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Steuerrecht: Angestellt in CH, Familie in CH, Grenzgänger DE

03.11.2018 18:26 |
Preis: 75,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Brauche eine Einschätzung zu folgender Situation:
<< Familie lebt (und bleibt) in DE in Ost Deutschland (Ehefrau, schulpflichtige Kinder, Ehefrau selbstständig)
<< Ehemann in Basel als Geschäftsführer angestellt; sehr hohes Monatseinkommen
<< Ehemann will in Lörrach / Grenznähe zur Schweiz in vorhandener Wohnung der Schwiegereltern wohnen und von dort täglich zum Arbeitsort in Basel fahren
<< Ehemann fährt jedes Wochenende zur Familie nach Hause
<< Ehemann schläft voraussichtlich >60 Tage wegen internationaler Dienstreisen nicht in DE / Lörrach


Meine Fragen:
1) Wo ist Ehemann steuerpflichtig?
1a) Falls Ehemann in DE steuerpflichtig ist, kann der doppelte Haushalt in Lörrach angesetzt werden?
1b) Falls Ehemann in CH steuerpflichtig ist, kann dann auch der doppelte Haushalt in der Steuererklärung in DE (Kapitaleinkünfte, Einkommen Ehefrau, Ehemann mit Progressionsvorbehalt) angesetzt werden?
2) Wo ist Ehemann krankenkassenpflichtig?
3) Wo ist Ehemann steuerpflichtig, wenn Wohnung in CH und nicht in Lörrach?
4) Wie ist die Steuerpflicht anzusetzen, wenn Ehemann >60 Tage wegen Dienstreisen im Ausland ist (auch in DE)
5) Welche Elemente müssten berücksichtigt werden, damit Ehemann in CH steuerpflichtig ist, die vorhandene Wohnung in DE Grenznähe genutzt werden kann und dann das DBA zu Zuge kommt.
6) Wie hoch wäre die Steuernachzahlung in DE, wenn Ehemann schon in CH Steuern gezahlt hat und in der Steuererklärung in DE der Progressionsvorbehalt berücksichtigt wird.
7) Wie ist die 183 Tage Regelung einzuschätzen, wenn Ehemann zwar >183 Tage in CH arbeitet, aber in DE in Lörrach übernachtet?

Vielen Dank. Besten Gruß Ändern
03.11.2018 | 19:43

Antwort

von


(705)
Hahnstr. 37A
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069 1751 0514
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1) Wo ist Ehemann steuerpflichtig?

Unter diesen Voraussetzungen haben Sie keinen Wohnsitz in der Schweiz und sind auch nur in Deutschland steuerpflichtig.

In CH wird aufgrund des DBA nur eine Quellennbesteuerung vorgenommen, da der Ehemann Grenzgänger ist.

1a) Falls Ehemann in DE steuerpflichtig ist, kann der doppelte Haushalt in Lörrach angesetzt werden?

Da die Wohnung in Lörrach betrieblich veranlasst ist, wäre dies möglich, sinnvollerweise sollte den Schwiegereltern Miete bezahlt werden.

1b) Falls Ehemann in CH steuerpflichtig ist, kann dann auch der doppelte Haushalt in der Steuererklärung in DE (Kapitaleinkünfte, Einkommen Ehefrau, Ehemann mit Progressionsvorbehalt) angesetzt werden?

Das ist problemlos möglich.

2) Wo ist Ehemann krankenkassenpflichtig?

Insbesondere dann, wenn der Ehemann ein Fremdgeschäftsführer ist, wäre von einer Krankenversicherungspflicht in der Schweiz auszugehen, da sich dort auch die Arbeitsstelle befindet und der Ehemann nicht in die Schweiz entsendet wurde.

3) Wo ist Ehemann steuerpflichtig, wenn Wohnung in CH und nicht in Lörrach?

Dann wird nach DBA der Ansässigkeitsstaat zu ermitteln sein, da der Ehemann in beiden Staaten eine Wohnsitz inne hat. Der Ansässigkeitsstaat wird wegen der familiären Verbindung weiterhin Deutschland bleiben.

Aus Art. 15 Abs. 1 DBA steht der Schweiz aber das Besteuerungsrecht bzgl. der Einkünfte aus der Arbeit in der Schweiz zu.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass nach schweizerischem Recht eine unbeschränkte Steuerpflicht in der Schweiz bereits nach 30 Tagen besteht. Der Ehemann wird also in beiden Staaten unbeschränkt steuerpflichtig

4) Wie ist die Steuerpflicht anzusetzen, wenn Ehemann >60 Tage wegen Dienstreisen im Ausland ist (auch in DE)

Dies ist unproblematisch, selbst Dienstreisen in den Ansässigkeitsstaat gelten nicht als Nichtrückkehrertage. diese werden dem Ehemann also weiter angerechnet.

5) Welche Elemente müssten berücksichtigt werden, damit Ehemann in CH steuerpflichtig ist, die vorhandene Wohnung in DE Grenznähe genutzt werden kann und dann das DBA zu Zuge kommt.

Aufgrund der Arbeit in der Schweiz findet auf jeden Fall eine Quellenbesteuerung statt. Um hier Ihre Kriterien voll auszureißen sollte der Ehemann an mehr als 60 Arbeitstagen im Jahr nicht nach Lörrach zurück kehren, dann wäre er kein Grenzgänger mehr und das Einkommen wäre nicht nur mit einer Quellensteuer zu belegen.

In Deutschland wird das schweizerische Einkommen dann nicht besteuert, aber beim Progressionsvorbehalt eingerechnet, Art. 24 DBA

6) Wie hoch wäre die Steuernachzahlung in DE, wenn Ehemann schon in CH Steuern gezahlt hat und in der Steuererklärung in DE der Progressionsvorbehalt berücksichtigt wird.

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden.

7) Wie ist die 183 Tage Regelung einzuschätzen, wenn Ehemann zwar >183 Tage in CH arbeitet, aber in DE in Lörrach übernachtet?

Sobald Sie mehr als 183 Tage in Deutschland übernachten greift die Regel, auch wenn der Ehemann tagsüber in CH war.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


ANTWORT VON

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