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Strafanzeige wegen Betrug

| 03.10.2011 12:40 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein Schreiben von der Kripo bekommen, woraus hervor geht, das ich jemanden betrogen haben soll ( Verkauf einer Playstation bei E-Bay).
Nun ist es aber so, das ich weder eine Playstation verkauft habe, noch kann ich etwas mit dem Nachnamen des Anzeigenden in dem Schreiben anfangen.

Es ist so, das mein Mann im Dezember 2010 eine Playstation verkauft hat . Der Käufer behauptet, diese Playstation sei defekt bei ihm angekommen und mein Mann einigte sich mit ihm darauf, das der Käufer die Playstation zurück sendet zur Prüfung. Das Paket ist hier aber nicht angekommen. Mein Mann bat den Verkäufer daraufhin ( weil der behauptet, das Paket abgeschickt zu haben) ihm den DHL Einlieferungsbeleg zukommen zu lassen, oder zumindest bei DHL nachforschen zu lassen. Das hat der Käufer nicht gemacht und mein Mann hat natürlich nicht den Kaufpreis zurück überwiesen.

Und nun kommt, wie oben beschrieben, eine Anzeige wegen Betrugs gegen mich, obwohl ich nun rein garnichts mit dem Verkauf der Playstation zu tun habe.

Wie soll ich mich verhalten? Soll ich den mir angekündigten "Anhörungsbogen" ausfüllen, oder muß ich das nicht ( ich bin ja der falsche Ansprechpartner). Oder reicht es, die Kripo zu informieren, das ich niemals eine Playstation verkauft habe? Und; kann ich denjenigen, der mich angezeigt hat, nun wegen " Falscher verdächtigung" anzeigen?

MFG


Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:


Weder Sie noch Ihr Mann haben sich des Betrugs strafbar gemacht.



Betrug, § 263 StGB ( Strafgesetzbuch)setzt folgendes voraus:

Es muss in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, eine Täuschungshandlung vorgenommen worden sein, dadurch ein Irrtum erregt und ein Vermögensschaden eingetreten sein.


Der von Ihnen dargestellte Sachverhalt würde nur dann den Tatbestand des Betrugs erfüllen, wenn der Käufer getäuscht worden wäre, wenn also von vornherein die Absicht bestanden hätte, ihm durch das Übersenden der defekten Playstation einen Schaden zuzufügen.



Gerade das ist nicht der Fall.



Der Käufer hat behauptet, die Playstation sei defekt, hat behauptet, sie zurückgeschickt zu haben, was er jedoch nicht nachweisen konnte.



Ihr Mann brauchte ihm daher den Kaufpreis nicht zurück zu überweisen.



Wie sollten Sie sich verhalten?



Sie haben zwar als Beschuldigter das Recht, zu schweigen.


Über dieses Recht müssen Sie auch bevor Sie eine Aussage bei der Polizei machen ordnungsgemäß belehrt werden.

Sie brauchen weder bei der Polizei zu erscheinen, noch müssen Sie eine Aussage tätigen.


Nur Ihre Personalien müssen Sie angeben.



Von diesem Recht sollte man jedoch dann keinen Gebrauch machen, wenn man entlastende Tatsachen vorzubringen hat.


Dies ist in Ihrem Fall gegeben.


Sie sollten daher genau erfragen, was man Ihnen vorwirft und dann bei der Polizei Ihre Angaben machen, indem Sie den Sachverhalt so schildern, wie er sich zugetragen hat.



Überlegen Sie sich vorher genau was Sie aussagen und machen Sie sich Notizen um nichts durcheinander zubringen.


Dann wird das Verfahren gegen Sie nach § 170 II StPO mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt werden, bevor es zu einer Anklage kommt.



Was den Anzeigeerstatter anbelangt, so könnte sich dieser wegen falscher Verdächtigung strafbar gemacht haben, § 164 StGB.


Das wäre dann der Fall, wenn er wider besseres Wissen bei einer Behörde einen anderen einer rechtswidrigen Tat verdächtigt hätte, gegen ihn ein behördliches Verfahren herbei zu führen.


Ob er eine falsche Verdächtigung tatsächlich begangen hat, hängt von den näheren Umständen des Einzelfalls ab.


Der dringende Tatverdacht besteht jedoch, so dass Sie ihn auch anzeigen können.






Ich hoffe, Ihre Fragen beantwortet zu haben.



Sehr gerne können Sie bei Unklarheiten nachfragen.





Mit freundlichen Grüßen




Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht

















Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2011 | 13:41

Sehr geehrte Frau Schiessl, besten Dank für die schnelle Antwort.
Zum besseren Verständnis: ich bin zwar die beschuldigte, habe aber mit dem Vorgang nichts zu tun! Also müßte es doch reichen, wenn ich der Kripo diesen Umstand mitteile.
Oder sollte ich der kripo auch mitteilen, das nicht ich, sondern mein Mann die Plaistation verkauft hat?
Wie die Kripo auf mich gekommen ist, das ist mit unerklärlich. Weder das Konto, auf das der Käufer überwiesen hat, noch der Ebay Account sind meine.
Auch der E-Mail Verkehr lief immer über die E-Mail Adresse meines Mannes.

Ich frage mich nur, warum ich den Gegner "schlau" machen soll und wie es sein kann, das jemand einen anderen einfach so anzeigen kann.

MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2011 | 13:52

Sehr geehrte Fragestellerin,


vielen Dank für Ihre Nachfrage.


Sie sollten den Sachverhalt möglichst detailliert aufzuklären helfen.


Die reine Angabe, dass Sie mit dem Sachverhalt nichts zu tun haben, dürfte nicht genügen, um den Tatverdacht gegen Sie, der sich ja aus detaillierten Angaben des Anzeigeerstatters ergeben hat, auszuräumen.


Sie machen also den Gegner nicht schlau, sondern entlasten sich nur selbst


Die Staatsanwaltschaft, die sich hier der Polizei bedient, hat die Aufgabe, einen Sachverhalt so genau wie möglich zu ermitteln und entlastende und belastende Umstände zu erforschen.


Sie brauchen Ihren Mann natürlich nicht zu belasten.


Als Ehefrau haben Sie ein Zeugnisverweigerungsrecht und brauchen, was Ihren Mann betrifft keine Angaben zu machen.


Da dieser sich jedoch ebenfalls nicht strafbar gemacht hat, dürfte sich hier kein Problem ergeben.





Mit freundlichen Grüßen




Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht


Bewertung des Fragestellers 03.10.2011 | 14:20

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.10.2011 5/5,0
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