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Steuerrecht Finanzamt Rückmeldung Abzug von Schulungsgebühren Arbeitgeber

03.06.2018 13:51 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ansatz von Werbungskosten bei bereits vorangegangener Kürzung des Bruttoarbeitslohn

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei meinem letzten Arbeitgeber habe ich im Jahr 2016 eine Schulung zur BA absolviert. Gesamtkosten 4890€ plus Hotel Übernachtung und Zugfahrten. Dauer der Fortbildung insgesamt 9 Tage, wobei ich für 7 davon eigenen Urlaub genommen habe. Die Fortbildung war in 3 unterschiedliche Module an unterchiedlichen Orten in 2016 gesplittet, was ich entsprechend in meiner Steuererklärung angegeben habe.

Der Arbeitgeber hat mir diese Kosten von meinem Bruttogehalt im Rahmen der Pfändungsobergrenzen in den Monaten Dezember 2016 und Januar 2017 abgezogen. Da er diese gesetzlich beachten musste, hat er den gesamten Betrag auch nicht im Dezember abgezogen, sondern den größeren Teil auf den Januar 2018 verteilt, da er wusste, dass hier noch eine Bonuszahlung fällig wird. Im Dezember wurden mir demnach 1700,51€ abgezogen, im Januar 2017 3606,27€ (Gesamtkosten Seminar laut Anbieter 4890€ inkl. MwSt.). Da das Seminar bereits im November 2016 abgeschlossen war, hätte man mir die Schulungskosten stringenterweise 2016 in Rechnung stellen müssen. Das ist aus o.g. Gründen nicht passiert, ich habe die Kosten in der Steuererklärung trotzdem nur in 2016 angesetzt, da das nunmal das Jahr war, in dem ich an der Schulung teilgenommen habe.


Für die Steuererklärung habe ich den Gesamtbetrag der mir von meinem Bruttogehalt abgezogen wurde, insgesamt genau 5306,78€ so verteilt, dass die Beträge mehr oder weniger gleichverteilt für jedes Modul sind und die Gesamtsumme mit der mir abgezogenen Summe übereinstimmt.

Die Rechnung des Seminars hat der Arbeitgeber auf sich ausstellen lassen, daher liegt mir keine Rechnung vor. Mehrere Anfragen, die Rechnung doch bitte auf mich ausstellen zu lassen, blieben erfolglos. Dasselbe gilt für Hotel- und Fahrtkosten, die mir der Arbeitgeber in Rechnung gestellt hat. Ich habe bei dem Arbeitgeber zum Januar 2017 gekündigt.
Ich vermute, dass der Arbeitgeber die Seminarkosten selbst steuerlich geltend gemacht hat, obwohl er mir diese wieder wie oben beschrieben durch den Abzug vom Bruttogehalt wieder abgezogen hat (Lohnart 26, in beiden Monatsabrechnungen ist klar zu sehen, dass die Beträge vom Gehalt abgezogen wurden, auch wurden sie mit Seminarkostne gekennzeichnet).
Ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme liegt mir vor.

Wie argumentiere ich nun am besten gegenüber dem Finanzamt?
a) Ist mein Vorgehen generell zulässig? Nach Anfrage vor Einreichen der Steuererklärung und Schilderung meines Falles bei dem zuständigen Finanzamt liegt mein Vorgehen im Graubereich. Sowas kann durchgewunken werden, muss aber nicht.

b)Konkrete Belege habe ich nunmal keine. Auch eine Bescheinigung des Arbeitgebers über steuerfreie Ersätze habe ich nicht. Beides wird nun vom Finanzamt verlangt.

Beste Grüße
03.06.2018 | 15:34

Antwort

von


(22)
Tackheide 74a
47804 Krefeld
Tel: 02151 4467408
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ich gehe davon aus, dass ihr Arbeitgeber gegenüber der Bundesanstalt verpflichtet war, die Kosten zu tragen und berechtigt war, von Ihnen die Erstattung zu verlangen.

Unter diesen Umständen hat ihr Arbeitgeber richtig gehandelt. Die Schulungskosten waren für ihn Betriebsausgaben, die er als Lohnkosten steuerlich geltend machen konnte. Da er aber gegen sie einen Erstattungsanspruch hat, musste er diesen aktivieren, so dass er im Endergebnis kein Aufwand hatte.

Für Arbeitnehmer gilt das sogenannte Zu-/ Abflussprinzip. Das ergibt sich aus § 11 des Einkommensteuergesetzes. Einnahmen sind innerhalb des Kalenderjahres bezogen, indem sie dem Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Entsprechendes gilt für Ausgaben, wenn sie abgeflossen sind.

Bei Ihnen sind die Ausgaben jeweils zu dem Zeitpunkt abgeflossen in dem der Arbeitgeber Ihnen den Lohn entsprechend gekürzt hat.

