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Strafe nach Erwachsenenstrafrecht oder Jugendstrafrecht

| 17.05.2021 18:55 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


20:12

Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

mein Sohn hatte in seiner jugendlichen "Dummheit" und Verliebtheit zu seiner damaligen fragwürdigen Freundin einen schweren Fehler begangen. 2019 hatte er wohl einen Hundert Euroschein schlecht kopiert und wurde damit natürlich beim Bezahlen erwischt. Er hatte wegen / für seine Freundin sein ganzes Ersparnis eingebüßt und wohl in Geldnot geraten. Das Ganze passierte in Tschechien (da stammte seine Freundin her - Roma).
Mein Sohn war damals 19 Jahre alt. Heute, 2021, war nun der Prozess mit Urteilsverkündung. Strafe lautet 6 Monate Haft auf 2 Jahre zur Bewährung und 500 Euro Geldstrafe. Es wurde Erwachsenenstrafrecht angewendet, da er einen ansonsten tadellosen Lebenslauf hat und die Tat nicht "jugendspezifisch" gewesen ist. Dies ist für mich als Begründung sehr fragwürdig und unverständlich. Anzumerken sei noch, dass er geständig und reumütig ist.
Er hat eine Ausbildung abgeschlossen und ist auch zur Zeit Erwerbstätig. Das Entgelt ist nicht sonderlich hoch sodass Prozess und Strafe bereits jetzt eine Belastung sind.
Sonderlich finanziell unterstützen kann ich ihn nicht - dass hatte ich die letzte Zeit bereits getan.

Meine Frage nun lautet, lohnt es sich in diesem Fall Berufung einzulegen oder könnte es auch noch schlimmer kommen?

Vielen Dank mit freundlichen Grüßen


17.05.2021 | 19:48

Antwort

von


(2558)
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Sehr geehrter Ratsuchender,

angesichts Ihrer Darstellung sollte Berufung gegen das Urteil eingelegt werden.

Vorab als Information, dass es nach § 331 StPO im Falle einer Berufung nicht zu einer Verschlechterung kommt.

Die Annahme des Erwachsenenstrafrecht halte ich für nicht gerechtfertigt. So wie es schildern und warum es zur Tat gekommen ist, hätte Jugendstrafrecht angewendet werden müssen. Auch die Höhe der Strafe ist nicht angemessen, sofern Ihr Sohn keine Voreintragungen hat.

Jugendstrafrecht ist dann anzuwenden, wenn:

die "Art und Umstände der Tat eine jugendtümliche Verhaltensweise zeigen als auch die Beweggründe der Tat und ihre Veranlassung solche Merkmale erkennen lassen, die charakteristisch für einen jungen Menschen sind, der sich noch in einer für Jugendliche typischen Entwicklungsphase befindet." ( AG Rudolstadt, Urteil vom 13.08.2013, Az.:343 Js 33640/12 – 1 Ls jug).

In diesem Urteil sind genau die Voraussetzungen für die Anwendung des Jugendstrafrechts dargelegt.

Genau diese Voraussetzungen liegen bei Ihrem Sohn vor. Die Anfertigung einer schlechten 100-Euronote ist doch gerade typisch für einen Jugendlichen. Wenn er eine schlechte Kopie anfertigt und dann auch noch versucht diese in den Umlauf zu bringen, dürften keine Zweifel an dem jugendtümlichen Verhalten bestehen.

Daran ändert auch nichts, dass Ihr Sohn eine Ausbildung absolviert hat und erwerbstätig ist. Das steht der Anwendung des Jugendstrafrechts nicht entgegen.

Insgesamt sollte das Urteil daher überprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 17.05.2021 | 20:09

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle,

Vielen lieben Dank für die Antwort. Genau so sehe ich das auch und ich schlafe noch mal darüber.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.05.2021 | 20:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

freut mich, dass ich Ihnen helfen konnte.

Viel Erfolg, wenn die Entscheidung für die Berufung fallen sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 19.05.2021 | 09:18

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