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Strafverfahren in Göttingen 2008, zu geringer Schadenersatz gezahlt


20.11.2015 18:52 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Am 29.Februar 2008 wurde ein Strafverfahren (Anzeige wegen "Sachbeschädigung durch Feuer" durch damalige Vermieterin in Göttingen) auf der Grundlage einer Aussage meiner Person gegenüber der Polizei eingestellt, welche wesentliche Tatsachen verschwiegen hat, gemäß §170 Abs.II StPO eingestellt. Das Schadensereignis datiert auf die Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 2007 in der damaligen gemeinsam genutzten Wohnung in Göttingen.

Die "tatsächlichen" Ereignisse in dieser Nacht haben bei mir psychisch eine Art Trauma, PTB oder was auch immer ausgelöst. Ich konnte bis zu diesem Zeitpunkt meinen Lebensunterhalt problemlos durch Arbeit selber bestreiten, seither lebe ich von staatlichen Leistungen bzw. einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Meine Gedanken kreisen immer wieder um die "Lüge meines Lebens", da haben auch alle möglichen Therapien und Tabletten nichts geändert. Ich werde das Thema "Göttingen" in meinem Kopf nicht los.

Der Grund für meine Nachfrage ist, dass das Verfahren am 06.April 2016 aus NIVADIS gelöscht werden wird - also nicht mehr viel Zeit für die Wahrheit ist.

Zum "Brandereignis" : ich habe nachdem ich gestresst von Arbeit gekommen bin Glühwein in einen Plastik-Wasserkocher gekippt, den Wasserkocher eingeschaltet und mich zu meinem Notebook ein Stockwerk höher begeben, um im Internet zu surfen. Erst als ich einen Brandgeruch in der Nase hatte, bin ich nach unten gerannt um den inzwischen in Brand geratenen Wasserkocher (kleiner dreieckiger Brandherd am unteren Rand) zu löschen. Die Vermieterin habe ich an diesem Abend nicht in der gemeinsamen Wohnung angetroffen, sie hatte sich wohl in "ihr" Zimmer neben der Küche zurückgezogen, oder sie war auch evtl. überhaupt nicht da. Nach löschen des "Brandes" habe ich gelüftet, alles sauber gemacht und den anggebrannten Wasserkocher in eine Tüte gepackt. Als für mich keine Gefahr mehr erkennbar war, habe ich meine persönliche Habe aus dem Zimmer im Dachgeschoss in meinen VW Polo getragen und die Wohnung in aufgeräumtem Zustand verlassen (Türen und Fenster in der Wohnung zu).

Schlechte Nachricht : ich habe danach die Wohnung fluchtartig verlassen, in ein Hotel eingecheckt und telefonisch die Vermieterin unter Druck gesetzt und dadurch eine gütliche Regulierung des Schadens verhindert. Erst später (Anfang 2008) habe ich ein schlechtes Gewissen bekommen und die Dame angerufen, und die Schadenshöhe erfragt. Diese wurde durch die Vermieterin auf 500,- € Holzplatte Einbauküche (Brandring) plus 50,- € Wasserkocher festgelegt und 300,- € selber angeboten für Reinigung der Wohnung und Malerarbeiten. Ferner habe ich etwa 80,- € für den Anwalt der Vermieterin bezahlt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Vermieterin allerdings bereits die Polizei in Göttingen eingeschaltet. Ein Nachtrag : der Wasserkocher, der in Brand geraten war, hat mir nicht gehört – er war von der Vermieterin gestellt worden. Diesen hatte ich eigenmächtig in der "Brandnacht" mitgenommen und später in Berlin entsorgt (auf einem Recyclinghof).

Noch schlechtere Nachrichten : um den Druck auf die Vermieterin zu erhöhen, habe ich zunächst einen Strafantrag wegen "Verleumdung und übler Nachrede" gegen die Dame gestellt, da diese völlig außer sich auf meinem Arbeitsplatz in Göttingen vorgesprochen hatte um meiner habhaft zu werden. Das hat mich so wütend gemacht, dass ich "Rache" geschworen hatte. Diesen Strafantrag habe ich nach etwa 1-2 Wochen aber selber wieder zurückgenommen, diese Zurücknahme wurde allerdings von der Staatsanwaltschaft ignoriert und trotzdem eine Zeugenvernehmung durchgeführt.

Insgesamt habe ich mich unglaublich mies gegenüber der Frau benommen, was ich heute mehr als bedauere.

Folgende Fragen als Sie als Anwalt bzw. Anwältin habe ich nun an Sie :

(1) Kann es sich bei dem "Mitnehmen" des fremden Wasserkochers aus der gemeinsamen Wohnung um einen besonders schweren Diebstahl handeln, sofern ich davon ausgehe, dass die Vermieterin geschlafen hat und insofern hilflos war ? Was droht mir hier an Strafverfolgung ? Spielt es eine Rolle hier, dass ich die Strafverfolgung meiner Person unmöglich gemacht habe durch das Belügen der Polizei und "entsorgen" des Wasserkochers ?

(2) Welche sonstigen strafrechtlichen Konsequenzen drohen mir hier auch heute noch ?

(3) Sollte ich die Vermieterin heute noch kontaktieren, um den tatsächlich entstandenen Schaden doch noch zu regulieren ? Davor graut es mir, aber mehr aus emotionalen Gründen. Machen würde ich dies natürlich.Der Haken ist hier, dass der Brandring auf der hochwertigen Arbeitsplatte sicherlich teurer war als 500,- €. Dies ist mir heute klar.

Vielen Dank für Ihre Antworten & Freundliche Grüße

Achim Müller

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

1.

Hier liegt kein Diebstahl vor, weil Sie an dem Wasserkocher Alleingewahrsam haben. Sie können daher keinen Gewahrsam brechen.
Die Mitnahme des Wasserkochers stellt insoweit eine Unterschlagung nach § 246 StGB dar.

Die sog. Verfolgungsverjährung ist hier nach § 78 III Nr. 4 StGB eingetreten. Strafrechtlich haben Sie nichts mehr zu befürchten.


2.

Ich kann keine strafrechtlichen Konsequenzen erkennen.

3.

In zivilrechtlicher Hinsicht hat die Vermieterin einen Schadensersatzanspruch, der auch noch nicht verjährt ist. Hier läuft eine zehnjährige Verjährungsfrist nach § 199 III BGB.
Ob Sie die Vermieterin noch kontaktieren wollen, mögen Sie selbst entscheiden.



Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -
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