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Storno und Reiserecht

14.04.2017 09:52 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Am 29.2.2016 habe ich eine ADAC Mitgliederreise Südamerika bis Kuba gebucht. Kabine 520, Start im Januar 2017. Der Preis für die Flüge war nicht bekannt. Im September kamen dann die Flugpreise und der Flug sollte sich auf 10.400 € sumieren. Das war mir zu teure und deshalb habe ich die Reise storniert. ADAC zog mir daraufhin pauschal € 1.991,00 als Stornogebühr ab. Ich habe gebeten, daß man mir eine Kostenaufstellung für die erlittenen Verluste gäbe. In der Zwischenzeit habe ich mehrfach festgestellt, dass unsere Kabine niemals mehr im Internet freigeschaltet wurde; weder beim ADAC, noch bei der Reederei. Auch ein Telefonanruf bei der Reederei erbrachte, daß unsere Kabine nicht mehr zu haben war. Am Ende teilte uns der ADAC im April (!) mit, daß das Schiff nicht ausgebucht war und daher eine Vergütung nicht in Frage käme. Wie sieht das ein Anwalt des Reiserechts? Habe ich eine Chance auf geringere Stornogebühr?

Der Fall wirft einige Fragen auf, nicht nur die Frage nach der Stornogebühr.

1.) Zunächst müssten Sie mir die AGB´s und Vertragsunterlagen zeigen, da eine Beurteilung sonst schwierig ist. In den meisten AGB´s sind die Stornorichtlinien festgelegt; seit der BGH Entscheidung 2014 sind aber viele ungültig ( Im Grundsatz dürfen nur 20% anfallen ) - wären die AGB-s in dieser Hinsicht nicht korrekt, würde die gesetzliche regel gelten:

2.) § 651i BGB

„Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben kann."

Wenn die Kabine nachweislich vermietet wurde, dürfte der Schaden gering sein, wäre aber des Nachweises bedürftig. Wenn SIe beweisen können, dass die Kabine anderweitig verwendet wurde und somit kein Schaden entstand, muss der Reiseveranstalter nachweisen, wieso ihm dennoch ein so beträchtlicher Schaden entstanden ist. Die Aussage, die Kabine sei nicht zu vermieten gewesen, müssten Sie im besten Fall wiederlegen können. Andererseits ist es ncht ausgeschlossen, dass der Rederei der Nachweis gelingt, dass das Schiff nicht ausgebucht war- diesen Beweis muss die Reederei aber ersteinmal führen.

3.) Den Haken sehe ich jedoch ganz wo anders. Wenn Ihnen bei der Buchung nicht bekannt war, wie hoch der Preis ist, fehlte die Einigung über einen wesentlichen Vertragsbestandteil, so dass man wohlmöglich gar nicht von einer Stornierung sprechen muss, sondern von einer Anfechtung oder Rücktritt. Daher würde es mich interessieren, wie das Vertragsangebot überhaupt lautete, bei dem im Vorfeld der Preis nicht bekannt gewesen ist. Wohlmöglich kommen Sie darüber noch einfacher aus dem Vertrag heraus.


Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 16.04.2017 | 15:14

Zur Frage der fehlenden Endpreisangabe: KG Berlin, Beschl. v. 12.02.2013, Az.: 5 W 11/13 , BeckRS 2013, 04373 .

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