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Strafbefehl wegen Körperverletzung


11.11.2006 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte ihnen hier meine Situation schildern und dann mit einer klaren Antwort über Chancen und event. Nachteile beraten werden.
Schilderung: Nach einem verlorenen Auswärtsspiel meines Vereines verliesen wir (9 Personen) das Stadion und gingen in einem Pulk von ca. 1000 Fans in Richtung Parkplatz. Unser Abstieg war damit fast besiegelt. Durch die Masse wurden wir getrennt. Vor dem Parkplatz verließ ich den Pulk um zu unseren Auto zu gelangen. Fast am Auto angelangt wurde ich von 3 gegnerichen Fans mit Rufen wie "Scheiß Dyn... und Absteiger beschimpft. Ich erwiederte den Ruf mit Scheiß Aue und lief in Richtung der 3 Personen. Einer von denen kam mir entgegen und stieß mich zurück mit den Worten,"Was willst du denn du Arsch". Ich stieß ihn ebenfalls zurück und fragte ob er Probleme will. Er erwiederte das mit,"da will ich aber dabei sein" und stieß mich erneut aber intensiver zurück. Ich schlug ihn daraufhin einmal mit der rechten Faust ins Gesicht und er ging zu Boden. Kurz danach kamen mehrere Polizisten auf mich zugelaufen. Ich nahm die Hände hinter den Kopf und ließ mich ohne Wiederstand fesseln. Später wollte ich mich noch beim geschädigten entschuldigen aber das wurde von der Polizei verhindert. Der Strafbefehl den ich jetzt bekam, fordert eine Strafe von mir, in Höhe von: 40 Tagessätzen a 36 € + Kosten wegen einer angeblich geschwollenen Lippe. Damit wäre ich doch vorbestraft oder? Mir erscheint das in Anbetracht dessen,das ich noch nie auffällig oder straffällig war, zu hoch. Die Anklage kommt vom Staat und nicht vom Betroffenen. Ich habe einen Zeugen der meine Aussagen bestätigen kann sowie noch einen der es aus grösserer Entfernung gesehen hat. Die gegneriche Seite hingegen beruft sich auf die Aussagen der gegnerichen Fans und der Polizei. Wie stehen meine Chancen bei einem Einspruch?

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

So wie Sie den Sachverhalt schildern liegt dem Strafbefehl der Vorwurf der Körperverletzung zu Grunde.
Auch wenn Sie die Antwort nicht weiter befriedigen wird, so werden Sie sich doch Ihr Verhalten vorwerfen lassen müssen. Die Tatsache, dass Sie sich auf die Provokation eingelassen und zusätzlich auf die so genannten Fans zugelaufen sind spricht hier eindeutig gegen Sie. Sie werden sich vorhalten lassen müssen warum Sie sich überhaupt der aggressiven Gruppe genähert haben, anstatt wie ursprünglich beabsichtig in den Wagen zu steigen.
Sofern in den durch Sie zensierten Ausrufen der Gruppe ein Ehrdelikt zu sehen ist, hätten Sie hier die Polizei bemühen müssen anstatt den Geschädigten zu schlagen.

Die Staatsanwaltschaft kann hier von sich aus tätig werden wenn sie das besondere öffentliche Interesse bejaht.

Erst ab einer Geldstrafe mit 90 Tagessätzen gilt man als vorbestraft.

Im Hinblick auf lediglich eine geschwollene Lippe und bei Gesamtwürdigung der Umstände (Provokation und Aggressivität der Gruppe) scheint es hier sinnvoll zunächst Einspruch einzulegen und eine Einstellung des Verfahrens anzuregen. Auf den Einspruch hin wird sodann eine Hauptverhandlung anberaumt.
Den Einspruch können Sie bis zum Schluss der Verhandlung noch zurücknehmen oder auf das Strafmaß beschränken. Letzteres bietet sich an, wenn Ihr monatl. Nettoeinkommen abzüglich etwaiger gesetzl. Unterhaltspflichten /30 niedriger als der im Strafbefehl angesetzte Tagessatz von € 36 ist und sich in der Hauptverhandlung zeigt, dass Sie in der Sache selbst keinen Erfolg erzielen können.
Es wäre auf jeden Fall sinnvoll rechtzeitig Akteneinsicht zu nehmen um die Erfolgsaussichten des Einspruches genau beurteilen zu können. Dies ist leider ohne Aktenkenntnis in keiner weise möglich. Evt. beauftragen Sie hiermit einen Kollegen vor Ort. Bitte beachten Sie die zweiwöchige Rechtsmittelfrist. Eine Entschuldigung bei dem Geschädigten wäre auch von Vorteil.


Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.


Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -
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