Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Strafbefehl wegen Beleidigung > Gegenanzeige?

23.05.2008 11:02 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Euler


Sehr geehrte Rechtsanwälte,

ich möchte gerne erfahren, ob eine Gegenanzeige in einem gegen mich anhängigen Verfahren wegen Beleidigung sinnvoll ist.

Ich lebe in einer Mehrfamilien-Haus-Siedlung mit einem zentralen, mit dem Pkw befahrbaren Müll-Platz. Anfang November letzen Jahres entsorgte ich dort 2 große Müllsäcke und wurde von einem älteren Herren "gestellt", der mich beschuldigte, den Müll unberechtigt abzuladen, da ich kein Mieter sei. Ich habe ihn auf meine Berechtigung hingewiesen, wurde aber weiter beschimpft und bin dann weggefahren.

Ich erhielt dann 2 Schreiben von der Staatsanwaltschaft:
1. mit einer Anfrage, wer zum Tatzeitpunkt Fahrer meines Pkws gewesen sei. Dieses beantwortete ich.
2. mit einer Anzeige wegen Beleidigung, aus der weder Zeuge noch Wortlaut hervorgingen. Ich habe die Staatsanwaltschaft (schriftlich, aber kein Einschreiben) gebeten, mir diese Informationen zukommen zu lassen.

Heute erhielt ich einen Strafbefehl, in dem mir folgende Aussage vorgeworfen wird: "Was willst Du Nazi-/Stasischwein von mir? Du warst bei der Gestapo, dass Du auf alles achtest."
Das Strafmaß ist mit 20 Tagessätzen a 40 Euro bemessen.
Ich werde gegen den Strafbefehl natürlich Widerspruch erheben.

Ist es weiterhin sinnvoll, gegen den Anzeigeerstatter meinerseits Anzeige zu erstatten, da er mich durch seine falsche Anschuldigung verleumdet o.ä.?

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Wenn gegen Sie als Beschuldigter in einem Strafverfahren ermittelt wird, sollten Sie sich bis auf weiteres nicht gegenüber der Polizei oder Staatsanwaltschaft äußern und einen Rechtsanwalt zu Ihrer Strafverteidigung beauftragen.

Im Rahmen der Strafverteidigung kann Ihr Rechtsanwalt dann Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen. Zwar haben Sie gemäß § 147 Abs. VII StPO einen Anspruch darauf, dass man Ihnen Auskünfte und Abschriften aus den Akten erteilt, jedoch ist diese Vorschrift vielen Staatsanwälten nicht bekannt bzw. werden entsprechende Anfragen –wie in Ihrem Fall nach dem Namen des Zeugen- oftmals schlichtweg ignoriert.

Ohne Kenntnis des Akteninhaltes sollten Sie sich jedoch nicht zu einer Gegenanzeige hinreißen lassen. Unter Umständen könnten Sie mit diesem Vorhaben sogar Angaben machen, die sich im Zusammenhang mit Ihren weiteren Aussagen im Hinblick auf den Akteninhalt als nachteilig herausstellen könnten. Zu Ihren Gunsten wird Ihnen eine Gegenanzeige sicherlich durch das Gericht nicht angerechnet werden, zumal Sie auch noch in der Hauptverhandlung dem Staatsanwalt zu erkennen geben können, dass Sie eine strafrechtliche Verfolgung des Anzeigeerstatters wünschen.
Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich eine von Ihnen initiierte Gegenanzeige ohne Kenntnis der Ermittlungsakte deshalb als Nachteilig erachten.

Sollten Sie keinen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen wollen, so sollten Sie zumindest noch mal gegenüber dem Gericht darauf bestehen, dass Ihnen vor Ihrer Verhandlung das Recht gewährt wird, die Ermittlungsakte einzusehen bzw. Ihnen hiervon gemäß § 147 Abs. VII StPO eine Abschrift zur Verfügung gestellt wird. Berufen Sie sich dabei explizit auf diese Vorschrift!

Für Rückfragen oder weiterer Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Euler
Rechtsanwalt


_____________
Rechtsanwalt Michael Euler
Roßmarkt 21
60311 Frankfurt/Main
Tel: 069 36605388 – Fax: 069 92005959
Internet: www.RA-Euler.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70800 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
So habe ich diesen Service gedeutet, als ich mich für die Nutzung entschieden habe. Auf meine konkrete Anfrage erhalte ich gut verständlich eine klare und kompetente Auskunft. Diese habe ich erhalten. Ein klares positives Votum ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde exakt beantwortet. Vielen Danke für diesen tollen Service. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle Reaktion auf die Frage und Rückfrage und was wichtiger ist, Verständliche und nachvollziehbare Antwort. ...
FRAGESTELLER