Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.923
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Stille Beteiligung ohne Kapitaleinlage

23.11.2015 07:42 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Zusammenfassung: Arbeitsleistung und Knowhow als Einlage eines stillen Gesellschafters.

Hallo,

mein Arbeitgeber möchte mich mit einer stillen Beteiligung an seiner GmbH beteiligen. Es handelt sich hierbei um ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 20 Mitarbeiter, in dem ich als Betriebsleiter angestellt bin.
Die Einlagenhöhe soll 25000 € betragen und wird vom Arbeitgeber als Zinnsloses Darlehen zur Verfügung gestellt.
Diese Einlage wird durch die erzielten Jahresgewinne ausgeglichen.
Hatte mir hierzu vom zuständigen Steuerberater eine Berechnung zum Jahresgewinn 2014 anfertigen lassen.
Ergebnis: Es würde bei einer 6 % Beteiligung ca. 10 Jahre dauern bis die 25000 € ausgeglichen sind, und ich die ersten Euro entnehmen kann!
Meine Frage hierzu, muss zwingend bei einer stillen Beteiligung überhaupt eine Einlage erbracht werden, oder reicht es auch aus, wenn dies durch meine Arbeitskraft oder Ideen erfolgt?
Gibt es zur Höhe (%) der Beteiligung festgelegte Grenzen.
Der zuständige Steuerberater war der Meinung, dass die Beteiligung nicht zu hoch gewählt werden darf und in einem gesunden Verhältnis zum Gewinn stehen muss.
Es würde sonst beim Finanzamt der Eindruck einer Schenkung entstehen und ich müsste zusätzlich Steuern Zahlen.
Ist diese Aussage richtig?

Danke im voraus

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Mandant,

gerne möchte ich Ihnen Ihre Fragen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass die für eine Beteiligung als stiller Gesellschafter zu leistende Einlage durchaus auch durch Dienst- oder Arbeitsleistungen, Knowhow und ähnliches erbracht werden kann. Es besteht kein Zwang, einen bestimmten Geldbetrag zu leisten. Entscheidend ist, was im Beteiligungsvertrag geregelt wird.

Eine andere Frage dürfte es sein, ob Ihr Arbeitgeber sich auf eine andere Form der Einlage einlässt. Dies wird davon abhängen, aus welchen Gründen er Sie als stillen Teilhaber haben möchte.
Tut er dies, um Sie als wertvollen Mitarbeiter langfristig an sein Unternehmen zu binden, kann eine entsprechende Umplanung für beide Seiten lohnenswert sein.
Sucht er allerdings eine Form der Finanzierung für sein Unternehmen, das sich von zinsgebundenen Bankkrediten vorteilhaft abhebt, mag die Lage anders aussehen.
Denkbar wäre natürlich auch eine Mischform aus Geld- und Arbeitsleistungen.

Bezüglich Ihrer zweiten Frage muss ich Ihnen zunächst eine "typische Juristenantwort" geben: Es kommt nämlich auf die Konstellation im Einzelfall an.
Eine feste Obergrenze für die Beteiligung gibt es nicht.
Ihr Steuerberater hat grundsätzlich Recht, wenn er zu bedenken gibt, dass Leistung und Gegenleistung in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen müssen.

Ob dies in Ihrem Fall gewährleistet ist, kann ich allerdings mangels detaillierter Kenntnisse der Umstände nicht sagen.
So ist der Gesamtwert des Unternehmens entscheidend. Hat dieses beispielsweise eine Jahresbilanzsumme von 2 Millionen Euro, wäre Ihre Beteiligung von 25.000 € relativ gering, eine Gewinnbeteiligung von 6 % würde dann vergleichsweise hoch erscheinen.
Erwirtschaftet das Unternehmen 500.000 € jährlich, würde die Rechnung schon realistischer aussehen.
Im Grundsatz gilt also: Je größer die Gewinnbeteiligung und je geringer im Vergleich dazu die geleistete Einlage, umso eher kann es zu Problemen kommen.

Schenkungssteuer kann das Finanzamt erheben, wenn eine Schenkung tatsächlich vorliegt. Im Einzelfall mag es vorkommen, dass diese angesetzt wird, obwohl tatsächlich gar keine Schenkung vorlag. Dies mag zum Beispiel der Fall sein, wenn die Umstände der Beteiligung recht günstig erscheinen, in Wirklichkeit hierdurch aber der Verbleib eines Mitarbeiters oder von Knowhow im Unternehmen oder der Bestand des Unternehmenswerts im Familienunternehmen gesichert werden soll.

Sofern es insoweit in Ihrer Konstellation zu Problemen kommen sollte, wird Ihr Steuerberater Ihnen sachkundig weiterhelfen können.


Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Solle sich danach weiterer Beratungs- oder Vertretungsbedarf ergeben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Die Kontaktdaten meiner Kanzlei finden Sie auf meiner Profilseite.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2015 | 10:42

Sehr geehrte Frau Fritsch,

ich möchte mich erstmal für ihre ausführliche und schnelle Beantwortung bedanken!

Wie könnte solch eine vertragliche Gestaltung aussehen ohne Einbringung einer Geldeinlage? Mir persönlich ist die Wartezeit von mehreren Jahren bis der erste Euro auf meinem Konto landet zu lange! Es kann ja keiner vorhersagen, wie die Lebensumstände auf beiden Seiten in 5 oder 10 Jahren aussehen.
Es soll damit meine Arbeitskraft und angeeignetes Wissen dem Unternehmen langfristig gesichert werden.
Könnte es hierzu Einwände von Seiten des Finanzamtes geben?
Wie hoch sollte dann die Beteiligung (%) gewählt werden?

Danke im voraus.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2015 | 10:53

Sehr geehrter Mandant,

eine solche Formulierung könnte im Vertrag etwa wie folgt aussehen:

"Der Teilhaber erbringt seine Einlage in Höhe von 25.000 € durch Einbringung von X % / X Wochenstunden seiner Arbeitskraft."

Dadurch würde ein Teil Ihrer Arbeitszeit/Vergütung mit der einzubringenden Einlage verrechnet.
Soll besonderes Knowhow zum Tragen kommen, müsste dies entsprechend ausformuliert werden. Da ich nicht weiß, welche Tätigkeiten Sie ausüben, kann ich Ihnen diesbezüglich keinen Formulierungsvorschlag machen. Eventuell sollte der Kollege, der bereits den Vertrag für Sie aufgesetzt hat, daher eine Vertragsergänzung/Umformulierung vornehmen.

Bezüglich Ihrer Frage nach dem Finanzamt verweise ich auf meine obigen Ausführungen. Mangels Hintergrundkenntnis ist es mir nicht möglich, eine genaue Zahl zu benennen. Sie sollten darauf hinwirken, dass der Prozentsatz Ihrer Gewinnbeteiligung dem Prozentsatz nahekommt, der Ihrer Einlage am Jahresumsatz des Unternehmens entspricht.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Hervorragende sehr hilfreiche Antwort! Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wunderbar, prompte Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre ausgesprochen kompetente und umfassende Bewertung des Sachverhalts. Sie haben mir für mein weiteres Vorgehen in der unerfreulichen Angelegenheit sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER