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Strafmaß bei eingeschlagener Scheibe


18.03.2005 08:46 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Mein ehemaliger Pflegesohn (19 Jahre) ist in einer Jugendstrafsache angeklagt, eine Glasscheibe eingeschlagen und dadurch einen Schaden von 150,- € verursacht zu haben.
Er hat die Schuld in einem Schlichtungsgespräch und einer Anhörung beim Jugendrichter abgestritten (der Richter hatte Schuldanerkennung, Schadensersatz und 20 Sozialstunden empfohlen.) und ist darauffolgend beim Amtsgericht vom gleichen Richter auf Grund einer Zeugenaussage zu 1500,- € Geldstrafe (in Raten über ein Jahr zahlbar) und einer Haft von einer Woche ohne Bewährung verurteilt worden.
Die Frist zur Anfechtung des Urteils ist noch nicht abgelaufen.
Er befindet sich zur Zeit in der Lehrausbildung, hat ein monatliches Einkommen von 93,- € und ist ansonsten mittellos.
Er ist nicht vorbestraft.
Ist es aussichtsreich gegen die Höhe des Urteils in Berufung zu gehen?

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Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sollte bei Ihrem Pflegesohn tatsächlich Jugendstrafrecht zur Anwendung gekommen sein, handelt es sich bei der von Ihnen geschilderten Verurteilung wohl um die Verhängung eines Jugendarrestes gem. § 16 IV JGG in Verbindung mit einer Auflage (Zahlung eines Geldbetrages zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung) gem. § 15 I Nr. 4 JGG.

Bitte prüfen Sie zunächst anhand des Urteils, ob dem so ist.

Sollte die Tat, wirklich nur das Einschlagen einer Glasscheibe beinhalten, halte ich die verhängten Strafen (im Jugendstrafrecht spricht man von sog. Zuchtmitteln) für nicht angemessen. Dies insbesondere, da Ihr ehemaliger Pflegesohn nicht vorbestraft ist und sich in einer Ausbildung befindet.

Insbesondere die Auflage des Geldbetrages i.H.v. 1500,- Euro dürfte unangemessen hoch sein. Nach der gesetzlichen Regelung sollte der Geldbetrag aus Mitteln zu zahlen sein, über welche der Jugendliche selbst verfügt. Nun kenne ich die Vermögensverhältnisse des betroffenen nicht, gehe aber davon aus, dass der Betrag seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt.

Auch die Verhängung eines einwöchigen Jugendarrestes halte ich für nicht angemessen. Hier wäre die Verurteilung zu gemeinnützigen Arbeitsstunden erzieherisch sinvoll und angemessen gewesen.

Ich rate Ihnen daher unter dem Vorbehalt, dass es sich um eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht, wie oben beschrieben, handelt, das Rechtsmittel der Berufung einzulegen. Allerdings sollten Sie umgehend einen Strafverteidiger konsultieren und die Sache über eine Akteneinsicht prüfen lassen.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de
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