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Strafaufschub aufgrund familiären Nachteilen

16.11.2010 13:15 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


hallo,

ich suche dringend, einen anwalt, der mir bei einem Strafaufschub behilflich ist. Ich hätte im September, eine Hafstrafe von 4 Monaten antreten müssen. Ich habe einen 2 jährigen Sohn, jetzt hab ich Haftaufschub bekommen, da er eine Zahnoperation hatte. Vorraussichtlich bis anfang Dezember. Nun ist die Situation aber so, ich habe meine alte Bewährung wiederrufen bekommen, 11 Monate.

Es geht eigentlich darum, mein Lebensgefährte ist derzeit im offenen Vollzug, wird vorraussichtlich im April entlassen. Nun ist meine Frage, ob es nicht zu erreichen wäre, dass ich meine Haftstrafe nach seiner Entlassung antreten könnte. Ich könnte zwar meinen Sohn mitnehmen, aber es wäre wieder mit einer längeren Trennung von seinem Vater verbunden, von der er sich gerade erholt hat, da sein Papa jetzt Urlaub und Ausgang hat sein 3 Monaten. Es wäre für ihn eine enorme Psychische Belastung.

Außerdem, würde es auch die Resozialisierung meines Mannes beeinträchtigen, da er außer uns niemanden hat, und er dann seine Urlaube und Ausgänge nicht mehr wahr nehmen könnte. Welche ja wichtiger Teil seines Vollzugsplanes sind.

Ich hoffe, es kann mir jemand helfen.

mit freundlichen Grüßen
Eingrenzung vom Fragesteller
16.11.2010 | 13:36

Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratsuchender,

gemäß § 456 StPO kann auf Antrag des Verurteilten kann die Vollstreckung aufgeschoben werden, sofern durch die sofortige Vollstreckung dem Verurteilten oder seiner Familie erhebliche, außerhalb des Strafzwecks liegende Nachteile erwachsen. Der Strafaufschub darf dabei den Zeitraum von vier Monaten nicht übersteigen.

Damit Ihnen (weiterer) Aufschub der Haftvollstreckung gewährt wird, müssen Nebenwirkungen der Strafe eintreten, die über das gewöhnliche Strafübel hinausgehen und bei späterer Strafvollstreckung vermeidbar oder wenigstens gemildert wären. Hier ist an eine schwere Krankheit oder eine in Kürze zu absolvierende Ausbildung zu denken. Ob es dafür wie in Ihrem Fall ausreicht, dass Ihr Kind seinen Vater für einen überschaubaren Zeitraum nicht sieht, ist zumindest fraglich. Auch wird die 4-Monats-Frist im Wege stehen.

Es schadet jedoch nicht, es zumindest zu versuchen. Sie sollten daher die zuständige Staatsanwaltschaft alsbald anschreiben und ihr mitteilen, dass bei einem Strafantritt keine Möglichkeit besteht, dass sich das kind von dem vater entfremdet und dieser in Kürze die betreuung des Kindes übernehmen könnte. Wichtig ist hierbei, dass Sie glaubhaft machen, dass bei einem Aufschub begründete Aussicht besteht, dass eine bessere, für Ihr Kind tragbare Lösung gefunden werden könnte.

Im Übrigen können Sie die Einreichung eines Gnadengesuchs ins Auge ziehen. Zwar hätte auch ein Gnadengesuch keine aufschiebende Wirkung. Das Gericht kann jedoch bei Einreichung eines Gnadengesuches einen Aufschub der Vollstreckung der Haftstrafe bis zu einer Entscheidung über das Gnadengesuch anordnen. Außerdem könnte im Rahmen eines Gnadengesuchs auch ein Strafaufschub von mehr als 4 Monaten gewährt werden. Auch im Rahmen eines Gnadengesuchs müssen Sie die für Ihr Kind sprechenden Gründe ausführlich anführen

Gern bin ich Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer rechtlichen Interessen behilflich. Bei Interesse kontaktieren Sie mich bitte über unten genannte Email-Adresse. Die weitere Interessenvertretung wird jedoch in jedem Fall auch weitere Kosten verursachen.

Und noch ein kurzer Einwurf in eigener Sache: Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass jeder Ratsuchender redlich ist. Leider wird dieser gute Glaube im Einzelfällen enttäuscht. Sie sollten daher dafür Sorge tragen, dass der hier ausgelobte Einsatz auch eingezogen werden kann und nicht rückgebucht wird. Ansonsten müsste ich davon ausgehen, dass Sie von Anfang an nicht die Absicht hatten, meine Beratungsleistung zu honorieren. Das erfüllt den Straftatbestand des Eingehungsbetruges. Dieser würde von mir in jedem Fall zur Anzeige gebracht werden.

Ansonsten stehe ich über die Nachfragefunktion für ergänzende Erläuterungen gern zur Verfügung. Ich bedanke mich in jedem Fall bereits jetzt für das mir entgegengebrachte Vertrauen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt

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