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Steuerrecht, Mieteinnahmen bei mehreren Besitzern

10.11.2019 14:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


16:05
Hallo liebe Anwälte,

Es geht um meine Steuererklärung 2017.

Chronologischer Ablauf

-Mutter+Vater haben ein vermietetes Haus zu jeweils 50%, nicht verheiratet!
-2016 verstirbt Vater, Tochter und Sohn (ich) erben je 25% der Immobilie
-Verteilung Anteile ab dann: Mutter 50%, Tochter und Sohn jeweils 25%
-2019 Übertragung des Hauses in GBR der Tochter und Sohn, beide Gesellschafter zu jeweils 50%. Mutter eingetragenes Nießbrauchrechts um Mieteinnahmen in Gänze zu erhalten und auch selbst zu versteuern.

Wir haben in 2018 einen Bescheid für 2017 vom Finanzamt über die Mieteinnahmen erhalten. Darin geht hervor: 6.213€ insgesamt aufgeteilt in:
1/4 Mutter
1/4 Schwester
2/4 Sohn
Das ist natürlich falsch. Richtig wäre 2/4 Mutter und jeweils 1/4 Kinder gewesen. Dem haben wir aber nicht widersprochen weil es nicht aufgefallen ist.

Bei der Steuererklärung meiner Mutter wurden auch nur 1.553€ angerechnet (1/4 der Mieteinnahmen)

Nun habe ich meine Steuererklärung gemacht, in der dann 3.106€ als Mieteinnahme angerechnet werden (2/4 der Mieteinnahmen)

Aus einer eigentlichen Erstattung von ca. 350€ wurde dadurch eine Forderung von 1099€!

Meine Mutter erhält alle Mieteinnahmen, was auch so gewollt ist.

Meine Frage ist, was passiert wenn ich Widerspruch einlege und darlege, dass mir tatsächlich nur 1/4 der Mieteinnahmen zustehen? Wir haben dem damaligen Bescheid ja leider nicht widersprochen.

Führt das dazu, dass mein Bescheid korrigiert wird und der meiner Mutter wieder aufgerollt wird?

Mir ist klar, dass 100% der Mieteinnahmen versteuert werden müssen. Wer letzten Endes die Steuern zahlt ist dem Finanzamt egal.

Meine Hoffnung wäre, dass mein Bescheid korrigiert wird und damit das Thema vom Tisch wäre.

Danke
10.11.2019 | 15:07

Antwort

von


(301)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

leider schreiben Sie nicht welche Einkünfte die Beteiligten erzielen und ob es einen gesonderten Feststellungsbescheid für die Immobilie gibt , ich gehe aber davon aus dass Ihre persönlichen Steuerbescheide alle schon rechtskräftig sind. Wenn dies nicht der Fall ist und diese noch unter Nachprüfungsvorbehalt stehen ist eine Änderung meist kein Problem. Wenn diese doch schon bestandskräftig sind wären die "normalen" Einspruchsfristen für die Steuerbescheide allerdings wohl abgelaufen.

Bei einem Vorbehalt der Nachprüfung dürfte für eine Korrektur ein entsprechendes Hinweisschreiben an das Finanzamt reichen. Ohne den Vorbehalt und damit Bestandskraft können Sie nach <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/129.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 129 AO: Offenbare Unrichtigkeiten beim Erlass eines Verwaltungsakts">§ 129 AO</a> eine Berichtigung aufgrund einer offensichtlichen Unrichtigkeit geltend machen.

<div class="quote-header">Zitat:</div>Abgabenordnung (AO) § 129 Offenbare Unrichtigkeiten beim Erlass eines Verwaltungsakts

Die Finanzbehörde kann Schreibfehler, Rechenfehler und ähnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsakts unterlaufen sind, jederzeit berichtigen. Bei berechtigtem Interesse des Beteiligten ist zu berichtigen. Wird zu einem schriftlich ergangenen Verwaltungsakt die Berichtigung begehrt, ist die Finanzbehörde berechtigt, die Vorlage des Schriftstücks zu verlangen, das berichtigt werden soll.


Bei der Verwechslung der Anteile ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine Unrichtigkeit im Sinne dieser Vorschrift handelt, allerdings wäre noch zu überprüfen wie es zu dem Zahlendreher gekommen ist. Die Festsetzungsfrist ist damit auf ein Jahr verlängert, je nachdem kann die Frist sogar noch aufgrund anderer Umstände noch länger sein.

Falls der Fehler wider Erwarten Ihnen zugerechnet wird könnte auch eine Änderung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/173a.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 173a AO: Schreib- oder Rechenfehler bei Erstellung einer Steuererklärung">§ 173a AO</a> in Betracht kommen:

<div class="quote-header">Zitat:</div>§ 173a Schreib- oder Rechenfehler bei Erstellung einer Steuererklärung
Steuerbescheide sind aufzuheben oder zu ändern, soweit dem Steuerpflichtigen bei Erstellung seiner Steuererklärung Schreib- oder Rechenfehler unterlaufen sind und er deshalb der Finanzbehörde bestimmte, nach den Verhältnissen zum Zeitpunkt des Erlasses des Steuerbescheids rechtserhebliche Tatsachen unzutreffend mitgeteilt hat.


Sie sollten zunächst das Finanzamt auf den Fehler hinweisen, dieses wird aufgrund des oben geschriebenen voraussichtlich von sich aus den Fehler korrigieren. Gemäß <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/174.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 174 AO: Widerstreitende Steuerfestsetzungen">§ 174 AO</a> soll dann bei widerstreitenden Steuerfestsetzungen grundsätzlich dafür gesorgt werden, dass am Ende alle betroffenen Bescheide korrigiert werden. Im Ergebnis wird es dann zu einer korrekten Zurechnung der Einnahmen kommen.

Ich hoffe Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen noch einen schönen Sonntag, ggf. nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

<!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 10.11.2019 | 15:58

Hallo Herr Fricke,

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Ihrer Antwort entnehme ich, dass bei Einspruch von mir alle betroffenen Bescheide korrigiert werden würden? Es sind alle Bescheide rechtskräftig. Einzig mein Bescheid ist noch frisch, sodass ich Einspruch einreichen könnte.

Sollte meiner Mutter mehr Einnahmen zugeteilt werden wäre das doch aus steuerlicher Sicht günstiger oder? sie ist Rentnerin und hat deutlich niedrigere Einkünfte als ich.

Wozu raten Sie?

Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen einen schönen Sonntag

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.11.2019 | 16:05

Sehr geehrter Fragesteller,

im Grunde wäre das fast der Idealfall, bei Ihnen entfällt nach Korrektur ein Teil der Steuern, bei Ihrer Mutter ist bereits Verjährung eingetreten und der Bescheid wird nicht korrigiert. Allerdings soll dies durch den oben erwähnten <a href="http://dejure.org/gesetze/AO/174.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 174 AO: Widerstreitende Steuerfestsetzungen">§ 174 AO</a> verhindert werden, dieser ist für Sachverhalte angelegt in denen die Abänderung eines Bescheides die Änderung des anderen automatisch nach sich ziehen müsste. Im Ergebnis sollten Sie jedenfalls Einspruch einlegen und auf den Sachverhalt hinweisen, zu verlieren haben Sie offenbar nichts.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke <!--dejureok-->

ANTWORT VON

(301)

Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
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