Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuersatz für Mieterträge


20.03.2007 13:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers



Ich hätte gern gewusst, wie hoch der Steuersatz für meine Mieterträge in Deutschland ist. Ich habe meinen Einkommensteuer-Wohnsitz in GB, bin also anders nicht in Deutschland steuerpflichtig, nur insofern mein deutscher Grundbesitz betroffen ist.

Des weiteren hätte ich noch gewusst, ob das deutsche Finanzamt Rechnungen für Wohnungsverwaltngskosten anerkennt, die von einer britischen Person mit Wohnsitz in GB ausgeführt wurden und auf britische Pfund lauten.

Welche Steuerstelle kann ich in Deutschland kontaktieren, um meine Erträge aus Vermietung und Verpachtung steuerlich zu erklären? Evtl. plane ich, einen Steuerberater damit zu beauftragen. Wie könnte ich einen geeigneten Steuerberater finden?
Eingrenzung vom Fragesteller
20.03.2007 | 14:07
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Bei Nicht-Arbeitnehmern, die in Deutschland zur beschränkten Steuerpflicht veranlagt werden, wird die Einkommensteuer (auch bei Verheirateten) nach dem Grundtarif berechnet, beträgt aber mindestens 25 % des Einkommens, wobei der steuerliche Grundfreibetrag nicht berücksichtigt wird (§ 50 Abs. 3 EStG).

Eine Besonderheit gilt hierbei allerdings für beschränkt Steuerpflichtige mit Wohnsitz in einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat. Bei diesen kommt der Mindeststeuersatz von 25 %nur noch dann zur Anwendung, wenn die sich daraus ergebende Steuer nicht höher ist als die Steuer, die sich aufgrund des Grundtarifs zuzüglich des Grundfreibetrags ergeben würde. Anderenfalls ist nur diese niedrigere Steuer festzusetzen (BMF-Schreiben vom 10.09.2004, BstBl. I 2004, S. 860).

Da es sich hierbei lediglich um einen Mindeststeuersatz handelt, ist die tatsächlich von Ihnen zu entrichtende Einkommensteuer abhängig von der Höhe Ihrer Mieteinnahmen.

Beschränkt Steuerpflichtige dürfen Werbungskosten nur insoweit abziehen, als sie mit inländischen Einkünften in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen (§ 50 Abs. 1 Satz 1 EStG). Diese Voraussetzung ist auch dann erfüllt, wenn die Verwaltung Ihrer in Deutschland belegenen Mietwohnung(en) durch einen in GB ansässigen Verwalter erfolgt. Eine in brit. Pfund ausgestellte Rechnung wird dann in EUR umgerechnet.

Örtlich zuständig ist für Sie das Finanzamt, in dessen Bezirk sich Ihr Vermögen (Vermietungsobjekt) befindet und sofern dies auf mehrere Finanzämter zutrifft, in dessen Bezirk sich der wertvollste Teil des Vermögens befindet (§ 19 Abs. 2 AO).

Einen geeigneten Steuerberater finden Sie über den Steuerberater-Suchdienst der Bundessteuerberaterkammer auf www.bstbk.de. Gerne nehme aber auch ich Ihren Auftrag an.

Mit freundlichen Grüßen


Achim Schroers
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 20.03.2007 | 20:24

Danke für Ihre hilfreiche Antwort. Meine jährlichen Mieterträge belaufen sich auf ca. 4800 Euro, abzüglich der Kosten einer leerstehenden Wohnung von ca. 1200 Euro (=Verluste aus Vermietung und Verpachtung), abzüglich von Verwaltungskosten von ca. 2000 Euro. Somit bleibt ein zu versteuernder Betrag von ca. 1600 Euro. Wäre dann die Steuerlast 25% von 1600 Euro?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.03.2007 | 13:11

Sehr geehrte Fragestellerin,

Nein, denn außer den Werbungskosten abzugsfähig sind auch noch die Sonderausgaben mit dem Sonderausgabenpauschbetrag (36,00 EUR) oder mit dem höheren nachgewiesenen Betrag für Spenden und Mitgliedsbeiträge gemäß § 10 EStG. Weiterhin sind nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH-Urt. v. 06.07.2006, C-346/04)auch bei beschränkt Steuerpflichtigen die Steuerberatungskosten als Sonderausgaben abziehbar. Dies gilt zumindest bis zur Streichung dieser Vorschrift zum 01.01.2006.

Der von Ihnen errechnete Betrag verringert sich somit mindestens noch um den Sonderausgaben-Pauschbetrag. Die darauf entfallende Einkommensteuer beträgt 25%.

Mit freundlichen Grüßen
RA Schroers

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER