Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Stornierungskosten Hotel

13.06.2008 10:05 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Sachverhalt:

Hintergrund ist, der Fragesteller ist der Laienorganisator einer Radtour von 6 Freunden am Neckar. Für die Übernachtung hat der Fragesteller aus seinem Radtourenbuch ein empfohlenes Hotel unter der angegebenen Telefonnummer am 03.05.2008 kontaktiert. Einen Tag später, am 04.05.2008, haben sich die Wetterprognosen so verschlechtert, dass die Reservierung telefonisch storniert wurde. Kurze Zeit später kam die Rechnung für die Stornierungskosten in Höhe von 80% der Kosten inkl. Kurtaxe. Dort wird auch auf die Aufzeichnung des Gesprächs/ der Gespräche verwiesen. Die Aufzeichnung wurde zu keinem Zeitpunkt bekannt gemacht. In keinem der Telefonate wurde auf eine Stornierungsgebühr hingewiesen. Im Stornierungstelefonat selbst wurde nur gesagt, dass das nicht so einfach geht, zu stornieren. Welche Kosten damit verbunden sind wurde nicht erwähnt.

Fragen:

1. Gibt es generelle Regelungen zu Stornierungskosten, welche Bedeutung hat die Stornierung innerhalb von 24 Std., was bedeutet 80% Stornokosten laut DEHOGA?
2. Sind hier die AGBs des Hotels einschlägig, wenn die Rezeption zu keinem Zeitpunkt die AGBs versendet, noch erwähnt hat – wann konnte der Anrufer Sie zur Kenntnis nehmen?
3. Dürfen Gespräch ohne Wissen des Anrufers aufgezeichnet werden?
4. Sind diese Mitschnitte beweismitteltauglich?
5. Wie sollte der Organisator auf das Schreiben reagieren?


Sehr geehrter Ratsuchende,

Sie haben nach Ihrer Schilderung durch die Zimmerreservierung einen Beherberbungsvertrag abgeschlossen. Von diesen Beherberungsvertrag können Sie nicht aufgrund der geänderten Wetterprognosen zurücktreten. Es gilt der Grundsatz "gebucht ist gebucht". Auf den Zeitraum zwischen Buchung und Stornierung kommt es nicht an.

Sie bleiben daher dem Hotelier gegenüber zur Zahlung des Zimmerpreises verpflichtet. Diese Verpflichtung entfällt nur dann, wenn die Zimmer anderweitig vermietet werden können. Kommt es zu keiner anderweitigen Vermietung muss der Hotelier sich ersparte Eigenaufwendungen anrechnen lassen; dazu haben sich in der Rechtsprechung Prozentsätze eingebürgert, nach denen bei einem Zimmer mit Frühstück 80%-90% bei Nichtinanspruchnahme geschuldet werden.

Der Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) gibt seinen Mitgliedern in diesem Zusammenhang Empfehlungen zu Stornokosten je nach Zimmerkategorie. Diese Empfehlungen decken sich erfahrungsgemäß weitgehend mit der Rechtslage.

Ich gehe davon aus, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Hotels hier aufgrund der telefonischen Bestellung nicht wirksam einbezogen wurden. Es bestand keine rechtzeitige Möglichkeit zur Kenntnisnahme im Rahmen des Telefonates. Jedoch ergibt sich die Forderung des Hoteliers wie geschildert aus dem Vertrag, ohne dass es auf die AGB ankommen wird.

Ein heimlich aufgezeichnetes Telefongespräch ist nicht als Beweis verwertbar. Voraussichtlich kann der Hotelier den Beweis über den Vertragsschluss aber durch Zeugnis des Mitarbeiters erbringen, der das Telefonat geführt und Ihre Reservierung entgegen genommen hat. Dagegen bestehen keine rechtlichen Bedenken.

M.E. sollten Sie versuchen, sich mit dem Hotelier auf eine geringere Kulanzzahlung zu verständigen. Kann darüber kein Einverständnis erzielt werden, befürchte ich, dass Sie nach Ihrer Schilderung die Stornokosten zur Vermeidung weiterer Folgekosten werden zahlen müssen.

Ich hoffe, Ihnen erste Anhaltspunkte gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichem Gruß

Kaussen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.06.2008 | 23:08

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung.
In diesem Fall handelt es sich um ein kleines inhabergeführtes Haus, bei dem die Korrespondenz mit dem Anspruchsteller direkt geführt wurde. Wie schätzen Sie die Beweissituation vor diesem Hintergrund ein?
Der Hotellier hat nach eigenen Angaben anderen Gästen abgesagt. Was ist ein ausreichender Zeitraum das Zimmer anderweitig vermieten zu können? Gibt es hier Mitwirkungspflichten des Hotels, um den Schaden nicht entstehen zu lassen oder eine Verpflichtung eine Vermietung zu erreichen, anstatt sich auf den nun sicheren Stornokosten auszuruhen?
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.06.2008 | 12:21

Der Hotelier hat in diesem Fall die Möglichkeit, den Vertragsschluss im Wege der Parteivernehmung nachzuweisen, sofern Sie den Vertragsschluss bestreiten. Die Würdigung der Beweise obliegt dabei dem Gericht.

In der Tat besteht für den Hotelier eine Schadensminderungspflicht, dass er an einer Weitervermietung mitwirken muss. Er kann sich nicht auf den Stornokosten ausruhen. Eine Verletzung gegen die Schadensminderungspflicht ist allerdings von Ihnen nachzuweisen, was idR aufgrund der Ferne des Urlaubsortes praktisch schwierig ist. Eine Möglichkeit besteht darin, telefonisch durch einen Zeugen zum geplanten Reisezeitpunkt nach freien Zimmern zu fragen. Ist das Hotel dann ausgebucht, besteht der Stornoanspruch nicht.

Welche Bemühungen der Hotelier im Einzelnen anstrengen muss, kann nicht pauschal beantwortet werden und ist vom Einzelfall abhängig.

Mit freundichem Gruß

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68779 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank, endlich habe ich Klarheit. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank :-) ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat die Frage schnell und korrekt beantwortet. ...
FRAGESTELLER