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Strafbefehl aber Fakten unrichtig - was tun?

21.07.2013 22:05 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Gegen einen Strafbefehel kann binnen 2 Wochen Einspruch eingelegt werden. Wird dieser auf die Höhe der Tagessätze beschränkt, findet keine Überprüfung des tatsächlichen Geschehensablaufs statt. Beschränkt man den Einspruch nicht, kann das Urteil später negativ von dem Strafbefehl abweichen.

Hallo, ich habe Ende letzten Jahres eine Kofferraumladung Pflastersteine von einer Baustelle mit nach Hause genommen. Es waren ca. 200 Stück. Sie lagen etwas entfernt und waren der Firma bei den Pflasterarbeiten offensichtlich übrig geblieben. Ich bin davon ausgegangen, dass sie weggeworfen werden. Sie waren zudem beschädigt und stark verschmutzt. Beim Einladen hat mich jemand beobachtet und angezeigt. Tage später kam die Polizei und durchsuchte mein Haus und die Nebengebäude und fanden (natürlich) die Steine. Zwei Tage später kamen zwei Mitarbeiter der Pflasterfirma und haben die Steine wieder abgeholt. Ich bekam kurz darauf eine Rechnung darüber, die ich auch bezahlte (etwa 180 Euro). Zwischendurch kamen 3x die hiesigen Dorfpolizisten und bedrängten mich regelrecht, mit aufs Revier zu kommen und eine Aussage zu machen. Das habe ich abgelehnt. Nun - 7 Monate später- kam ein Strafbefehl. Ich wäre angeblich an betreffendem Tage 2x innerhalb 8h auf dieser Baustelle gewesen, um die Steine zu holen (was nicht stimmt, denn ich war nur einmal dort). Der Wert des Diebesgutes wurde mit 1500 Euro beziffert. Ich hätte somit zwei Taten begangen und solle nun für die "beide" Taten 90 Tagessätze a' 40 Euro zahlen. Allerdings liegt mein Einkommen bei etwa 600 Euro, denn ich bin nur teilzeitbeschäftigt angestellt. Was wäre nun ratsam, um die Angelegenheit etwas zu "entdramatisieren"? Ist es von Bedeutung, ob die Steine zurückgegeben wurden oder nicht? Wie kann ich das mit den zwei "Taten" richtigstellen? Die Höhe der Tagssätze zu regulieren wird da wohl etwas einfacher, oder? (Nachweis durch Verdienstbescheinigungen). Vielen Dank für eine Antwort.
21.07.2013 | 22:58

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts. Erlauben Sie mir zuvor jedoch den Hinweis, dass es sich hier um eine Ersteinschätzung handelt, die eine persönliche Beratung in der Regel nicht zu Ersetzen vermag.

Gegen den erlassenen Strafbefehl können Sie innerhalb von 2 Wochen nach seiner Zustellung Einspruch einlegen. Tun Sie dies, ohne eine weitere Einschränkung, wird der Fall insgesamt vor Gericht verhandelt. Der Einspruch muss darüber hinaus nicht begründet werden.

Innerhalb des Hauptverfahrens werden dann die Fakten umfassend erörtert und Sie haben ggf. die Möglichkeit, den genauen Geschehensablauf richtig zu stellen. Sofern danach nur eine Tat vorliegt, wird das Urteil voraussichtlich etwas geringe ausfallen, als bei der gegenwärtigen Gesamtstrafe. Auch die inzwischen vorgenommene Schadenswiedergutmachung wird sich für Sie günstig auswirken, sofern diese nicht bereits im Strafbefehlsverfahren berücksichtigt wurde. Letztlich wäre vermutlich auch zu thematisieren, ob die vorgenommene Berechnung hinsichtlich der Schadenshöhe von 1.500 € einer genaueren Überprüfung standhält.

Ob dadurch dann im Ergebnis wirklich eine Reduzierung der Anzahl der Tagessätze erreicht werden kann und wie hoch diese ausfällt, lässt sich ohne vorherige Akteneinsicht jedoch nicht beurteilen. Ebenso wenig die Frage nach der Möglichkeit einer Verfahrenseinstellung, die auf den ersten Blick jedenfalls auch nicht ausgeschlossen ist.
Es wäre insoweit zunächst zu klären, wie die Staatsanwaltschaft überhaupt auf die beiden Taten kam, wie der Schaden berechnet wurde und ob die Wiedergutmachung aktenkundig ist. Erst danach kann auch Ihre Frage, wie Sie dies richtigstellen können, beantwortet werden. Umfassende Akteneinsicht werden Sie allerdings nur über einen Verteidiger erhalten.

Hinsichtlich der Höhe des einzelnen Tagessatzes sollte der Einspruch in jedem Fall gegen Vorlage der letzten Monatsabrechnungen durchgreifen. Dieser läge in Ihrem Fall bei rund 20 € (600 € : 30 Tage). Dies ist in der Tat der von Ihnen schon geahnte "einfachere" Weg, da die Möglichkeit besteht, den Einspruch einzig auf die Berechnung der Höhe der Tagessätze zu beschränken, so dass keine Überpfüfung der Tatsachen mehr erfolgt.

Angesichts der problematischen Faktenlage wäre Ihnen zunächst aber zu raten, das nicht zu tun, um den Sachverhalt insgesamt in Ihrem Sinne aufzuklären. Sie sollten aber andererseits unbedingt beachten, dass gemäß § 411 StPO ein umfassender Einspruch auch zu einem schlechteren Ergebnis führen kann, was in Ihrem Fall eine Eintragung ins Führungszeugnis nach sich ziehen würde. Insoweit wäre auch für diese Überlegung ein vorheriger Blick in die Ermittlungsakte sinnvoll.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
und Strafverteidiger Matthias Düllberg, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Matthias Düllberg
Fachanwalt für Strafrecht

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