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Strafmass bei Unterschlagung


03.11.2005 08:27 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Zur Person:
38 Jahre alt, nicht vorbestraft.
10 Jahre lang bis Mitte 2005 in einem mittelständischen Unternehmen als ltd. Angestellter und zuletzt als Prokurist mit Bankvollmacht beschäftigt.

Zur Sachlage:
Wegen finanzieller Probleme in 2003 Geld in Gesamthöhe von € 7.700,- unterschlagen. Nun ist die Sache bei einer Betriebsprüfung aufgefallen und der damalige Arbeitgeber hat angekündigt den Vorgang zur Anzeige zu bringen.

Zwischenzeitlich wurde der unterschlagene Betrag zzgl. Zinsen zurückbezahlt.

Mit welcher Höchststrafe ist nunmehr zu rechnen ?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Höchststrafe für eine Unterschlagung ist in § 246 des Strafgesetzbuchs (StGB) geregelt. Die Vorschrift hat folgenden Wortlaut:

"§ 246 StGB

(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) Der Versuch ist strafbar."

In Ihrem Falle scheint der Tatbestand einer veruntreuenden Unterschlagung erfüllt zu sein, die im Absatz 2 der eben genannten Vorschrift geregelt ist und für die das Gesetz als Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren vorsieht.

Eine genaue Vorhersage des Maßes der Sie treffenden Strafe kann hier nicht getroffen werden. Zu Ihren Gunsten wird aber bei der Strafbemessung zu berücksichtigen sein, dass sie nicht vorbestraft sind und der unterschlagene Betrag samt Zinsen zurückgezahlt, somit der eingetretene Schaden wieder gutgemacht wurde. Aus diesen Gründen könnte das Gericht die Verhängung einer Geldstrafe oder einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe für ausreichend und angemessen erachten.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

Nachfrage vom Fragesteller 03.11.2005 | 09:14

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass trotzdem
eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung verhängt wird ?

Spielt die Höhe des unterschlagenen Betrages
dabei eine Rolle ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2005 | 09:28

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Höhe des unterschlagenen Betrages wird selbstverständlich bei der Strafzumessung eine Rolle spielen. Ich halte es allerdings aufgrund meiner Erfahrungen für höchst unwahrscheinlich, dass Sie zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird.

Mit einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren wird nicht zu rechnen sein. Bei einem Ersttäter ist die Aussetzung einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zur Bewährung der Regelfall. Zum einen wird dabei von der Erwartung ausgegangen, dass der Verurteilte sich schon die Verurteilung zur Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Strafen mehr begehen wird (vgl. § 56 Absatz 1 StGB). Zum anderen ist Ihr erfolgreiches Bemühen zur Schadenswiedergutmachung zu berücksichtigen (vgl. § 56 Absatz 2 StGB).

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

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