Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Strafbefehl nach Notwehr

13.04.2010 15:14 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Sachverhalt:

Ende 2008 waren zwei Bekannte (m/w) und ich in einer Kneipe zum Fußballschauen. Wir saßen an der Bar und hinter uns saßen an zwei Tischen 8-10 junge Männer im Alter zw 18 und 25. Diese Gruppe begann bereits nach wenigen Minuten lautstark zu grölen und die "gegnerische" Fans zu beleidigen.

Wir sind keine großen Fußball-Fans und waren somit auch nicht in involviert. Dennoch wurden auch wir nach ca. 1 Std. beleidigt, so dass ich nach einer schweren Beleidigung gegen meine Bekannte und mich zu dem Tisch ging und um Ruhe bat.

Prompt standen 4-5 Leute auf und umzingelten mich - es kam zunächst zu einer lautstarken verbalen Auseinandersetzung.

Der männliche Bekannte zog mich am Kragen aus der Rudelbildung zurück zum Tresen. Leider folgten mir 4-5 Männer, so dass ich mit dem Rücken zum Tresen stand und von dieser Überzahl massiv bedrängt wurde. Mir wurden von seitlich an den Hals gepackt und die Hände festgehalten. Vor mir stand ein sehr großer Mann der mich ebenso an den Armen gepackt hat. Nachdem ich einen Schlag von der Linken Seite auf die Schläfe und einen Tritt zwischen die Beine erhalten habe, habe ich mich mit einer kraftvollen Vorwärtsbewegung aus dieser Situatuion befreit. Dabei wurde der vor mir stehende Mann an der Nase getroffen und ging benommen zu Boden.

Umgehend kam Ruhe in die Situation und nach wenigen Augenblicken entschuldigte sich einer der Beteiligten für deren Verhalten. Nach ein paar weiteren Minuten traf die Polizei sowie ein Krankenwagen ein. Von da an, wurden wir von 2-3 Beteiligten als die "Täter" beschuldigt. Alle anderen Beteiligten waren spurlos verschwunden.

Nachdem ich bei der Polizei vor Ort die Aussage verweigert habe, habe ich mich nach Bekanntwerden eines Strafantrages des "Geschädigten" an einen RA gewandt. Dieser beurteilte nach Akteneinsicht die gegnerischen Zeugenaussagen als zu "abgesprochen" und "filmreif" - wir sollten zunächst abwarten und der Amtsanwaltschaft den Vorschlag um Einstellung des Verfahrens machen.

Nun - nach 18 Monaten - erhalte ich einen Strafbefehl nach §§ 223, 230 StGB und eine Geldstrafe zu 40 Tagessätzen à xy.

Dass ich an der zustandegekommenen Situation nicht ganz unschuldig bin, ist mir vollkommen bewusst. Schliesslich hätte ich mich erst gar nicht provozieren lassen sollen. Dennoch habe ich niemanden vorsätzlich verletzen wollen, sondern mich aus 4-5 Angreifern befreit nachdem ich bereits einen kräftigen Schlag auf die linke Schläfe erhalten habe.

Leider sieht das die Amtsanwaltschaft und der Richter anscheinend anders, so dass ich mir nun die Frage stelle, ob ich den Strafbefehl einfach akzeptiere oder Einspruch einlege - gefahrlaufend, dass ich erneut verdonnert werde und weitere Kosten tragen muss.

Ich habe leider keine Ahnung, ob es weitere "unabhängige" Zeugenaussagen gibt, die mich in irgendeiner Form belasten könnten.

Aufgrund der von mir hier gemachten Angaben, möchte ich Sie bitten, mir einen aus Ihrer Erfahrung schöpfenden Tipp zu geben. Mein RA wird sicherlich nicht vor Ablauf der Frist (Einspruch) eine weitere Akteneinsicht erlangen können.

Vielen Dank Im Voraus.
13.04.2010 | 16:50

Antwort

von


(24)
Martinskloster 9
99084 Erfurt
Tel: 0361 663 82 85
Web: http://www.rechtsanwalt-lukas.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzten kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Der Strafbefehl ist auf der Grundlage des Akteninhaltes ergangen. Da anscheinend von Ihnen keine Aussage erfolgte, dürfte sich in den Ermittlungsunterlagen wenig Entlastendes für Sie finden.
Möglicherweise ist die Bedrängnis, in welche Sie geraten waren nicht einmal erwähnt.

Nach Ihrer Schilderung halte ich die Verhängung von 40 Tagessätzen für zu hoch, wobei ich natürlich davon ausgehe, dass Ihr Führungszeugnis keinerlei Eintragungen aufweist.

Aber solche Einschätzungen sind immer mit großer Vorsicht zu betrachten, der Sachverhalt ist naturgemäß zusammengefasst und ohne Einblick in die Akten ist nur schwer eine seriöse Einschätzung möglich.

