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Strafbefehl §265a, §248a Einspruch einlegen?

| 30.09.2008 19:48 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ich habe vor kurzem folgenden Strafbefehl erhalten, Auszug:
"...
Strafbefehl
Die Staatsanwaltschaft klagt Sie an,
in XXX
am 18.03.2008
die Beförderung durch ein Verkehrsmittel in der Absicht erschlichen zu haben, das Entgelt nicht zu entrichten.

Sie benutzten gegen 7:50 Uhr den Regionalexpress ... von XXX bis XXX, ohne einen gültigen Fahrausweis zu besitzen, wobei Sie von Anfang an beabsichtigten, das Fahrgeld in Höhe von 6,90 Euro nicht zu zahlen.

Vergehen, strafbar nach
§§ 265a Abs. 1 , Abs. 3, 248a StGB

Das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung ist gegeben.

Beweismittel

I. Zeugen
1.Polizist
2.Schaffnerin/Kontrolleurin

II. Urkunden
Bundeszentralregister-Auskunft

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird gegen Sie eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15,00 Euro, insgesamt 450,00 Euro festgesetzt.
...
"


Nun möchte ich mal kurz schildern wie es zu diesem Vorfall gekommen ist. Also ich habe zu dieser Zeit, vorübergehend, bei meinen Eltern gewohnt und bin mit meiner Mutter jeden morgen von Zuhause in ein etwa 20 km entferntes Dorf gefahren, in dem meine Mutter arbeitet, um von dort mit dem Zug weiter in die Stadt zu fahren in der ich arbeite. Je nach dem wie meine Mutter arbeiten musste und wie die Züge fuhren kam es vor, dass ich noch einige Minuten auf der Arbeitsstelle meiner Mutter verbrachte, bevor ich zum Bahnhof ging. An diesem Tag habe ich mein Portemonnaie dort vergessen. Ich trage es immer in der Gesäßtasche meiner Hose und nehme es meist raus, wenn ich mich hinsetze. Da ich meine Fahrkarte immer erst im Zug kaufte, merkte ich leider erst während der Kontrolle der Fahrkarten, als ich mir eine Fahrkarte kaufen wollte, dass ich mein Portemonnaie nicht bei mir hatte. Ich musste dann meine Personalien angeben und da ich mich auch nicht ausweisen konnte wurde die Polizei zu meinem Zielbahnhof gerufen, zur Überprüfung der Personalien, die da auch als richtig bestätigt wurden. Vom Bahnhof musste ich mich dann von einem Arbeitskollegen abholen lassen, da ich ja auch kein Geld für den Bus hatte.

Und jetzt über ein halbes Jahr bekomme ich "plötzlich" diesen oben stehenden Strafbefehl. Ich habe bis jetzt nichts von der Deutschen Bahn bekommen, etwa Fahrpreis nachzahlen oder 40 Euro Strafe zahlen wegen schwarzfahren. Ich habe auch nie etwas von der Polizei/Staatsanwaltschaft bekommen das ich eine Aussage zur der Sache machen soll, als die Polizisten an dem Tag das aufgenommen haben, habe ich auch keine Aussage gemacht.
Und meiner Meinung nach finde ich es ganz schön heftig, für eine nicht gekaufte Fahrkarte von 6,90 Euro jetzt 450 Euro (531,00 mit Gebühren) zu zahlen. Denn diesen Vorsatz der mir vorgeworfen wird ("wobei Sie von Anfang an beabsichtigten, das Fahrgeld in Höhe von 6,90 Euro nicht zu zahlen") finde ich absolut nicht haltbar. Denn ich bin die Stecke jeden Tag zur Arbeit gefahren, warum sollte ich auf einmal so etwas tun? Weiterhin gibt es ja Zeugen, meine Mutter und der Arbeitskollege, dafür dass ich mein Portemonnaie vergessen habe. Ich habe bis jetzt auch noch nie eine Anzeige wegen schwarzfahren bekommen.

Nun zu meiner Frage, is es sinnvoll hier Einspruch einzulegen? Denn freigesprochen werd ich ja sicherlich nicht oder? Da ich ja ausversehen schwarzgefahren bin, aber halt nicht Vorsätzlich.
Also wie sollte ich mich verhalten? Einspruch einlegen und auf einen Freispruch hoffen oder lieber die Strafe zahlen, da das Risiko hoch ist dass die Kosten sich erhöhen? (Ich habe im Moment auch keine Rechtsschutzverschicherung, kann man so eine Hauptverhandlung auch sinnvoll ohne Anwalt durchziehen? Ansonsten wird der sicherlich wieder teurer als die ursprünglichen 450 Euro)
Ich hoffe Sie können mir da weiter helfen.
(Und ist es so in Ordnung das ich nie dazu aufgefordert wurde mich zu der Sache zu äussern?)

Eigentlich wollte ich sofort Einspruch einlegen, weil mir 450 Euro für einen nicht gezahlten Betrag von 6,90 Euro schon sehr hoch vorkommen und wegen diesen nicht zutreffenden Behauptungen. Aber nach einer kleinen online Recherche kam ich auf diese Seite und hab mich dazu entschlossen mir hier erstmal eine kleine Auskunft zu holen. Bin also neu hier und falls ich etwas falsch gemacht habe oder der Einsatz zu niedrig ist, bitte ich Sie mir das einfach zu schreiben, danke...

mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

ich danke zunächst für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Sie sollten in jedem Falle Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen. Nach Ihren Schilderungen haben Sie sich mangels Vorsatzes bereits nicht strafbar gemacht. Ein fahrlässiges Erschleichen von Leistungen gibt es nicht. Im Stafverfahren gilt der unbedingte Schuldnachweis, d.h. nicht Sie müssen den mangelnden Vorsatz beweisen, sondern das Gericht muss von Ihrer Schuld überzeugt sein.

Des Weiteren wurde Ihnen bislang keine Gelegenheit gegeben, sich zu der Sache zu äußern. Ein Strafbefehl hätte daher gar nicht erlassen werden dürfen.

Ich gehe daher davon aus, dass Sie in einem sich anschließenden Verfahren freigesprochen würden oder dass dieses Verfahren zumindest eingestellt wird.

In der Zwischenzeit sollten Sie sich um eine Begleichung des Fahrpreisentgeltes gegenüber der Deutschen Bahn bemühen.

Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.10.2008 | 10:02

Vielen dank für die schnelle Antwort.
Ich werde dann gleich heute das Schreiben für den Einspruch fertig machen, da kann ich diesen Text hier ja gleich als Begründung nutzen.
Wenn es zu einem Verfahren kommen sollte, könnte/darf man das auch ohne Anwalt bestreiten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.10.2008 | 19:51

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können sich ohne Anwalt verteidigen.

Den Einspruch sollten Sie mit einer genauen Schilderung der Umstände versehen, wie Sie dies auch in Ihrer Anfrage getan haben.

Ich drücke die Daumen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

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