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Stornogebühren bei Kreuzfahrten

| 28.05.2019 22:56 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Wir haben am 22.5.2020 bei Sonnenklar.TV am Abend eine Kreuzfahrt gebucht für 2999€ uns wurde die Option angeboten ,dass wir 3 Tage Zeit haben um abzusagen wir haben am Telefon gesagt diese Option brauchen wir nicht am Abend haben wir im Internet, dann die gleiche Reise zum gleichen Zeitpunkt viel günstiger gefunden aus diesem Grund wollten wir am Morgen des nächsten Tages 23.5. stornieren da wurde uns am Telefon gesagt es fallen Storno Kosten an von 35 Prozent des Reisepreises an die Reise findet aber erst im August 2020 statt ohne Flug da der Beginn und Ende Warnemünde ist wir haben deshalb die Anzahllung von1200€ getätigt weil uns der Geldverlust 2500€ zu hoch ist, würden aber trotzdem gern von der Reise zurück treten haben wir eine Chance und bei welchen Gebühren für einen Rat wären wir Ihnen dankbar
29.05.2019 | 00:37

Antwort

von


(703)
Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
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Web: http://doreen-prochnow.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzliches:
Ein Widerrufsrecht bei gebuchten Reisen ( auch im Fernabsatz) gibt es nicht.
Die ihnen angebotene Option haben sie nicht genutzt, wobei etwas unklar ist, was mit OPtion gemeint ist. Ich gehe von einer möglichen (kostenpflichtigen) Buchung dieser kostenlosen Stornierungsoption aus, dies sie nicht in Anspruch genommen haben.

Anderes kann nur gelten, wenn die Option allgemein angeboten wird. Sie sollten also bei Sonnenklar anrufen und nach dieser 3-Tages-Regelung fragen, eventuell lässt man diese oder auch die Vereinbarung hierüber auch noch aus Kulanz zu.

Ich sehe keine Möglichkeit von der Reise kostenfrei zurückzutreten. Wie hoch ser Satz allerdings ist lässt sich kaum abschätzen.

Grundsätzlich hkönnen sie nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/651h.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 651h BGB: Rücktritt vor Reisebeginn">§ 651 h BGB</a> zurücktreten, wobei der Veranstr und verlangt utopische Ersatzzahlungen, so bleibt ihnen nur auf die Rückzahlung der Anzahlung zu klagen, wobei ich optimistisch bin, dass eine Klausel, die einen pauschalisierten Schadenersatz von 35 % bei über 400 Tagen bis zum Reiseantritt zuläßt, unwirksam ist, da solch eine Schadenshöhe kaum zu erwarten ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
<!--dejureok-->


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Rückfrage vom Fragesteller 29.05.2019 | 08:54

Mit der Option war gemeint ,dass die Reise 3Tage reserviert werden konnte um bei eventuellen Zweifel nach 3Tagen dann immer noch kostenlos zu stornieren wir haben darauf verzichtet als wir darauf hingewiesen worden sind ,weil wir uns sicher waren ,daß wir gut gebucht haben erst als ich das gleiche Angebot 1200€ günstiger fand habe ich gemerkt ich habe falsch reagiert und hätte auf alle Fälle die Option annehmen sollen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.05.2019 | 09:29

Lieber Fragesteller, es vielen Dank für die weiteren Informationen.

Die Option, auf die sie verzichtet haben war also eine Reservierung und sie entschieden sich für die sofortige Buchung, wobei sie erst später entdeckten, dass dieselbe Reise woanders günstiger angeboten wird.

Leider steht ihnen dennoch kein kostenfreies Rücktrittsrecht zu vom abgeschlossenen Reisevertrag zu. Auch eine Anfechtung wegen Irrtums ist nicht möglich. Denn der Umstand , dass sie ein günstiges Angebot haben und dann später doch ein günstigeres Angebot finden, stellt leider nur einen unbeachtlichen Motivirrtum dar, der gerade nicht zur Anfechtung berechtigt.

Daher bleibt es leider dabei, sie werden nicht kostenfrei zurücktreten können.

Auch wenn das OLG Rostock keine Grenze für Stornogebühren angab, so macht es doch deutlich, dass eine Gebühr von 25 % bis 30 Tage vor Rücktritt die Schmerzgrenze sein soll. Dies wäre wesentlich weniger als die von ihnen verlangten 35 % bei 400 Tagen vor Reiseantritt, weswegen die Stornogebühren unwirksam sein dürften. Fraglich bleibt auch , ob sie bei gewissenhafter Kenntnisnahme die Stornogebühren im Angebot hätten erkennen können, also ob diese überhaupt wirksam mit einbezogen wurden. Da ich aber die Stornogebühren ohnehin für unwirksam erachte, ist dies nicht relevant.

Der Anbieter kann also nur den Ersatz ihm entstandener Kosten verlangen. Ich habe keinen Einblick , wann dem Reiseveranstalter welche Kosten entstehen, ich kann mich also nur rantasten. Das OLG Rostock hält maximal 25 % bis 30 Tage vor Reiseantritt für gerechtfertigt, und hatte hierfür sicherlich Berechnungsgrundlagen. Von 2999 € wären dies nach dem OLG Rostock 749,75 €. Bei 35 % sind dies 1049,65 €, während sie bei der neuen, identischen Reise 1200 € sparen. Sie sparen also beim Reisepreis selbst mit den vollen 35 % Stornogebühren, obwohl nur 25 % zulässig sind.
Ich gehe davon aus , dass 400 Tage vor Reiseantritt noch weniger Kosten entstanden ist , zumal die Reise in einem so langen Zeitraum weiterverkauft werden kann, ohne dass überhaupt ein Schaden entsteht.

Somit würde ich vom Reisevertrag zurücktreten und die Rückzahlung der Anzahlung unter Fristsetzung fordern. Kommt eine Stornorechnung oder werden Stornogebühren abgezogen, fordern sie schriftlich eine Erklärung und Begründung der Höhe. Erst wenn diese vorliegt, kann man schlüssig begründen, ob und warum die Stornogebühren zu hoch sind.
Dann sollte - falls notwendig- noch einmal zur Rückzahlung der Anzahlung aufgefordert werden. Wird dies wieder binnen Frist nicht gemacht, können sie einen Anwalt einschalten und auf Rückzahlung der Anzahlung klagen.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow



Bewertung des Fragestellers 29.05.2019 | 20:41

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