Wenn der Strafbefehl nicht bestandskräftig werden soll muss auf jeden Fall Einspruch eingelegt werden.
Sie sollten dann die Akte mit Ihrem Rechtsanwalt noch einmal genau durchsehen, um zunächst festzustellen, welcher Tatablauf sich überhaupt aus den Akten ergibt.

Sind die Aussagen tatsächlich abgesprochen, so dürfte es einem Verteidiger in den meisten Fällen in der mündlichen Verhandlung gelingen, dies herauszufinden und durch gezielte Nachfragen Widersprüche festzustellen.

Wenn Sie nämlich Einspruch einlegen, wird eine mündliche Verhandlung durchgeführt, in der alle Zeugen ihre Angaben einzeln und mündlich vor der/dem RichterIn machen müssen, unabhängig von einer polizeilichen Aussage.

Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass Ihre beiden Begleiter das Geschehen verfolgt haben und objektiv aussagen können.

Nicht zuletzt wird auch Ihre eigene Aussage vor Gericht nicht ungehört bleiben und kann ebenso wie Aussagen unbeteiligter Personen überzeugen.

Es ergeben sich also durchaus Möglichkeiten nach einem Einspruch.
Sollte die mündliche Verhandlung nicht in Ihrem Sinne ablaufen, so besteht auch die Möglichkeit, den Einspruch dann zurückzunehmen.
Es entstehen dann zwar Verfahrenskosten, die Strafe wird dann jedoch so, wie im Strafbefehl ausgesprochen rechtskräftig.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Einspruch auch beschränkt werden kann.

Ich hoffe Ihnen mit dieser überschlägigen Einschätzung geholfen zu haben, gern können Sie die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Freundliche Grüße


Rechtsanwalt Christian Lukas

Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2010 | 17:13

Sehr geehrter Herr Lukas,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich bin nicht vorbestraft. Meine beiden Begleiter haben Ihre Zeugenaussage auf postalischem Wege und ich über den RA gemacht. Diesen liegen also vor. Nach dem vorliegenden Strafbefehl sind noch 6 weitere Personen als Zeugen benannt (exkl. der Polizei). Diese "gehören" nicht zu mir.

Genau dies bereitet mir Sorgen. Mein RA sagte, dass die Aussagen meiner Zeugen und mir - und die abenteuerlichen "gegnerischen" Aussagen - eher auf eine Einstellung des Verfahrens und evtl. sogar auf eine Einleitung eines Verfahrens wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die anderen Beteiligten führt, als auf eine Veurteilung meinerseits.

Jetzt sieht das alles ganz anders aus. Entweder ist die Wahrnehmung meiner Begleitung und mir total verschoben und ich habe eine Gruppe von 8 Personen niedergeschlagen, oder die anderen Zeugenaussagen geben ein falsches Bild vom Hergang.

Ist es nicht so, dass man gerade bei so etwas wie Notwehr ohnehin schlechte Karten hat?

Vielen Dank vorab.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2010 | 17:37

Da ich die Aussagen der Zeugen nicht kenne, kann ich diese nicht beurteilen. Ich gehe davon aus, dass Ihnen Ihr Anwalt entsprechende Kopien zur Verfügung gestellt hat, bzw. Sie gemeinsam die Akte durchgesprochen haben, so dass Sie auch selbst ein Bild von der Situation haben.

Um es nochmal zu verdeutlichen: Abgesprochene Aussagen lassen sich am besten in der mündlichen Verhandlung entlarven. Je mehr Personen, um so schneller entstehen Widersprüche im Detail.

Lesen Sie die Aussagen selbst und beurteilen Sie, welcher Zeuge ggf. die Unwahrheit sagt. Nur Sie selbst waren anwesend!

Wenn die Voraussetzungen der Notwehr als Rechtfertigungsgrund gem. § 32 StGB (Strafgesetzbuch) zur Überzeugung des Gerichts vorliegen, so kommt Ihnen dies auch zugute.
Ob Sie eventuell "überreagiert" haben, kann vorliegend nicht eingeschätzt werden, sollte aber in einer mündlichen Verhandlung erörtert werden.

Sie haben also keinesfalls von vornherein schlechte Karten.

ANTWORT VON

(24)

Martinskloster 9
99084 Erfurt
Tel: 0361 663 82 85
Web: http://www.rechtsanwalt-lukas.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Sozialrecht, Strafrecht, Straßenverkehrsrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70465 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, kompetente und ausführliche Beratung! Dankeschön!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Habe etwas gewartet auf die Antwort, aber mein Angebot von € 25 war ja auch das Minimum, das man bieten kann, da stürzt sich nicht jeder Anwalt sofort darauf. Alles OK, ganz gutes System. Wer es sehr eilig hat, muss halt etwas ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank, Sie haben mir sehr geholfen! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen