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Steuerzahlung in Deutschland ohne Lohnsteuerkarte

06.05.2009 12:54 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich lebe seit mehreren Jahren im europäischen Ausland. Bin aber gebürtige Deutsche. Ich zahle seit 6 Jahren keine Steuern mehr in Deutschland und bin auch offiziell abgemeldet. Aufrgund eines früheren Arbeitsvertrages mit einer deutschen Firma habe ich nun endlich eine Abfindungszahlung erhalten.

1.) In welcher Höhe muss diese Abfindungszahlung in Deutschland versteuert werden?
2.) Gibt es Möglichkeiten diese Steuerzahlung zu verringern oder zu umgehen?

mfg
pd

06.05.2009 | 15:42

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:


Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung ist bereits höchst fraglich, ob überhaupt in Deutschland noch Einkommenssteuer gezahlt werden muss. Sie schrieben ja, dass Sie seit 6 Jahren in Deutschland keine Steuern mehr zahlen und auch offiziell abgemeldet sind, was ganz klar gegen eine Steuerpflicht in Deutschland spricht.

Die Abfindung wird auch nicht rückwirkend versteuert, etwa weil sie sich auf die Arbeitszeit bezieht, zu der Sie noch in Deutschland der Steuerpflicht unterlegen haben.

Die Abfindung ist dann zu versteuern, wenn Sie ausgezahlt wird. Wenn Sie also beispielsweise im Juli 2008 die Abfindung erhalten haben, dann wäre diese Abfindung in der Steuererklärung für das Jahr 2008 anzugeben.

Wenn Sie in diesem Jahr nicht mehr der deutschen Steuerpflicht unterlegen haben, ist auch die Abfindung grundsätzlich nicht mehr in Deutschland, sondern an Ihrem jetzigen Wohnsitz zu versteuern.

Unter Umständen könnte aber dennoch eine zumindest teilweise Versteuerung in Deutschland in Betracht kommen:


Unter den Voraussetzungen des § 2 AStG entsteht nämlich bei Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht durch Wohnsitzverlagerung in das Ausland eine erweiterte beschränkte Steuerpflicht (es muss also dennoch zumindest teilweise in Deutschland Steuer gezahlt werden), wenn folgende Voraussetzungen kumulativ (also alle diese Voraussetzungen müssen gleichzeitig erfüllt sein), vorliegen:

• Es muss eine Wohnsitzverlagerung in ein Gebiet mit niedriger Besteuerung erfolgt sein. Dies ist bei Ihnen der Fall, da die Einkommenssteuer in der Schweiz niedriger ist, als in der BRD

• Der Steuerpflichtige war in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Jahre als deutscher Staatsangehöriger unbeschränkt steuerpflichtig. Die ist nach ihrer Sachverhaltsschilderung ebenfalls der Fall.

• Der Steuerpflichtige hat nach wie vor wesentliche wirtschaftliche Interessen im Inland. In diesem Zusammenhang ist zunächst zu klären, was das Gesetz unter wesentlichen wirtschaftlichen Interessen versteht.

Dies ist in § 2 Abs.3 AStG geregelt, der wie folgt lautet:


Eine Person hat im Sinne des Absatzes 1 Nr. 2 wesentliche wirtschaftliche Interessen im Geltungsbereich dieses Gesetzes, wenn
• 1.
sie zu Beginn des Veranlagungszeitraums Unternehmer oder Mitunternehmer eines im Geltungsbereich dieses Gesetzes belegenen Gewerbebetriebs ist oder, sofern sie Kommanditist ist, mehr als 25 Prozent der Einkünfte im Sinne des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes aus der Gesellschaft auf sie entfallen oder ihr eine Beteiligung im Sinne des § 17 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes an einer inländischen Kapitalgesellschaft gehört oder
• 2.
ihre Einkünfte, die bei unbeschränkter Einkommensteuerpflicht nicht ausländische Einkünfte im Sinne des § 34c Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes sind, im Veranlagungszeitraum mehr als 30 Prozent ihrer sämtlichen Einkünfte betragen oder 62.000 Euro übersteigen (5) oder
• 3.
zu Beginn des Veranlagungszeitraums ihr Vermögen, dessen Erträge bei unbeschränkter Einkommensteuerpflicht nicht ausländische Einkünfte im Sinne des § 34c Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes wären, mehr als 30 Prozent ihres Gesamtvermögens beträgt oder 154.000 Euro übersteigt. “


Ob diese Voraussetzungen in Ihrem Fall gegeben sind, kann ich leider nicht abschließend beurteilen, da mir noch nicht einmal das Land, in welchem Sie leben, bekannt ist.

Sollte es in der Schweiz sein, so würde die beschränkte Steuerpflicht in Ihrem Fall zumindest nicht gegeben sein, da zwischen der Schweiz und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, wonach die oben genannte maßgebliche Frist von 10 Jahren auf 5 Jahren verkürzt ist.

Es sind also neben dem § 2 AStG noch eventuell für das jeweilige Land (also das Land in dem Sie leben) geltende Doppelbesteuerungsabkommen zu berücksichtigen.


Für den Fall, dass die Abfindung in Deutschland zu versteuern wäre, wovon ich nach Ihrer Sachverhaltsschilderung eher nicht ausgehe, unterliegt die Abfindung Ihrem ganz persönlichen Einkommenssteuersatz, der wiederum von Ihrem Gesamteinkommen abhängt. Bei der Abfindungszahlung handelt es sich nämlich um ganz normales Einkommen im steuerrechtlichen Sinne.

Eine Möglichkeit diese Steuerlast zu drücken, existiert meines Erachtens nicht, es sei denn Sie tätigen von diesem Einkommen Anschaffungen, die Sie steuerlich absetzen oder gegebenenfalls als Werbungskosten (berufsbedingte Aufwendungen) geltend machen können).

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorhaben noch alles Gute und viel Erfolg!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Auch stehe ich Ihnen sehr gerne für eine weitergehende Interessenvertretung zur Verfügung. Den hier im Forum geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen im Fall einer Beauftragung in voller Höhe anrechnen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag!


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax 0471/3088316



Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

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