Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Strafbefehl erhalten

27.06.2009 22:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Habe heute einen Strafbefehl erhalten.
Mir wird folgendes vorgeworfen :
Zitat aus dem Strafbefehl :

Ihnen wird zur Last gelegt am 20.04 und 27.09.2008 in (Wohnort) durch 2 selbstständige Handlungen in der absicht , sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen , das Vermögen anderer dadurch beschädigt zu haben das sie Vorspiegelung falscher oder Unstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum unterregten oder unterhielten .


1) Sie verkauften von ihrer Wohnung in (Wohnort) aus am 20.04.2008 der Zeugin ( Name der Zeugin ) über das Internetauktionshaus Ebay 6 Silbermünzen zum Gesamtpreis von 40 Euro inklusive Versandkosten. Die Zeugin überwies den Kaufpreis auf ihr Konto. Entsprechend vorgefasster Absicht lieferten Sie die Münzen bis heute nicht aus .

2) Am 27.09.2008 verkauften sie ausserdem ebenfalls über das Auktionshaus Ebay dem Zeugen (Name des zeugen) eine 50 Peso-Münze zum Preis von 650 Euro incl. Versandkosten. Auch diesmal bezahlte der Zeuge den kaufpreis ordnungsgemäß. Sie sandten jedoch ein leeres Paket.

Vergehen gemäß $$263 , 53 StGB

Meine Sichtweise der Vorfälle

zu 1) Die damalige Käuferin ersteigerte die besagten 6 Münzen bei meinen Auktionen. Sie drängte mir einen Versandkostenrabatt auf da ich die Münzen zusammen versenden kann. So weit so gut , ich bot ihr an die Münzen entweder versichert oder unversichert zu senden. Sie bevorzugte 40 Euro unversichert anstelle von 43 Euro versichert per paketdienst. Nun ja , ich versendete die Münzen , leider kamen sie nicht an.
Mehrere Monate später habe ich weitere Münzen verkauft. Unter anderem 3-4 identische Münzen wie bereits an die damalige Käuferin. Die Münzen waren zwar identisch aber nicht die selben!

Ich habe damals mehrere Sammlungslots auf diversen Auktionplattformen sowie Flohmärkten aufgekauft um eine Münzsammlung aufzubauen. Da ich wenig bis gar keine Ahnung hatte bot ich die Münzen die aufgrund des Edelmetalls wert hatten wiederum bei Ebay an. Durch das aufkaufen und wiederum verkaufen schätze ich die Stückzahl auf mehrere hundert dieser Münzen.

zu 2 )
Ich habe eine Goldmünze besessen. Habe diese vor 2 Jahren bei einem "Goldhändler" verkaufen wollen. Dieser begutachtete die Münze und bot mir einen sehr sehr niedrigen Preis für die Münze. Zwar in der Nähe des damaligen Goldpreises , jedoch eindeutig zu wenig. Aufgrund der tatsache das Goldmünzen bei Ebay gut laufen habe ich diese dann bei Ebay eingestellt.
Nicht lange nach Einstellung bekam ich eine Email des späteren Käufers. Er habe sehr großes Interesse an der Münze und würde diese gerne haben. Er möchte nicht die Auktion abwarten sondern sofort die Münze erwerben (ausserhalb von Ebay). Per Email wurde dann der Kaufpreis ausgemacht in Höhe von 650 Euro. Der Käufer erklärte mir auch das ein Versand per DHL nicht versichert wäre da der Wert über 500 Euro liegen würde. Nun ja , ich schlug dem Käufer per Email vor einen Werttransport zu veranlassen dessen Kosten er jedoch tragen müsste. Es belief sich auf knapp 25 Euro. Der Käufer meinte bisher sei alles gut gegangen mit dem Paketdienst daher sei ein Werttransport nicht erforderlich. Ich ließ mir per Email bestätigen das er einen unversicherten Versand wünscht und ich bestätigte ihm das er die Münze jederzeit zurückgeben könne falls es sich widererwartend um eine Fälschung handeln sollte.
Ich verpackte die Münze in einen recht großen DHL Karton. Zuerst die Münze incl. Kapsel in Papiertücher gewickelt , dann in eine kleine Plastikdose und den Karton mit Zeitung ausgefüllt. Das Gewicht des kartons betrug nur wenige Gramm. Im Nachhinein recht auffällig da der Karton recht groß war. Das Paket kam paar Tage später beim Käufer an . Dieser sagt nun das der karton zwar wie beschrieben ankam jedoch keine Münze drinlag. Mein Bruder hat mit mir die Münze verpackt . Da ich zu dieser Zeit auf Fernmontage war hat er das Paket auf einer naheliegenden Postfiliale abgegeben. Ich hatte das Paket nach dem Verpacken nicht mehr in der Hand.
Ich habe zwar vor paar Monaten eine Anhörung bekommen aber aufgrund von massiven zeitproblemen keine Angaben zur Sache gemacht. Ging davon aus das es zu einer Verhandlung kommt und ich dort meine Aussage machen kann.
Ich habe auf der besagten Poststelle mehr oder weniger alle Postsendungen aufgegeben. Egal ob es Pakete , gepolsterte Briefumschläge oder auch normale Briefe waren. Jeweils mit den verkauften Münzen drin. Durch tasten konnte natürlich jedermann bei den Briefen feststellen das es sich um Münzen handelt. Ich habe ungefähr eine "nichtankommenquote" von 10-15 Sendungen gehabt. Und das bei ca. 250 abgeschickten Sendungen. Meist waren es aber relativ günstige Münzen und ich habe den Käufern aus Kulanz ein Großteil des Kaufpreises erstattet. ( Ging oftmal um einstellige Eurobeträge ).
Im Fall der 6 Silbermünzen habe ich jegliche Kulanz abgelehnt da die Käuferin sehr "böse" Mails schrieb.
Im Fall der Goldmünze habe ich ebenfalls keine Erstattung angeboten da ich den versicherten Versand per Werttransport vorgeschlagen hatte und eigentlich auch nur diese Versandart wählen wollte , oder auch Selbstabholung. Leider ließ ich mich bequatschen vom Käufer.


