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Strafbefehl - Widerspruch einlegen

28.07.2014 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Zusammenfassung: Ist erst einmal ein Strafbefehl ergangen, wurden bereits vorhergehende Handlungsschritte versäumt, die zu einer Einstellung des Verfahrens insgesamt hätten führen können.

Anfang April wurde mir von einem aus einer Tankstelle herausfahrenden PKW die Vorfahrt genommen, so daß ich eine Vollbremsung machen musste, und dadurch auf die Gegenfahrbahn bis zum Bordstein (!) befördert wurde. Die Geschwindigkeit war vorschriftsgemäß (Ortschaft). Nach dem Schock folgte ich dem Fahrzeug und hielt diesen durch "ausbremsen" an. Der Insasse (19 Jähriger, mit Auto des Vaters) war sich keiner Schuld bewusst, hatte die Aktion nicht einmal bemerkt - wie auch immer das sein kann. Ich war sehr aufgeregt und in Rage, da dieses mir nehmen der Vorfahrt auf einer sehr stark befahrenen Strasse stattfand, und ich wirklich Glück hatte, dass zu diesem Zeitpunkt (ca. 12.00h mittags) kein Verkehr war. Ich nahm den Autoschlüssel des Fahrzeugführers und warf ihn zu ihm ins Auto. Ich sagte ihm noch daß ich ihn anzeigen würde, was ich dann anschliessend bei der Polizei auch tat - inzwischen ist diese jedoch abgewiesen worden!
Statt dessen liegt mir nun ein Strafbefehl vor (seit 22.07.14):
Der Fahrzeughalter wirft mir vor, den Schlüssel gegen seinen Kopf geworfen zu haben, und dadurch eine Beule und Schmerzen verursacht zu haben, was ziemlich utopisch erscheint...
Veranschlagt werden 30 Tagessätze in Höhe von 60,-€ - somit 1.800,-€+ Kosten des Verfahrens....
Ich bin weder Vorbestraft, noch habe ich Punkte in Flensburg. Wäre ich an diesem Tag nicht mit meinem Porsche gefahren, wäre ich mit Sicherheit nicht ohne Schaden davongekommen. Nun werde ich als eigentlich Geschädigter bestraft?
Bitte um Einschätzung der Rechtslage. Macht es Sinn innerhalb der 2 Wochen Frist Widerspruch einzulegen, bzw. auf Einstellung des Verfahrens zu plädieren? Zu was würden Sie raten, bzw. welchen genauen Wortlaut müsste ich verfassen? Vor Gericht möchte ich eigentlich nicht, da es dann ja unter Umständen noch mehr Kosten aufwirft, welche ich aufwenden müsste. Wenn ich mich richtig erkundigt habe, kann der Widerspruch, wenn dieser für mich nicht zufriedenstellend ausfällt, noch vor der Gerichtsverhandlung wieder zurückgenommen werden, richtig?
 

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:





Frage 1:
"Nun werde ich als eigentlich Geschädigter bestraft?"


Wenn Sie dem Anzeigeerstatter den Schlüssel an den Kopf geworfen haben wohl schon.

Die Aktion "den Schlüssel zu ihm ins Auto werfen" wirft ja auch gewisse Fragen nach Treffsicherheit und dahinter stehendem Willen auf.



Frage 2:
"Macht es Sinn innerhalb der 2 Wochen Frist Widerspruch einzulegen, bzw. auf Einstellung des Verfahrens zu plädieren?".



Zunächst einmal hätte es hier "Sinn gemacht" sofort nach der Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung einen Anwalt hinzuziehen.

Das Verfahren laufen zu lassen und erst knapp eine Woche nach Zustellung tätig zu werden verengt die Handlungsoptionen naturgemäß.

Ob es Sinn macht, kann nämlich nur die Akteneinsicht und die zusätliche Angabe Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse ergeben.

Allein daran bemisst sich die Sinnhaftigkeit der Einlegung eines Einspruchs gegen den Strafbefehl.




Frage 3:
"Zu was würden Sie raten, bzw. welchen genauen Wortlaut müsste ich verfassen? Vor Gericht möchte ich eigentlich nicht.."


Ein Vorgehen gegen den Strafbefehl führt zwingend zur Eröffnung der Hauptverhandlung, $ 411 I Satz 2 StPO. So viel schon einmal dazu.

Die Verfassung von Schriftsätzen ist von der Onlineberatung nach den Regeln dieser Plattform nicht abgedeckt.

Ganz allgemein kann man sagen, dass es aussreicht, wenn erkennbar wird wogegen und in welchem Umfang Sie Einspruch einlegen.


Ich würde an Ihrer Stelle einen Anwalt beauftragen der Einsicht in die Ermittlungsakte nimmt und Ihnen bestenfalls vor Ablauf der Frist mitteilt, was zweckmäßig ist.



Frage 4:
"Wenn ich mich richtig erkundigt habe, kann der Widerspruch, wenn dieser für mich nicht zufriedenstellend ausfällt, noch vor der Gerichtsverhandlung wieder zurückgenommen werden, richtig?"




Sie wissen ja gar nicht was Akteninhalt ist. Ohne Kenntnis des Inhalts der Akte ist der Einspruch eine Landung im Blindflug - insbesondere wenn Sie sich bereits zur Sache eingelassen hätten.


Der Einspruch kann bis zur Verkündung des Urteils im ersten Rechtszug zurückgenommen werden, § 411 III StPO.






Bedenken Sie bitte, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ich stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie gerne auch für eine weitere Interessenwahrnehmung jederzeit zur Verfügung. Klicken Sie dazu auf mein Profilbild, um meine Kontaktdaten einsehen zu können.




Mit freundlichen Grüßen

Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

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