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Street Photography : Leute mit Corona-Maske eindeutig identifizierbar ?

22.05.2020 18:20 |
Preis: 50,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich würde gern wissen, ob es in Deutschland legal möglich ist, Bilder zu veröffentlichen, auf denen Leute (auch als Einzelportrait) eine Coronamaske tragen, die das Gesicht stark vermummen.
Es handelt sich um Alltagsdarstellungen, spontan im öffentlichen Raum gemacht.
Ich würde im Rahmen eines Streetphotography-Projektes diese Bilder gern in meinen sozialen Medien veröffentlichen.

Aufgrund der Vermummung der Leute erhoffe ich mir, dass die Personen aufgrund der Maske nicht eindeutig wiedererkannt werden können (früher war die Vermummung in der Öffentlichkeit sogar verboten, soweit ich informiert bin), aber ich würde dies gern juristisch beurteilen lassen, um mir unnötigen Ärger zu vermeiden.

Eine Einwiligung mündlich mit den betreffenden Personen bringt mir leider keine Rechtssicherheit, da diese im ungünstigsten Fall nicht beweisbar wäre. Zeugen sind auch keine dabei und oft sind die Leute auch so schnell an einem vorbeigeeilt, dass man sie nicht einmal mehr ansprechen kann.

Diese Art der Foto-Kunst lebt ja per se von der Spontanität eines Moments, es ist daher auch nicht möglich, hier immer vorab zu fragen. Kann ich mich hier vielleicht auch auf künstlerische Freiheit berufen ?

Danke vorab.

Freundliche Grüße,
22.05.2020 | 20:15

Antwort

von


(71)
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511/1222458
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Die Bedeckung des Gesichts durch eine Munde-Nase Maske dürfte für eine ausreichende Anonymisierung der abgebildeten Personen nicht ausreichen, da über den Augenbereich der Personen eine einfache Zuordnung und Erkennbarkeit weiterhin vorliegt. Aus datenschutzrechtlicher Sicht genügt die Möglichkeit der Zuordnung zu einer natürlichen Person bzw. Indentifizierbarkeit (Art. 4 Nr.1 DSGVO ) Aus diesem Grund haben sich z.B. zur Anonymisierung in den Medien die schwarzen Balken über den Augen oder aber ein Verpixeln des gesamten Gischts etabliert. Selbst das kann aber u.U. nicht ausreichen.

Es gilt daher, dass Sie für eine Veröffentlichung grundsätzlich eine Einwilligung der betroffenen Person benötigen (§ 22 KunstUrhG , Art. 6 Abs. 1 Nr. 1 a) DSGVO ). Sie haben natürlich Recht, dass die Beweisbarkeit hier ein Problem darstellt. Sie müssten daher im besten Fall z.B. ein Einwilligungsformular dabei haben, das von der betroffenen Person unterzeichnet wird. Hier müssten Sie auch über die Datenverarbeitung informieren (Art. 13 DSGVO ).

Richtig ist, dass es das sog. Vermummungsverbot gibt (§ 17a VersG ), dass allerdings nur für Versammlungen gilt und auch nicht dafür hilft, vermummte Personen abbilden zu dürfen.

Eine Ausnahme (zur Einwilligung) kann gem. § 23 KunstUrhG bestehen bei

1.Bildnissen aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2.Bildern, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3.Bildern von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4.Bildnissen, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

Wenn also die Bilder im Rahmen einer öffentlichen Versammlung angefertigt werden, kann u.U. auf eine Einwilligung verzichtet werden. Allerdings gilt diese Ausnahme i.d.R. nicht für Portraits einzelner Teilnehmer, so dass Ihr Vorhaben aus meiner Sicht nicht hierunter fallen würde. Auch Pressebilder kann eine Ausnahme bestehen.

Im Ergebnis kommen Sie daher leider nicht um eine Einwilligung herum.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiter helfen konnte. Bei Fragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Nicolas Reiser
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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