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Strafmaß bei angeblichem Diebstahl mit EC-Betrug


22.11.2007 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler



Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem von mir besuchten Bekleidungsgeschäft wurde der mir bekannten Besitzerin eine Geldbörse entwendet. Mit der darin befindlichen EC-Karte wurden anschließend ca. 1000 EUR abgehoben.

Da ich die letzte Kundin an diesem Tag war und der Besitzerin mein Name bekannt ist (ich bin seit 15 Jahren dort Kunde), da diese meinen Namen bei der Anzeigenerstattung an. Das Geld wurde von einer Bank in der Nähe meines Wohnortes abgehoben.

Die Kameras dieser Bank nahmen die Täterin / den Täter per Kamera auf, wobei die- oder derjenige wohl verschleiert gewesen sein soll. Die Person soll große Ahnlichkeit mit mir haben, was die Figur betrifft, die Finger und die Kinnpartie.

Nun meine Frage: Kann man aufgrund einer Ähnlichkeit verurteilt werden? Und mit welchem Strafmaß ist dann zu rechnen?

Ich habe noch keine Aussage zu dieser Tat gemacht, überlege aber allen Ernstes, ob ich nicht (ungerechtfertigterweise) die Tat zugeben sollte, da wohl viele Gegebenheiten gegen mich sprechen und ich so eventuell eine geringere Strafe erhalte als wenn ein Richter mich letztenendes doch schuldig spricht.

Vielen Dank im Voraus. Ich betrachte dies als erste Hilfegabe und werde mich selbstverständlich weiter an einen Anwalt in meiner Nähe wenden.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Aufgrund Ihrer Schilderung besteht zunächst gegen Sie ein Anfangsverdacht hinsichtlich der Entwendung der Geldbörse, sowie der Abhebung von Geldern mittels besagter EC-Karte. Es ist somit nicht ungewöhnlich, dass sie im Rahmen polizeilicher Ermittlungen als Zeugin oder sogar Beschuldigte vernommen werden sollen.

Vorliegend werden Sie aber wohl aufgrund Ihrer Ähnlichkeit mit der Person am Geldausgabeautomaten und der Tatsache, dass Sie am Tag des Diebstahls zuletzt im Laden waren, als Beschuldigte vorgeladen werden.

Als Beschuldigte einer Straftat steht Ihnen ein Zeugnisverweigerungsrecht zu, von dem Sie unbedingt Gebrauch machen sollten. Eine Verweigerung der Aussage wird Ihnen nicht negativ angelastet werden, auch wenn man dies als juristischer Laie oftmals nicht so recht glauben mag. Sie sollten des Weiteren unbedingt einen Rechtsanwalt aufsuchen, der zunächst für Sie Akteneinsicht nehmen kann und aufgrund der Tatumstände eine entsprechende Stellungnahme für Sie abgibt. Sofern lediglich die in Ihrer Sachverhaltsangabe beschriebenen Umstände festgestellt wurden, sieht es entgegen Ihrer Auffassung nicht allzu schlecht aus, eine Einstellung des Verfahrens mangels hinreichendem Tatverdacht zu erreichen.

Mit einer Anklage oder einer Ahndung im Strafbefehlsverfahren ist nur zu rechnen, wenn durch die Staatsanwaltschaft besagter hinreichender Tatverdacht festgestellt wurde. Ein solcher wird angenommen, wenn eine Verurteilung des Beschuldigten in dieser Angelegenheit mehr als wahrscheinlich, also größer als 50 % ist.
Eine letztendlich erfolgende Verurteilung setzt dagegen die völlige Überzeugung des Richters voraus, dass Sie Täterin gewesen sind. Es genügen dabei leichte Zweifel des Gerichts hinsichtlich einer Tatbegehung um Sie freizusprechen.

Allein die Tatsache, dass Sie zuletzt in dem Laden waren und die Person am Geldautomaten Ähnlichkeit mit Ihnen besitzt, reicht keinesfalls für eine Verurteilung aus. Hinsichtlich der Voraussetzungen für eine Anklage oder eines Strafbefehlsantrags können die Umstände jedoch womöglich als ausreichend angesehen werden, sofern noch weitere Indizien hinzutreten. Dies kann aber sicherlich auch nur abschließend nach Kenntnis der Ermittlungsakte beurteilt werden. Bei einer Anklage wäre die weitere Aufklärung einer Gerichtsverhandlung vorbehalten, bei einem Strafbefehl sollte unbedingt Einspruch eingelegt werden, wenn Sie nicht Täterin waren.

Wenn Sie die EC-Karte nicht entwendet haben, so sollten Sie auf keinen Fall diese Tat einräumen! Ein Verteidiger wird, wie bereits angedeutet, mit großer Wahrscheinlichkeit mittels entsprechendem Sachvortrag bereits im Ermittlungsverfahren einen hinreichenden Tatverdacht gegen Sie ausräumen können. Hierbei kommt es insbesondere auf die Umstände der angeblichen Tatbegehung an. Wo befand sich die besagte Geldbörse? Hatte die Besitzerin sie jederzeit im Blickfeld? Könnte eine vorherige Kundin das Portemonaie entwendet haben? War die Besitzerin ausschließlich mit Ihnen beschäftigt und das Geschäft möglicherweise noch geöffnet, so dass jemand anderes den Laden hätte betreten und die Geldbörse entwenden können? Weiterhin dräng sich die Frage auf, woher die wahre Täterin die Pin-Nummer kannte!? Hat die Besitzerin möglicherweise den Diebstahl vorgetäuscht um selbst Geld abzuheben? Kommen Familienangehörige oder Bekannte der Besitzerin als Täter in Betracht, wenn diese die EC-Karte separat von der PIN aufbewahrt, die Geheimnummer aber Dritten mitgeteilt hat? Haben Sie für den Tatzeitpunkt des Geldabhebens ein Alibi?

Alle diese Fragen und ggf. deren Antworten können erhebliche Zweifel an Ihrer Täterschaft begründen, so dass Sie zunächst hoffentlich etwas sorgenfreier einen Rechtsanwalt aufsuchen können, der Ihre Interessen vertritt.

Eine bloße Ähnlichkeit genügt im Übrigen in keinem Fall für eine Verurteilung. Sie kann lediglich Indizwirkung entfalten. Der Ihnen gemachte Vorwurf des Diebstahls und der Unterschlagung können mit Freiheitsstrafe bis zu 5 (Diebstahl § 242 StGB) bzw. 3 Jahren (Unterschlagung § 246 StGB) oder Geldstrafe bestraft werden, sofern keine erschwerenden Umstände hinzutreten. Prognosen zum Strafmaß bei einer Feststellung Ihrer Täterschaft verbieten sich jedoch aufgrund mangelnder Kenntnis der Gesamtumstände.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich einen erfahrenen Anwaltskollegen in dieser Angelegenheit zu suchen, der bereits im Ermittlungsverfahren für Sie tätig wird und nicht erst eine Anklageerhebung abwartet.

Für Rückfragen oder weiterer Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt


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Rechtsanwalt Michael Euler
Roßmarkt 21
60311 Frankfurt/Main
Tel: 069 36605388 – Fax: 069 92005959
Internet: www.RA-Euler.de
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