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Strafsache wegen Diebstahl, Unterschlagung und Sachbeschädigung

| 12.06.2015 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Staatsanwaltschaft hat in einer Strafsache u. a. wegen Diebstahl, Unterschlagung, Sachbeschädigung in einer Hauptverhandlung für Ende August 2015 Klage erhoben.

Der Geschädigte bei dieser Strafsache Diebstahl, Unterschlagung, Sachbeschädigung bin ich. Es geht hier um ca. 30.000,- €. Diese Kosten wurden bereits seiner Zeit der Staatsanwaltschaft mitgeteilt.

Ich denke, wenn die Beschuldigten verurteilt werden zu dieser Strafsache, geht es nicht um die Entschädigung meiner angefallenen und nachgewiesenen Kosten.

Wie komme ich an meinen Schadenersatz und mit welcher Maßgabe kann ich u. U. bereits jetzt – also vor der Hauptverhandlung – vorgehen?
Könnte es hier auch zu einem vorgerichtlichen oder gerichtlichen Vergleich kommen?

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:
Zunächst einmal haben Sie insoweit Recht, dass es im Strafverfahren grundsätzlich nur um die angemessene Bestrafung der Täter geht, aber nicht um die Geltendmachung Ihrer Schadensersatzforderungen.
Diese macht ein Geschädigter normalerweise im Zivilrechtsweg geltend.
Das bedeutet Geltendmachung des von Ihnen erlittenen Schadens gegenüber den Schädigen, hier den Tätern, zunächst außergerichtlich, bei Nichtzahlung durch Klage bei Gericht.
Bei der von Ihnen geschilderten Schadenssumme wäre das Landgericht zuständig, d.h. die Klage könnte dort nur von einem Rechtsanwalt erhoben werden.
Anstelle einer Klage vor dem Landgericht besteht aber grundsätzlich für Sie als Geschädigter bei einer Straftat, der einen Vermögensschaden geltend machen möchte, die Möglichkeit der Durchführung eines Adhäsionsverfahrens gem. §§403 ff StPO .
In diesem Verfahren prüft der Strafrichter, der sozusagen als Zivilrichter tätig ist , Ihre zivilrechtlichen Ansprüche im Strafverfahren mit und kann darüber dann ebenfalls durch Urteil entscheiden.
Auch ein gerichtlicher Vergleich könnten diesem Adhäsionsverfahren geschlossen werden.
Ist der Täter jedoch Jugendlicher, dann ist dieses gem. § 81 JGG nicht möglich.
Auch wenn der Streitgegenstand schon anderweitig bei Gericht anhängig ist, ist ein solches Verfahren ausgeschlossen.
Das Gericht kann einen Adhäsionsantrag ablehnen, wenn sich dadurch der Strafprozess erheblich verzögern würde oder es sich um eine zivilrechtlich kompliziertere Angelegenheit handelt.
Bei diesem Verfahren besteht kein Anwaltszwang. Sie können selbst einen Antrag schriftlich oder zur Niederschrift bei der Geschäftsstelle stellen. Die ist sogar noch in der Hauptverhandlung möglich, wobei ich Ihnen empfehlen würde, einen ortsansässigen Anwalt vor der Hauptverhandlung zu beauftragen, der dann auch ein umfassendes Recht auf Akteneinsicht hat.
Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 14.06.2015 | 17:57

Sehr geehrte Frau König,

vielen Dank für die ausführliche Information.

Ich frage mich, ob es günstiger,einfacher ist die Möglichkeit der Durchführung eines Adhäsionsverfahrens gem §§403 ff StPO oder
den Zivilrechtweg anschließend einzuschlagen.
Die Sache ist beim Amtsgericht "Strafsache" angesiedelt und der
Streitwert, wäre ja im Zivilrechtsweg normal eine Sache des Landgerichtes.
Die Sache an sich ist sicherlich schon etwas schwierig, jedenfalls für die Staatsanwaltschaft, so hatte ich dieses in einem persönlichen Gespräch herausgehört.
Der Strafrichter, der dann als Zivilrichter entscheiden muss, könnte die Sache vielleicht schnell abhandeln und entscheiden, die gegen meine Auffassung ist.
Dann müßte ich wohl Revision einlegen.

Vielen Dank für eine Information.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.06.2015 | 20:19

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Zunächst einmal kann ich die Schwierigkeit Ihres Falles ohne Kenntnis der näheren Umstände bzw. der Akte nicht abschließend beurteilen.
Grundsätzlich ergeben sich jedoch nach meiner Einschätzung aus der Durchführung eines Adhäsionsverfahrens für Sie keinerlei Nachteile, sondern im Gegenteil nur Vorteile.
Ein Vorteil könnte zunächst einmal sein , dass Sie die Möglichkeit haben, das Verfahren ohne Anwalt durchzuführen.
Grundsätzlich ist zwar zu raten , einen Anwalt zu beauftragen, wie ich dies auch in meiner ersten Antwort an Sie getan habe. Bedenken sollten Sie jedoch, dass, wenn bei den Tätern finanziell wenig zu holen ist, Sie trotz eines für Sie positiven Urteils letztendlich auf den Anwaltskosten hängen bleiben könnten. Es wäre jedoch möglich, einen Anwalt zunächst einmal lediglich mit der Akteneinsichtnahme und Besprechung beauftragen, insbesondere auch noch einmal hinsichtlich des Antrags zur Schadenssumme.
Ein weiter Vorteil ist, dass Sie im Adhäsionsverfahren keinen Gerichtskostenvorschuss zahlen müssten.
Da die Hauptverhandlung bereits im August stattfinden wird, hätten Sie außerdem wesentlich schneller eine Entscheidung oder einen Vergleich, aus dem Sie vollstrecken könnten.
Auf einen Termin zur mündlichen Verhandlung am Landgericht und eine Entscheidung müssten Sie im Zivilverfahren wesentlich länger warten .
Falls der Strafrichter die Täter freispricht oder zu dem Schluss kommt, dass Ihre Ansprüche nur zum Teil bestehen, steht Ihnen der Weg zum Zivilgericht zur Geltendmachung dieser abgelehnten Ansprüche immer noch frei.
Falls Sie sich aus den genannten Gründen zunächst für die Durchführung des Adhäsionsverfahrens entscheiden würden, bliebe abzuwarten, ob der Strafrichter Ihre Sache für dieses Verfahrens für geeignet hält. Dies kann ich, wie bereits erwähnt, mangels näherer Kenntnis Ihres Falles und der Akten nicht prognostizieren.
Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen . Auf jeden Fall wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche.


Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 15.06.2015 | 03:29

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