Sie haben mitgeteilt, dass der Arbeitgeber die Kosten von ihrem Bruttogehalt abgezogen hat. Dann dürfte ihr reguläres Brutto Einkommen nicht versteuert worden, sondern um die Schulungskosten verringert worden sein. Dann haben sich die Schulungskosten bereits wie Werbungskosten ausgewirkt. Sie könnten sie nicht zusätzlich geltend machen. Faktisch müssten Sie den höheren Bruttolohn in Ihrer Steuererklärung angeben und könnten dann die Schulungskosten als Werbungskosten geltend machen. Das liefe im Endergebnis auf das Gleiche hinaus, könnte wegen des Werbungskostenpauschbetrags sogar zu Ihren Lasten ausgehen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Franz Meyer

Nachfrage vom Fragesteller 04.06.2018 | 08:04

Hallo Herr Meyer,
besten Dank für die Beantwortung der Frage, allerdings ist eine meiner gestellten Frage noch offen (siehe unten).
Ich habe Ihnen per E-Mail dieselbe Rückfrage gestellt, da ich hier keine Anlagen anhängen kann und anonym bleiben möchte.

Meine monatlichen Netto Gehälter hätten sich ohne den Seminarabzug wie folgt berechnet:

Dezember 2016: 3834€=2332,63€
Januar 2017: 6759€=3791,25

De facto erhalten habe ich
Dezember 2016: 3834€=1453,28€
Januar 2017: 6759€=2286,35€

Das entspricht einer Differenz von insgesamt 6123,88€-3739,63€=2384.35€ die der Arbeitgeber zu wenig ausbezahlt hat.
Hätte ich die Kosten selbst getragen wäre ich in Summe auf den gleichen Betrag gekommen, eine mögliche Rückerstattung des Finanzamts miteinberechnet. So deute ich ihre Aussage. Ob der Arbeitgeber sich an seine Vereinbarung gehalten hat und die Schulungskosten übernommen hat ist ein anderes arbeitsrechtliches Thema, da er dies offensichtlich nicht getan hat.

Nun aber zu der Frage des Finanzamtes: Da das Ansetzen der Schulungskosten von meiner Seite wohl nicht korrekt war, wie sollte ich dem Finanzamt gegenüber argumentieren? Werde ich die Steuererklärung neu erstellen müssen oder werden die angegebenen Werbungskosten einfach gestrichen. Auch dieses Schreiben habe ich in meiner E-Mail an Sie angehängt.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.06.2018 | 10:32


Sehr geehrter Herr Fragesteller

Ich bin von einem mutmaßlichen Sachverhalt ausgegangen. Sicher war ich mir nicht. Deswegen konnte ich Ihnen auch keine Empfehlung geben, welche Unterlagen sie beim Finanzamt einreichen sollten. Ich kannte das Schreiben des Finanzamtes ja auch nicht. Ich hätte ihnen die Empfehlung geben können, die Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers einzureichen. In diesem Falle hätte das Finanzamt die gleichen Schlussfolgerungen gezogen wie ich und wäre eventuell von falschen Angaben Ihrerseits ausgegangen.
.
Aus den Unterlagen ergibt sich, dass der Arbeitgeber genauso verfahren ist, wie ich vermutet hatte. Die Frage ist natürlich, ob die Jahreslohnsteuerbescheinigung entsprechend aussieht.

Die Berechnung der fiktiven Nettogehälter kann ich nicht nachvollziehen.

Wie das Finanzamt handeln wird, kann ich nicht sicher vorhersagen.
Ich gehe davon aus, dass für den Fall, dass sie überhaupt nicht reagieren, das Finanzamt die Werbungskosten einfach streichen wird. Das ist der vernünftigste Weg.
Sie könnten dem Finanzamt aber auch lapidar mitteilen, dass sie mangels Unterlagen an den Werbungskosten insoweit nicht festhalten. In beiden Fällen kann Ihnen das Finanzamt nicht nachweisen, dass sie die Werbungskosten zu Unrecht geltend gemacht haben.

Eine neue Steuererklärung brauchen Sie nicht zu erstellen.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben.
Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtsanwalt
Steuerrecht Steuerstrafrecht

Ergänzung vom Anwalt 08.08.2018 | 16:32

Sehr geehrter Herr Fragesteller:

Ihre Bewertung hat mich veranlaßt, meine Ausführungen erneut zu überprüfen. Ich kann hinsichtlich meiner Stellungnahme keine Fehler erkennen.
Sie hatten allerdings nachgefragt, ob Sie eine neue Steuererklärung einreichen müssen. Das habe ich zutreffender Weise verneint. Da Sie aber nach Ihren Angaben erkannt haben, dass Ihre Angaben falsch waren, sind Sie grundsätzlich verpflichtet, diese gem. § 153 der Abgabenordnung zu korrigieren. Nach meinen Ausführungen dürfte sich diese Korrektur steuerlich allerdings nicht auswirken. Etwas anderes gilt nach meinen Ausführungen dann, wenn Ihre sonstigen Werbungskosten unter dem Werbungskostenfreibetrag liegen, was ich nicht beurteilen kann.
Ich wäre für eine Mitteilung dankbar, in welchen Punkten sie meine Darstellung für fehlerhaft halten. Eine pauschale nicht nachprüfbare Behauptung der Fehlerhaftigkeit reicht für die schlechte Bewertung ebensowenig aus wie eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem gefundenen Ergebnis, was ich nicht nachvollziehen , aber keine Auswirkung auf die Bewertung haben darf. Ich habe insoweit die Redaktion des Plattformbetreibers eingeschaltet. Überdenken Sie bitte die Bewertung, wenn Sie insoweit keine stichhaltigen Argumente haben.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Meyer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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