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Steuerprüfung und Aberkennung des häuslichen Arbeitszimmers, bzw. Betriebsstätte

25.04.2017 23:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Häusliches Arbeitszimmer – Kein Abzug bei gemischt genutzten Räumen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit Januar 2004 als Büroservice gewerblich tätig.

"Damals" habe ich u.a. einen ISDN Anschluss mit 2 seperaten Rufnummern (Fax und Geschäftsanschluss) und Internet in mein häusliches Arbeitszimmer (meine Wohnung) legen lassen und dieses auch beim Finanzamt mit Grundriss meiner Wohnung angemeldet (18 qm von insgesamt 45 qm).
Seit 2005 beschäftige ich zudem eine Mitarbeiterin in Teilzeit, die ihre Arbeit ausschließlich in meinem Arbeitszimmer erledigt.
Ein Geschäftspartner, der auf'm Dorf wohnt und selber kein Büro betreibt, erledigt ebenfalls alle administrativen Arbeiten dort.

Im Februar 2017 hat sich ein Steuerprüfer eingefunden, der meinen betrieblich angemeldeten Raum besichtigt hat.
Die Prüfung bezog sich auf die Jahre 2012 bis 2014.

Das Arbeitszimmer monierte er sofort und begründete dieses wie folgt:
Ich zitiere aus dem Schriftverkehr mit meinem Steuerberater:

" Der von ihnen vorgebrachte BFH-Beschluss vom 27.06.2011, sowie das BFH-Urteil vom 09.11.2016 wurde nicht im im
Bundessteuerblatt II veröffentlicht und somit über den Einzelfall nicht anzuwenden.
Vielmehr verweise ich nochmals auf das von mir bereits zitierte BFH-Urteil 08.09.2016 (veröffentlicht im Bundessteuerblatt 2017 Teil II . Seite 163): "Ein mit Büromöbeln und einer Küchenzeile ausgestatteter Raum , der ausschließlich über einen dem Privatbereichzugehörigen Flur zugänglich ist, verfügt über kein betriebsstättlichen Gepräge."

Ich bin in meiner Existenz bedroht und werde schlussendlich (letzte Instanz) mein Gewerbe abmelden.
Es kann nicht sein, dass ich die Kosten, die mir aus meiner Selbständigkeit entstehen selber bezahlen muss.
Ich habe keine Möglichkeit meine Arbeit woanders zu erledigen oder aber meine Mitarbeiterin zu beschäftigen.
Zudem sei erwähnt, dass dieser Raum ausschließlich tatsächlich nur betrieblich genutzt wird und dementsprechend auch eingerichtet ist.
Er ist halt leider nur durch den privat (?) genutzen Flur zugänglich.

Folgende Fragen stellen sich mir:

1. Mit dem Arbeitszimmer verliere ich meine Existenzgrundlage.
Es wird mir ja nicht nur mein Arbeitszimmer gestrichen, sondern auch meine erhöhten Stromkosten (Fax, Drucker, PC) und mein Telefonanschluss.

Ich möchte erwähnen, dass ich privat weder den Festnetzanschluss benötigen würde, noch den Internetanschluss, da Freifunk vor Ort.

Zudem wird mir all das rückwirkend ab 2012 gestrichen.
Ist das rechtens aufgrund eines Urteils von 09.2016?

Ich wünsche zudem eine kompetente Auskunft darüber, ob sich dagegen ggf. eine Klage lohnt.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen




Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der nächste Rechtsbehelf gegen den Prüfbescheid wäre der Widerspruch, erst dann die Klage. Nach vorläufiger Prüfung wäre der Rechtsbehelf zu empfehlen. Den können Sie wie folgt begründen:
„Das Urteil BFH, 08.09.2016 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20R%2062/11" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, 08.09.2016 - III R 62/11: Keine Berücksichtigung von Aufwendungen für einen mit Büromöbeln...">III R 62/11</a> führt im vorliegenden Fall zur Anerkennung der Aufwendungen. Dem Urteil lag im Wesentlichen folgender Sachverhalt zu Grunde:
„Das räumlich abgeschlossene Schlafzimmer umfasste 17, 7 qm, der in dem Grundriss der Wohnung als Wohnzimmer ausgewiesene Raumteil 38 qm. Den letztgenannten Bereich, der nach den Angaben des Klägers mit zwei Schreibtischen, zwei Computern, Regalschränken, zwei Tischrechnern, zwei Druckern, einer Telefonanlage sowie einem Faxgerät ausgestattet war, nutzte er für seine gewerbliche Tätigkeit. Die Küche mit einer Größe von rd. 3, 6 qm ragte in offener Bauweise in diesen als Büro genutzten Bereich hinein."
Vorliegend ist zwar das Arbeitszimmer über den auch privat genutzten Flur zugänglich. Allein deswegen können die Aufwendungen jedoch nicht aberkannt werden. Denn (hier müssen Sie ausführlich beschreiben: Seit 2005 wird eine Mitarbeiterin in Teilzeit, die ihre Arbeit ausschließlich im Arbeitszimmer (Wochenstunden) erledigt; ein Geschäftspartner, der selber kein Büro betreibt, erledigt ebenfalls alle administrativen Arbeiten (Wochenstunden) dort. Der Raum ist ausschließlich betrieblich eingerichtet (wie?? Konkret).ISDN Anschluss mit 2 separaten Rufnummern (Fax und Geschäftsanschluss) ist vorhanden (Angaben auf Geschäftsbriefen).
Jedenfalls würde die Aberkennung für die Vergangenheit gegen Vertrauensschutz verstoßen, denn dem Finanzamt lag Grundriss der Wohnung seit 200? Vor und wurde nicht beanstandet."
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Man muss dazu sagen, dass es mit dem Vertrauensschutz auf jeden Fall nicht funktionieren würde, wenn in EStBescheiden Vorbehalt der Nachprüfung steht (nachschauen am Ende des Bescheides). Falls kein Vorbehalt vorhanden ist, ist eine weitere Frage, ob der Vertrauensschutz trotzdem greifen würde. Denn auf die „Feststellungen" der Finanzbehörden sind dieselben nur dann gebunden, wenn es sich um eine verbindliche Auskunft geht, § 89 AO: Beratung, Auskunft . Den Satz können Sie in der Begründung trotzdem einbringen.

Entscheidung BFH hier
http://lexetius.com/2016,3950
Mein Artikel „Häusliches Arbeitszimmer – Kein Abzug bei gemischt genutzten Räumen" hier:
http://www.123recht.net/Haeusliches-Arbeitszimmer-Kein-Abzug-bei-gemischt-genutzten-Raeumen-__a157189.html









Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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