Es sieht nun so aus das ich eine Strafe von 70 Tagessätzen erhalten habe und 2 Wochen Zeit habe einen Einspruch einzulegen.
Da ich in beiden Fällen mir keiner Schuld bewusst bin würde ich natürlich gerne den Einspruch nutzen.
Ich habe aber leider keinerlei Email-Verkehr oder Auktionen gespeichert . Weder von diversen Ankäufen der Lot´s noch vom verkaufen der Münzen. Selbst den Schriftverkehr per Email mit dem Goldmünzenkäufer habe ich nicht mehr.

Könnte ich trotzdem Erfolg haben mit einem Einspruch ?

Wie stelle ich den Einspruch? Einfach formlos oder direkt mit meiner Aussage ? Ist es sinnvoll einen Anwalt hinzuzuziehen? Auf welche Kosten käme ich ungefähr falls ein Anwalt mich vertritt und ich die Verhandlung(en) verliere ?

Nun ja eventuell findet sich hier auf dem Weg ein Anwalt der mich vertreten würde falls der Einspruch sinn macht. Das Amtsgericht ist in 54470 Bernkastel.

Hoffe alle notwenigen Angaben gemacht zu haben .

Mfg




27.06.2009 | 23:08

Antwort

von


(206)
Borussiastraße 112
44149 Dortmund
Tel: 0231/ 96 78 77 77
Web: http://www.ra-jeromin.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn Sie sich hier zu einem Einspruch entschliessen, dann sollten Sie umgehend einen Rechtsanwalt mit der weiteren Vertretung Ihrer Interessen beauftragen und keinesfalls selbst sofort schriftliche Angaben im Rahmen der Einspruchsschrift machen.

Denn Ihnen ist mangels Akteneinsicht nicht bekannt, welchen Sachverhalt die beiden Anzeigeerstatter zu Protokoll gegeben haben.

Aufgrund welcher konkreten Behauptungen Ihrer damaligen Vertragspartner sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Gericht derzeit von einer Straftatbegehung durch Sie ausgehen, wissen Sie nicht. Sie kennen zwar den Sachverhalt aus Ihrer Sicht, nicht aber, wie die beiden Anzeigeerstatter ihn jeweils schildern. Deren Schilderung muss sich naturgemäß nicht mit Ihrer Wahrnehmung decken.

Sich gegen einen Vorwurf sinnvoll zu verteidigen, den man nur pauschal (Betrug), nicht aber im Detail (Aussage der Anzeigeerstatter) kennt, ist kaum möglich.

Dass Sie sich vor einer eigenen Äußerungen zur Sache erst einmal darüber informieren, welchen Sachverhalt Ihre damaligen Vertragspartner im Rahmen der Anzeigeerstattung mitgeteilt haben, ist von elementarer Bedeutung.

Deswegen sollte ein Kollege zunächst Akteneinsicht für Sie nehmen.

Da auch mir diese Aussagen nicht bekannt sind, lassen sich die Erfolgsaussichten des Einspruchs aus der Ferne naturgemäß kaum seriös beurteilen.

Aufgrund Ihrer Schilderung sehe ich zu Fall 2) allerdings bereits jetzt gute Chancen. Denn wenn Ihr Bruder die Münzen mit Ihnen verpackt und dann das Packet zur Post gebracht hat, können Sie einen Zeugen dafür benennen, dass Sie die Münzen wie vertraglich geschuldet an den Käufer versandt haben.

Wer dann die Beweislast für das Ankommen trägt bzw. für den Verlust auf dem Postweg haftet, ist eine rein zivilrechtliche Frage. Den Betrugsvorwurf in dem Sinne "Geld kassiert-Ware behalten" könnte man Ihnen dann aber nicht mehr machen, sofern Ihr Bruder sich an diesen konkreten Fall erinnern kann und Ihre Angaben glaubhaft bestätigt.

Nach meiner ersten Einschätzung dürfte es daher bei Fall 1 verbleiben, wie hier die Chancen stehe, kann wie erwähnt ohne Akteneinsicht nicht seriös beurteilt werden.

Selbst wenn man die Tatsache "Geld kassiert- Warenversand nicht nachweisbar" so hinnehmen müsste, käme aufgrund des relativ geringen Schadens hier in der Hauptverhandlung noch eine Verfahrenseinstellung nach § 153a StPO: Absehen von der Verfolgung unter Auflagen und Weisungen gegen Zahlung einer Geldauflage in Betracht. Dann würde es nicht zum Urteil kommen.

Die möglichen Kosten einer anwaltlichen Vertretung werde ich Ihnen separat mitteilen.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
www.jeromin-kraft.de


ANTWORT VON

(206)

Borussiastraße 112
44149 Dortmund
Tel: 0231/ 96 78 77 77
Web: http://www.ra-jeromin.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Strafrecht, Fachanwalt Verkehrsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81240 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr nette Anwältin. Schnelle Antwort. Sehr ausführlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich empfehle diesen Anwalt weiter! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat mir wirklich weitergeholfen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER