Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.923
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuerrecht - Liebhaberei

07.11.2013 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Vermietung von Ferienwohnungen als Liebhaberei und Abgrenzung zur Einkünfteerzielungsabsicht

Ich besitze in einem grösseren Ort an der Ostsee ein Zweifamilienhaus. Eine Wohnung wird als Fewo vermarktet, die andere bewohne ich selbst. - 80 km entfernt betreibe ich mit gleichem Geschäftsmodell seit 1999 ein Doppelhaus, also 2 Wohneinheiten!!! und konnte bis dato (2010) die Werbungskosten voll in Ansatz bringen - ohne eine Firma mit dem Vertrieb beauftragt zu haben. Die gesamte Verwaltung, Abrechnungen usw. erledige ich selbst. Mit einer neuen Sachbearbeiterin bei dem Finanzamt Kiel sieht es plötzlich ganz anders aus. Sie lehnt eine volle Werbungskostenaufrechnung kategorisch ab und will nur noch den hälftigen Betrag anerkennen. Meine von mir bewohnte Wohnung liegt übrigens 300 m von der Strandpromenade entfernt. In dem Zusammenhang erscheint mir das Verhalten doch etwas willkürlich. Gibt es entsprechende Urteile in meinem Sinne?
Vielen Dank für Ihre Hilfe, mfG J.G.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie wollen also die Werbungskosten im Rahmen der Anlage V und V für Vermietung und Verpachtung ansetzen. Eine Vermietungstätigkeit und somit auch Werbungskostenabzug ist nur dann möglich, wenn der Vermieter die Absicht hat, auf die Dauer der Vermögensnutzung einen Totalüberschuss der Einnahmen über die Werbungskosten zu erwirtschaften. Hinsichtlich der Einkünfteerzielungsabsicht bei der Vermietung von Ferienwohnungen ist die Rechtsprechung zu beachten:
Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH ist bei teilweise selbstgenutzten und teilweise vermieteten Ferienwohnungen die Frage, ob der Steuerpflichtige mit oder ohne Einkünfteerzielungsabsicht vermietet hat, anhand einer unter Heranziehung aller objektiv erkennbaren Umstände zu treffenden Prognose zu entscheiden (BFHUrteil IX R 48/06)). Falls Sie die Wohnung bzw. das Haus überhaupt nicht selbst nutzen bzw, sich auch nur Nutzung vorbehalten haben, sollten Sie dies dem Finanzamt mitteilen. Zudem können Sie die Verbrauchsabrechnungen Ihrer selbstgenutzten Wohnung, welche 300 m entfernt von dem gegenständlichen Haus liegt, einreichen, die ja belegen sollten, dass Sie die Wohnung nutzen.
Zudem ist ein Werbungskostenabzug zu 100 % und liegt eine Einkünfteerzielungsabsicht und keine Liebhaberei vor, bei Ferienwohnungen, die ausschließlich an Feriengäste vermietet werden und in der übrigen Zeit hierfür bereitgehalten werden (BFH Urteil IX R 39/07), wenn das Vermieten die ortsübliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen-abgesehen von Vermietungshindernissen-nicht erheblich (d.h. um mindestens 25 %) unterschreitet. Wenn diese Voraussetzungen bei Ihnen vorliegen, sehe ich nicht, warum bei Ihnen nur ein hälftiger Werbungskostenabzug genehmigt werden sollte.
Beachten Sie, dass Veranlagungen in der Vergangenheit keine Bindung für zukünftige Steuerjahre entfaltet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2013 | 13:02

ja, ist klar!!! Nur, das Doppelhaus soll nur hälftig berücksichtigt werden weil einfach willkürlich Eigennutzung angenommen wird
OBWOHL es sich um zwei Einheiten handelt und ich in nächster Nähe
noch einmal ein Haus am Meer habe, wo ich allerdings eine Wohnung selbst bewohne.... sollte ich mich in meiner Freizeit dreiteilen???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2013 | 13:58

Ist denn die zweite Hälfte nicht vermietet worden oder nicht ausreichend vermietet worden im Vergleich zu der anderen Wohnung? Hier sollte das Finanzamt schon begründen, warum bezüglich der zweiten Hälfte Eigennutzung angenommen wird.
Gerne stehe ich Ihnen im Rahmen eines Einspruchsverfahrens zur Verfügung.
Bitte bei der ersten Kontaktaufnahme an :

info@kanzlei-hermes.com

wenden.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Hervorragende sehr hilfreiche Antwort! Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wunderbar, prompte Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre ausgesprochen kompetente und umfassende Bewertung des Sachverhalts. Sie haben mir für mein weiteres Vorgehen in der unerfreulichen Angelegenheit sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER