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Stiefvater lässt Sohn vom 10. bis 20. Lebensjahr im Container schlafen

01.12.2018 19:43 |
Preis: 60,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Abend,

ich erfuhr von einem sonderbaren Fall, wo der Stiefvater seinen Stiefsohn unmittelbar nach der Hochzeit mit seiner neuen Ehefrau einen Container zum Wohnen zur Verfügung stellte.

Der Stiefvater hat ein großes Grundstück mit einem großen Haus, wollte aber offenbar sicherstellen, dass das Zusammenleben mit seiner neuen Ehefrau nicht durch den neuen Stiefsohn gestört wird.

Der "Container" hat einen Stromanschluss, ist jedoch nicht beheizt, hat weder eine Toilette, eine Dusche, noch etwas anderes als eben ein Bett mit einem Kissen.

Vor wenigen Monaten mahnte der Stiefvater den Stiefsohn nunmehr anwaltlich ab, dass dieser ihm fortan Miete i.H.v. EUR 150/Monat zu zahlen habe. Der Stiefsohn scheint überfordert zu sein.

Ich erwäge den Fall dem Jugendamt zu melden, da es mir zumindest fragwürdig erscheint, dass man einen Menschen ab seinem 10. Lebensjahr so behandelt. Seine Situation war im Winter so schlimm, dass er dazu überging in den Wintermonaten bei den Eltern seiner damaligen Freundin zu wohnen.

Oder klingt das alles soweit rechtens? Ich bereite das Schreiben an das Jugendamt vor. Auf welche Gesetze oder Urteile könnte ich das JA ggf. verweisen? Es erscheint mir doch wichtig, dass das JA dazu zumindest Stellung bezieht oder sich diesen "Container" und die näheren Lebensumstände der letzten 10 Jahre ansieht.

Viele Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihr Vorhaben, sich an das Jugendamt zu wenden, ist nur zu unterstützen.

Es ist auch Aufgabe des Jugendamtes nach § 41 SGB VIII Hilfe für den jungen Volljährigen zu gewähren.

Ihr Schreiben muss zum Ziel haben, dass sich das Jugendamt der Situation annimmt.

Antragsteller für diese Hilfen ist der junge Volljährige, also der Stiefsohn selber. Da dieser aber voraussichtlich nicht selber an das Jugendamt herantreten wird, sollten Sie mit dem angedachten Schreiben der Weg für den Stiefsohn ebnen, dass dieser die Hilfen in Anspruch nehmen wird.

Dazu werden Sie den Sachverhalt darstellen müssen. Auf Urteile etc. müssen Sie sich nicht berufen. Das ist deswegen nicht erforderlich, weil letztlich der Stiefsohn die Hilfe auch beantragen; bzw. in Anspruch nehmen muss.

Wenn Sie den Sachverhalt darstellen, wird das Jugendamt sich aber mit dem Volljährigen in Verbindung setzen, um Hilfeformen zu finden. Dazu kann die Hilfestellung zählen, dass der Stiefsohn aus dem Haus der Eltern auszieht; besser gesagt, den Container verläßt und für diesen eine andere Wohnung gesucht wird, oder ob der Stiefsohn auch zunächst in eine betreute Wohnungemeinschaft untergebracht wird.

Was an Hilfen notwendig sein wird, hängt auch von der weiteren Situation des Stiefsohnes ab, z.B. ob dieser noch zur Schule geht, oder eine Ausbildung absolviert. Auch die persönlichen Umstände müssen Sie daher mitteilen.

Eine ganz andere Frage ist die strafrechtliche Beurteilung. Es dürfte nach Ihrer Darstellung ein Verstoß gegen §225 StGB vorgelegen haben; Mißhandlung von Schutzbefohlenen.

Darauf sollten Sie das Jugendamt ebenfalls hinweisen.

Ich wünsche dem Stiefsohn alles Gute.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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