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Strafanzeige wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage gm. § 185 StGB

| 23.01.2013 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Wegen Rückenschmerzen suchte ich eine Chiropraktiker auf, der auch Masseur ist. Die erste Massage war einwandfei, er empfahl mir 5 Folgemassagen und verlangte Vorauszahlung. Bei der zweiten Massage lief es ganz anders ab und ich wurde auch an den Oberschenkelinnenseiten, am Po und an der Brust massiert ohne vorherige Aufklärung durch den Therapeuten. Weil ich damit überhaupt nicht gerrechnet habe, bin ich in eine Art Schockstarre verfallen und habe während der Behandlung nichts gesagt. Hinterher redete der Masseur mir ein, ich hätte psychische Probleme, er hätte gemerkt, wie ich mich bei einigen Berührungen angespannt hätte ich solle mich mehr für ihn "öffnen", sonst würde die Massage nicht wirken. Er hat mir zum Abschied noch Küsschen gegeben, obwohl ich den Mann erst zwei Mal vorher gesehen hatte.

Ich habe die Therapie abgebrochen, mich beschwert und bekam mein Geld zurück, es kam aber nie eine Entschuldigung oder Erklärung auf meine schriftliche Beschwerde. Als mir die Lebensgefährtin von ihm mit Verleumdungsklage gedroht hatte, weil sie herausgefunden hatte, dass ich es jemandem erzählt habe, war ich 2 Monate nach der Tat bei der Polizei.

Meine Frage wäre nun: Die Freundin und der Masseur behaupten, mich über die Massagetechnik aufgeklärt zu haben, was nicht stimmt. Da steht ja wohl Aussage gegen Aussage.

Ich hätte mich nicht kritisch geäussert während der Tat - das stimmt. Aber habe ich damit keine Chance zu beweisen, dass ich es trotzdem als Beleidigung empfunden habe? Währendessen konnte ich das zugegebenermassen gar nicht einordnen und war verwirrt, aber danach war es ganz deutlich, ich fühlte mich missbraucht und kann seit dem nicht mehr damit abschliessen und will jetzt auch einen Psychologen aufsuchen.

Verschiedene Masseure haben mir bestätigt, dass Brustmassagen bei meiner Indikation weder üblich, noch zulässig seien. Auch das Einrenken geschieht üblicherweise mit BH und ich sollte meinen ausziehen. Der Masseur streitet die Brustmassage nicht ab, er sagte, er hätte mich darüber aufgeklärt.

Ich kann es natürlich nichts beweisen, ich war ja allein mit dem Masseur, er hatte den Termin auf Samstag morgens gelegt und da war niemand sonst in der Praxis.

Mir ist das alles erst klar geworden, als ich die Masseure gefragt hatte. Vorher war es ja nur ein ungutes Gefühl. Die Polizei meinte, das ungute Gefühl reiche für eine Anzeige.

Soll ich mir jetzt einen Anwalt nehmen, der mich bei einer eventuellen Verhandlung etwas abfedert oder schätzen Sie das alles als so geringfügig ein, dass die Sache eingestellt wird. Ich musste insgesamt zwei Mal aussagen. Beim ersten Mal hiess es, ich hätte Akteneinsicht, beim zweiten Mal, ich hätte keine ohne Anwalt. Was stimmt'?

23.01.2013 | 22:05

Antwort

von


(1969)
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26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Das Gesetz sieht ein Akteneinsichtsrecht zunächst nur für den Rechtsanwalt des Verletzten vor, siehe § 406e StPO: Akteneinsicht . Kann der Verletzte aber ein berechtigtes Interesse darlegen, kann der zuständige Staatsanwalt auch ohne Einschaltung eines Rechtsanwaltes Auskünfte oder Abschriften aus den Akten erteilen bzw. die Polizei zur Auskunftserteilung ermächtigen, vgl. § 406e StPO: Akteneinsicht .

Der Tatbestand der Beleidigung auf sexueller Grundlage wird regelmäßig von der Rechtsprechung dann angenommen, wenn die besonderen Begleitumstände, unter denen die sexuellen Handlungen angebahnt oder vorgenommen werden, oder die Art und Weise ihrer Vornahme das Verhalten des Täters als einen Angriff gegen die Ehre erscheinen lassen. Nach Ihrer Schilderung ist dies nicht auszuschließen, insbesondere wenn Sie im Vorfeld nicht ausreichend darüber aufgeklärt wurden. Allein aus dem „Geschehenlassen" lässt sich eine Einwilligung in die sexuellen Handlungen regelmäßig nicht ableiten, wenn man die Begleitumstände betrachtet. Auch würde ich die Angelegenheit nicht als geringfügig bezeichnen.

Nicht nur wegen der dann ggf. möglichen Akteneinsicht, sondern insbesondere um einen gewissen Abstand zu dieser persönlichen und psychisch belastenden Erfahrung einhalten zu können, empfehle ich Ihnen, bereits jetzt einen (am besten auf Sexualstrafrecht spezialisierten) Anwalt bzw. Anwältin vor Ort mit der Angelegenheit zu betrauen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Rückfrage vom Fragesteller 23.01.2013 | 22:13

Danke für Ihre Einschätzung. Sie empfehlen einen Anwalt einzuschalten, um psyschisch "geschont", sachlich vertreten und ggf. Akteneinsicht zu bekommen. Aber zwingend ist dies für mich doch nicht. Im schlimmsten Fall wird die Sache abgewiesen und ich habe ausser meinem Stolz doch nichts verloren, oder?

Rückfrage vom Fragesteller 23.01.2013 | 22:18

Danke für Ihre Einschätzung. Sie empfehlen einen Anwalt einzuschalten, um psyschisch "geschont", sachlich vertreten und ggf. Akteneinsicht zu bekommen. Aber zwingend ist dies für mich doch nicht. Im schlimmsten Fall wird die Sache abgewiesen und ich habe ausser meinem Stolz doch nichts verloren, oder?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.01.2013 | 22:38

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Zwingend ist die Einschaltung eines Rechtsanwaltes nicht, und Sie können insoweit auch nichts "verlieren". Es ist aber natürlich nicht auszuschließen, dass der Masseur seinerseits wie angedroht Anzeige wegen Verleumdung o.ä. erstattet, wobei ich diesbezüglich aber wenig Aussicht auf Erfolg sehe.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.01.2013 | 22:47

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