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Stornierungskosten unterschiedlich für Landprogramm und Flug

| 05.11.2012 19:08 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag

Ich habe für Jan 2013 eine Reise nach Kuba für zwei Personen gebucht. Auf Grund von Pressemitteilungen von Auswirkungen nach dem Hurrikan "Sandy" in Kuba möchte ich die Reise stornieren. Nun wird mir von dem Reisebüro mitgeteilt das ich 10% Stornokosten auf das Landprogramm zahlen muss und das die Fluggesellschaf(Air France) 100% Stornokosten veranschlagt. Ich habe bisher folgende Reisebestätigung/Rechnung von der Reiseagentur:
1. Individualreise laut Reiseprogramm 2x 1687,00 3374,00
2. Flug mit Air France laut Flugplan 2x 591,00 1182,00
3. Int. Fluggast Steuern u. Sicherheit 2x 352,00 704,00
4. Einreisekarten 2x 25,00 50,00
---------------------
total Reisepreis 5.310,00

531,00 EUR habe ich bereits bezahlt und dachte damit ist die Stornierung abgeglichen. In den allg. Geschäftsbedingungen der Reiseagentur ist nur diese 10% erwähnt. Ich habe bisher nur mit der Reiseagentur Verbindung und nicht mit der Fluggesellschaft.
Welche Stornierungsgebühren sind nun rechtens. 10% vom Reisepreis oder diese
10% vom Punkt1. plus 100% von Punkt 2.und 3.
Danke vorab für Ihre Rückantwort

mfG Michael Seidel


05.11.2012 | 19:53

Antwort

von


(37)
Gutenbergplatz 1
65187 Wiesbaden
Tel: 0611-991660
Web: http://reiserechtsexperte.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Anfrage bei 123recht.net. Unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihnen eine erste Einschätzung zu der Anfrage zukommen lassen.

Sie teilen mir mit, dass sie eine Reise nach Kuba für zwei Personen gebucht haben und dass Sie folgende Reisebestätigungen/Rechnungen von der Reiseagentur, ich unterstelle, Sie meinen das Reisebüro, erhalten haben.
Individualreisende laut Reiseprogramm
Flug mit Air France
Internationale Fluggaststeuern
Einreisekarten

Bei der Beurteilung, ob die von Ihnen verlangte Höhe der Stornokosten gerechtfertigt ist, ist maßgeblich, ob Sie einen einheitlichen Reisevertrag, der Landprogramm und Flüge zum Inhalt hat, oder ob Sie Landprogramm und Flugtickets völlig unabhängig voneinander gebucht haben. Dem ersten Anschein nach liegt die Buchung voneinander unabhängiger Reiseleistungen vor. In diesem Fall ist die Stornoquote hinsichtlich des Landprogramms in Höhe von 10 % völlig in Ordnung. Generell versuchen Fluggesellschaften die Stornoquote von 100 % auch bei langfristiger Kündigung des Beförderungsvertrages durchzusetzen. Allerdings sehe ich für die Fluggesellschaft große Schwierigkeiten. Einerseits muss eine Stornoquote in Höhe von 100 % entweder individuell vertraglich vereinbart worden oder es muss die Stornoquote von 100 % in den allgemeinen Beförderungsbedingungen enthalten sein. Jedoch sehen verschiedene Gerichte die Wirksamkeit von allgemeinen Beförderungsbedingungen, die nach Kündigung des Beförderungsvertrages eine Vergütungspflicht in Höhe des vollen Beförderungsentgelts zum Inhalt haben, mit Skepsis an. Ich kenne ein Urteil, aus dem hervorgeht, dass die Fluggesellschaft nicht 100 % des Beförderungsentgelts als Stornoentschädigung nach Kündigung des Beförderungsvertrages erheben darf.

Insoweit bin ich zuversichtlich, dass die Stornokosten in Höhe von 100 % für die Flugtickets nicht mit gerichtlicher Hilfe durchgesetzt werden können.

Es spricht aber auch einiges dafür, dass vorliegend ein Pauschalreisevertrag abgeschlossen wurde. Die Ausweisung eines Gesamtreisepreises und die Erhebung einer zehn-prozentigen Anzahlung auf den Gesamtreisepreis könnte für eine sogenannte Bausteinreise sprechen, die als Pauschalreise gilt. Genaueres kann allerdings erst die Einsichtnahme in die Reiseunterlagen ergeben. Unterstellt, es handelt sich bei dem Vertragstypus um einen Reisevertrag, so wäre die Erhebung von 100 % Stornokosten, bezogen auf den Flugkostenanteil, nicht mit der gesetzlichen Lage in Einklang zu bringen. Bei dem Rücktritt vom Reisevertrag länger als 30 Tage vor Reiseantritt ist eine Stornogebühr in Höhe von maximal 20 % zugelassen, allerdings auch nur dann, wenn der Reiseveranstalter die pauschalierte Höhe der Stornokosten gemäß § 651 i Abs. III BGB in dem Reisevertrag bzw. den Reisebedingungen geregelt hat. Kam es zu einer solchen Regelung nicht oder sind Reisebedingungen unwirksam oder nicht einbezogen, dann muss der Reiseveranstalter exakt nach seinen Kosten, die im Zusammenhang mit der Stornierung der Reise entstanden sind, abrechnen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage geben. Aufgrund der unterschiedlichen Beurteilungsmöglichkeiten hinsichtlich des Vertrages kann ich Ihnen derzeit leider keine eindeutige Prognose abgeben. Eine weitergehende und zuverlässigere Beurteilung kann erst nach Einsichtnahme in die Reiseunterlagen erfolgen. Gerne stehe ich Ihnen bei der weiteren Beratung gegenüber dem Reisebüro/Reiseveranstalter/Fluggesellschaft zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Holger Hopperdietzel
-Rechtsanwalt-


Bewertung des Fragestellers 07.11.2012 | 10:22

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