfzehn Jahre: In allen anderen Fällen.

Ihren Angaben zufolge besteht in ihrem Fall somit Tilgungsreife im Sinne des Gesetzes bezüglich der Verurteilung aus dem Jahre 1971. Stellen Sie daher eine Antrag auf Löschung, um das Verfahren anzustoßen. Er kann formlos schriftlich, mündlich, fernmündlich oder elektronisch bei der Behörde eingereicht werden, die Ihre Daten vorhält. Die speichernde Stelle prüft sodann, ob die Löschungsvoraussetzungen vorliegen. Ist dies (teilweise) der Fall, löscht sie (teilweise) Ihre Daten und teilt Ihnen dies mit. Andernfalls lehnt sie den Antrag (teilweise) ab. Im Falle der (teilweisen) Ablehnung oder von Anfang an können Sie sich (auch) an die zuständige Datenschutzkontrolle wenden.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Für eine weitergehende Beratung und Vertretung Ihrer Interessen stehe ich gerne zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie mich dazu über die unten genannte Rufnummer bzw. E-Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen
Mathias F. Schell, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68779 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank, endlich habe ich Klarheit. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank :-) ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat die Frage schnell und korrekt beantwortet. ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen