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Strafbefehl wegen 4-facher fahrlässiger Körperverletzung nach Verkehrsunfall

19.10.2008 14:19 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,


ich hatte einen Verkehrsunfall mit einer heftigen Frontalkollision.

Nach Angaben der Polizei spielte sich der Unfall wie folgt ab (ich selbst habe eine Amnesie zum Unfallhergang).
Infolge Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt übersahen Sie, dass vor Ihnen der PKW zum Abbiegen links blinkte, sich an der Fahrbahnmitte einordnete und abgebremst wurde. Erst in letzter Sekunde bemerkten Sie das Hindernis und zogen nach links auf die Gegenfahrbahn, wo Ihnen in diesem Augenblick ein PKW ordnungsgemäß entgegenkam.
Dies hatte für Sie vorhersehbar und vermeidbar zur Folge, dass es zu einer heftigen Frontalkollision der beiden Fahrzeuge kam, in welche auch noch der andere PKW verwickelt wurde. Neben meiner Frau und meiner Tochter (Ich selbst hatte Schleudertraum, HWS-Syndrom, Sternumfraktur, Thoraxprellung, Hautabschürfung, Amnesie) wurden in den anderen beiden Fahrzeugen durch die Wucht des Aufpralles 2 Personen zum Teil erheblich verletzt; eine Person erlitt Frakturen an Unterschenkel und Arm sowie Prellungen und HWS-Syndrom.

Die Staatsanwaltschaft hält wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amtes wegen für geboten.

Im übrigen wurde Strafantrag von einer Geschädigten Person form- und fristgerecht gestellt.

Anklage:

Durch eine Handlung durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung von 4 anderen Personen verursacht zu haben
Strafbar als
Fahrlässige Körperverletzung in 4 tateinheitlichen Fällen gemäß $$ 223 Abs. 1, 229, 230 Abs. 1, 52 StGB.

Die Strafe 750,- Euro zzgl. Bearbeitunggebühr von 63,50 Euro.

Meine Frage:

Habe ich eine Chance auf Einspruch gegen diese Strafe, da ich selbst mit meiner ganzen Familie betroffen war (meine Frau und 2 Kinder) und man mir keine Absicht unterstellen kann.
Eine geschädigte Person hat bereits 15.000 Euro Schmerzensgeld (Vorschuss) bekommen, warum oder welchen nutzen hat diese Person noch zusätzlich einen Strafantrag zu stellen ?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüssen

19.10.2008 | 14:58

Antwort

von


(110)
Mainzer Strasse 139-141
66121 Saarbrücken
Tel: 0681-9405552
Web: http://www.rechtsanwaeltin-stiller.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch eine Kollegin/ einen Kollegen vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und dem eingesetzten Betrag wie folgt:

Sie haben einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr erhalten.
Dies ergibt sich aus den von Ihnen zitierten Paragraphen.

Gemäß § 223 StGB (=“einfache“ Körperverletzung) wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt.

Wird die Körperverletzung durch FAHRLÄSSIGKEIT verursacht, wird nach § 229 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Ihnen wird NICHT vorgeworfen, dass Sie die Personen ABSICHTLICH verletzt haben.
Dies würde nämlich VORSÄTZLICHES Handeln voraussetzen.
Ihnen wurde fahrlässiges Handeln vorgeworfen.
Ihnen wurde vorgeworfen, dass Sie die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außeracht gelassen haben.

Ob Sie tatsächlich die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen haben oder nicht, kann nur nach erfolgter Akteneinsicht beurteilt werden.
Nur dann kann beurteilt werden, ob ein Einspruch gegen den Strafbefehl Aussicht auf Erfolg hätte.
Im Rahmen dieses Forums ist eine derartige Einschätzung daher nicht möglich.
Sie sollten daher umgehend einen Anwalt vor Ort beauftragen.
Der Kollege vor Ort kann dann Akteneinsicht nehmen und vorsorglich Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen.
Der Einspruch ist gemäß § 410 StPO innerhalb von 2 Wochen nach der Zustellung des Strafbefehls zu erheben.
Dies bitte ich zu beachten.

Gemäß § 230 StGB wird die fahrlässige Körperverletzung nur auf Antrag verfolgt, es sei denn die Staatsanwaltschaft bejaht das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung.

In Ihrem Fall wurde seitens der Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse bejaht.

Unabhängig davon, dass die eine Person einen Schmerzensgeldvorschuss erhalten hat, kann sie einen Strafantrag stellen.

Es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Verfahren.
Einmal das zivilrechtliche und auf der anderen Seite das strafrechtliche Verfahren.

Das Schmerzensgeld dient dazu die erlittenen Schmerzen und Verletzungen „auszugleichen“. Es dient also der Wiedergutmachung.

Eine Verurteilung vor Gericht bzw. ein Strafbefehl dient dazu, dass auf Sie durch Verhängung einer Strafe dermaßen eingewirkt wird, dass Sie sich in Zukunft verkehrsgerecht verhalten und die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beachten.


Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen und eine erste rechtliche Orientierung bieten konnte.


Mit freundlichen Grüßen

Tanja Stiller
Rechtsanwältin





Rechtsanwältin Tanja Stiller

ANTWORT VON

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