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Stornierungskosten für Ferienwohnung


19.01.2006 11:47 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Wir mussten 11 Tage vor Reiseantritt eine Ferienwohnung im Allgäu stornieren. Der Mietpreis wäre 350€ gewesen. Wir haben die Ferienwohnung direkt per Fax beim Vermieter gebucht, nachdem wir per Fax vom hiesigen Torismuszentrum eine Liste der Vermieter erhalten haben. Einen Monat nach der Stornierung haben wir jetzt eine Rechnung vom Vermieter über 80% des Mietpreises erhalten.Ist dies denn rechtens, obwohl wir keinerlei Unterlagen, Aussagen oder Informationen über die Höhe der Sornierungskosten hatten? Uns liegen keine AGB´s oder sonstiges vor.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und möchte diese aufgrund des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Darstellung haben Sie einen Vertrag mit dem Eigentümer der Ferienwohnung selber geschlossen, es war also kein Reiseveranstalter am Vertrag beteiligt. Insofern findet nicht das spezielle Reisevertragsrecht Anwendung. Da Sie auch keine sonstigen Vereinbarungen mit dem Vermieter getroffen haben, sind die allgemeinen Vorschriften des Mietrechts hier anzuwenden.

Sie haben zunächst einen Mietvertrag über die Ferienwohnung geschlossen. Damit sind Sie verpflichtet, den Mietzins zu zahlen. Sie haben dann denn Mietvertrag storniert. Da Sie keine Vereinbarung mit dem Vermieter über einen Rücktritt vor Vertragsbeginn geschlossen haben, stellt sich die Frage, ob Sie überhaupt ein Rücktrittsrecht hatten. Meines Erachtens ist dies nicht der Fall, da die gesetzlichen Rücktrittsrechte immer an ein Verschulden einer Partei oder an ein nicht vertragsgemäßes Verhalten oder eine solche Leistung anknüpfen. Nach Ihrer Darstellung war dies hier nicht der Fall.

Wenn Sie den Vertrag wie in Ihrem Fall stornieren, verhalten Sie sich wiederum nicht vertragsgemäß und der Vermieter hat dann einen Schadensersatzanspruch gegen Sie. Allerdings müsste der Vermieter dann auch einen Schaden haben. Kosten, die dadurch, dass Sie nicht in die Wohnung fahren, nicht entstehen wie zB Reinigung etc. kann der Vermieter dann nicht geltend machen. Auch wenn er nach Ihrer Stornierung die Wohnung trotzdem vermieten konnte, hat er keinen Schaden über die Aufwendungen, die er wegen Ihnen getroffen hat, hinaus.

Man könnte sich vielleicht auf den Standpunkt stellen, dass Ihr Vermieter Ihre Stornierung ja akzeptiert hat und daher ein Aufhebungsvertrag vorliegt. Aber auch dann kann unter normalen Umständen nicht angenommen werden, dass ihr Vermieter den Schaden, der durch die Stornierung entstanden ist, nicht geltend machen würde. Auch die Höhe, also 80% der eigentlichen Mietkosten, hält sich im Rahmen dessen, was in Allgemeinen Geschäftsbedingungen üblicherweise vereinbart wird.

Ich rate Ihnen dennoch, sich mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen und insbesondere herauszubekommen, ob er einen Nachmieter gefunden hat. Sie sollten ihn auch auffordern, Ihnen darzulegen, wie er auf die 80 % kommt, denn da Sie nichts vertraglich vereinbart haben, muss der Vermieter seinen Schaden nachweisen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen weiter helfen konnte. Im Rahmen der einmaligen Nachfragefunktion stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Nicole Maldonado

Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2006 | 13:45

Ja aber muss er mich nicht von vornherein in Kenntnis setzen, das Kosten und vorallem in welcher Höhe, auf mich zukommen? Ich hätte die Wohnung ja sonst sonst versucht, für einen billigeren Preis weiter zu vermitteln?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2006 | 15:27

Der Anspruch des Vermieters entsteht unabhängig davon, ob er Ihnen vorher Bescheid gibt. Natürlich hätten Sie vor Abschluss des Mietvertrages eine solche Vereinbarung treffen können. Sie sind dazu aber nicht verpflichtet, da sich die Schadensersatzansprüche auch aus dem Gesetz selber ergeben.

Dass der Vermieter sich vielleicht nicht bemüht hat, die Wohnung anderweitig zu vermieten, kann ihm ggf. im Rahmen der Schadensminderungspflicht entgegen gehalten werden. Diese Pflicht bedeutet, dass ein Geschädigter grundsätzlich und wenn es ihm möglich ist, versuchen muss, den entstehenden Schaden zu vermindern. Tut er dies nicht, kann sich sein Schadensersatzanspruch vermindern. Allerdings bedeutet diese Schadensminderungspflicht nicht zwangsläufig, dass er Ihnen hätte gestatten müssen, "Ersatz" zu besorgen. Ob und in welcher Höhe die Verminderung des Anspruches zu erfolgen hat, kann nur im konkreten Einzelfall geklärt werden.

Wie gesagt: Fordern Sie den Vermieter auf, Ihnen seinen Anspruch detailliert darzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Nicole Maldonado

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