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Strafrechtliche Konsquenzen für den Hinweisgeber?


| 01.03.2006 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



zu folgendem fall habe ich eine frage:

jemand hat in einem internet-chat einen screenshot des chats gemacht und diesen screenshot an den chat-betreiber weitergeleitet hat (aufgrund verdachts wegen verstoßes gegen §173 StGB).

folgender chat hat sich abgespielt:

X: haste schon mal bekommen ?
Y:(Hinweisgeber): ?
X: footjob
Y: ja
X: von wem ?
Y: ?
Y: damalige partnerin
X: aha, bei mir freundin, ex und ab und zu nichte
Y: nichte ???
X: ja schon lange. ist 32
Y: naja, aber das ist doch verboten
X: nichte nicht, ist keine blutsverwandtschaft und sonst passiert eh nichts

der betreiber gibt diesen hinweis an die polizei weiter, die die sache natürlich erstmal überprüft.

nun meine frage:

inwieweit könnte es dem HINWEISGEBER zum nachteil gereichen, wenn es sich im rahmen der ermittlungen herausstellen sollte, dass der chatter, welcher angab, mit seiner nichte oben beschriebene sexuelle handlungen gehabt zu haben noch minderjährig sein sollte ?

laut angabe bzw. profil des X ist dieser volljährig. somit war es dem hinweisgeber (ebenfalls volljährig) also nicht bekannt, das eine evtl. minderjährigkeit vorliegen könnte !

mfg

-- Einsatz geändert am 01.03.2006 14:49:21

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Eine Strafbarkeit des Hinweisgebers kann ich unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt erkennen.

Der Hinweisgeber (Y) selbst hat keine strafbaren sexuellen Handlungen vorgenommen. Auch eine Beihilfehandlung kommt nicht in Betracht. Die Tathandlungen des X waren bei Aufzeichnung des Chats bereits abgeschlossen. Der Hinweisgeber hat auch keinerlei Tatbeitrag geleistet.

Der Chat allein reicht für eine Strafbarkeit auch nicht aus. Weder hatte der Chat selbst die Qualität einer strafbaren Handlung noch wurden damit weitere strafbare Handlungen des X oder Dritter gefördert.

Dass der X minderjährig gewesen sein mag, spielt bei der rechtlichen Beurteilung keine Rolle. Es gibt keinen Tatbestand, nach dem es strafbar wäre, einen Minderjährigen über seine sexuellen Erfahrungen zu befragen. Im Übrigen hätte der Hinweisgeber ohnehin ohne Vorsatz gehandelt, da er aufgrund des Profils von einer Volljährigkeit ausgegangen ist.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern.




Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 02.03.2006 | 20:59

sehr geehrter herr rechtsanwalt hein

zuallererst vielen dank für die beantwortung der gestellten fragen.

dennoch habe ich eine weitere frage zu diesem thema.

erlauben sie mir, dass ich sie zitiere:
"Der Chat allein reicht für eine Strafbarkeit auch nicht aus. Weder hatte der Chat selbst die Qualität einer strafbaren Handlung noch wurden damit weitere strafbare Handlungen des X oder Dritter gefördert"

Bedeutet dies, dass die Kripo im o.g. Fall sehr wahrscheinlich nicht aktiv wird, weil aus diesem Chat keinerlei Anhaltspunkte für eine Straftat hervorgehen ?

mit freundlichen grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.03.2006 | 23:14

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Die Strafverfolgungsbehörden werden immer nur dann aktiv, wenn zumindest der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt, d.h. es muss nach kriminalistischer Erfahrung wahrscheinlich sein, dass eine Straftat begangen wurde.

Was den Hinweisgeber angeht, kann ich eine solche Wahrscheinlichkeit nicht erkennen, so dass gegen den Hinweisgeber kein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden dürfte.

Aber auch bezüglich des X fällt mir auf Anhieb kein Straftatbestand ein, der verwirklicht sein könnte. Ich gehe davon aus, dass die Sache nicht allzu hoch gehängt werden dürfte.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage nunmehr zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.




Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

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