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Stornierungskosten Urlaub

10.08.2011 14:32 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben unseren im März 2011 gebuchten Urlaub in einem Ferienhaus auf einer Nordseeinsel am 01.08.2011 aus beruflichen Gründen stornieren müssen. Weder bei Anfrage, Buchung, noch auf der Homepage des Anbieters wurde auf der Buchung zugrunde liegenden Buchungsbedingungen der Kurverwaltung der Nordseeinsel hingewiesen. Diese wurde uns erstmalig erst nach Stornierung per E-Mail zugestellt. Bei einer Nicht-Weitervermittlung würde man uns 90% des Buchungsumsatzes in Rechnung stellen (FeWo mit Selbstverpflegung).

Gibt es hierzu Ihrerseits eine Aussage?


In den letzten Tagen haben wir uns erfolgreich um einen Ersatz gekümmert. Ein Bekannter wäre bereit gewesen die frei gewordene Wohnung zu übernehmen. Er hat diesbezüglich Kontakt zur Kurverwaltung der Nordseeinsel aufgenommen. Sowohl telefonisch wie auch schriftlich (Schriftverkehr liegt vor) wurde bestätigt, dass das Ferienhaus während des relevanten Zeitraumes belegt ist. Aufgrund dieser Info hat sich unser Bekannter für eine andere Wohnung entschieden.

Nachdem wir unseren Vermieter darüber informiert haben, hat er uns eine Bestätigung der Kurverwaltung vorgelegt, die belegt, dass die Wohnung seit dem 01.08.2011 im System der Kurverwaltung frei gemeldet ist. Am 08.08.2011 hat die Kurverwaltung meinem Bekannten gegenüber aber bestätigt, dass die Wohnung belegt ist. Unser Vermieter spricht von einem Missverständnis.

Die Kurverwaltung habe ich daraufhin angeschrieben und auf einen groben Fehler aufmerksam gemacht. Diese äußert sich leider so, dass der Fehler der Kurverwaltung keinen Einfluss auf das Vertragsverhältnis zwischen mir und der Herberge hat. Unser Bekannter hätte sich direkt an die Herberge wenden müssen. Ich habe mich wie folgt geäußert: „Wenn die Kurverwaltung auf der einen Seite Buchungsbedingungen erlässt, für die ich im Falle der Nicht-Weitervermittlung der Wohnung bestraft werde, warum ist dann die Kurverwaltung nicht dafür verantwortlich, wenn durch einen Fehler der Kurverwaltung, den ich schriftlich belegen kann, das ursprüngliche Problem nicht gelöst werden kann. Immerhin hätte unser Ersatz die Wohnung übernommen.

Ich glaube, bei der Kurverwaltung wurde unbewusst ein Fehler gemacht, der mich jetzt viel Geld kosten kann. Inwieweit kann ich die Kurverwaltung für den Fehler haftbar machen?

Gibt es hierzu Ihrerseits eine Aussage?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben vorliegend einen Mietvertrag geschlossen, den Sie grundsätzlich auch zu erfüllen haben. Daran ändert es nichts, dass berufliche Gründe der Nutzung entgegenstehen. Der Anspruch des Vermieters auf Zahlung der vereinbarten Miete bleibt bestehen (§ 537 Abs. 1 Satz 1 BGB ).

Zwar muss sich der Vermieter eine anderweitige Vermietung ggfs. anrechnen lassen (Satz 2). Er ist allerdings nicht verpflichtet, sich um andere Mieter zu bemühen. Vielmehr darf er auf seinem vertraglichen Erfüllungsanspruch gegen Sie bestehen und die Ferienwohnung leerstehen lassen.

Es kommt somit leider nicht darauf an, wer für die falsche Information an Ihren Bekannten verantwortlich war. Eine Pflicht zur Schadensbegrenzung bestand seitens des Vermieters nicht, denn es handelt sich bei seiner Forderung nicht um einen Schadensersatz- sondern einen Erfüllungsanspruch. Ihre Erwägungen insoweit sind zwar aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar, tragen juristisch aber bedauerlicherweise nicht.

Sie können nur noch versuchen, den Vermieter herunterzuhandeln: Versuchen Sie zu eruieren, wie "streitlustig" der Vermieter im Ernstfall wäre und machen Sie dementsprechend ein mehr oder weniger hohes Vergleichsangebot. Mit einer angemessenen Teilzahlung kann in vielen Fällen ein Rechtsstreit vermieden werden. Achten Sie darauf, dass der Vermieter Ihnen die Annahme eines Vergleichsangebots schriftlich bestätigt, um spätere Nachforderungen auszuschließen.

Regress bei der Kurverwaltung können Sie nicht nehmen, da Sie, wie gesagt, für die Erfüllung des Mietvertrags in jedem Fall selbst haften.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 10.08.2011 | 15:31

Sehr geehrter Anwalt,

vielen Dank für Ihre Info. Bedeutet das auch Folgendes: Sollte das Tourismusbüro der Kurverwaltung nicht nur meinem Bekannten, sondern auch anderen Interessenten die eigentlich freie Wohnung als belegt melden, sind mir dann auch die Hände gebunden?

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.08.2011 | 15:35

Leider ja, denn es gilt in jedem Fall für Sie: pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten).


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

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