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Steuerprüfung, Bruttorechnungen in Netto umwandeln


05.12.2007 16:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

wir hatten in unserer Ltd. kürzlich zunächst eine Umsatzsteuer- und überschneidend noch eine Lohnsteueraussenprüfung. Die Lohnsteuerprüfung (Zeitraum 2004 - laufend)ging sehr schnell voran und ergab eine Nachzahlung in Höhe von ca. 8.500,-- Euro. Hiermit bin ich auch einverstanden.
Die Umsatzsteuerprüfung (Zeitraum 2006 - laufend) ergab jedoch dahingehend das Ergebnis, dass wir als Baudienstleister die Eingangsrechnungen anderer Baudienstleister welche wir beauftragten in netto hätten ausstellen lassen müssen.

Dieses ist nicht immer so geschehen und unsere Buchhaltung hat die Vorsteuer natürlich geltend gemacht.

Der Prüfer hat nun Rechnungen aus 2006 und 2007 in nicht geringer Höhe heraus gesucht und verlangt nun die Umsatzsteuer in einer Summe sofort zurück.

Im Gegenzug sollen wir nun die entsprechenden Firmen anschreiben und dazu auffordern die seinerzeit gestellten Bruttorechnungen in Nettorechnungen umzuwandeln und uns die gezahlten Umsatzsteuerbeträge zurück zu zahlen.

Verschiedene Firmen haben bereits geantwortet dass das Jahr 2006 buchhalterisch abgeschlossen sei und eine Änderung der Rechnung bzw. Rückzahlung nicht möglich sei.

Meine Frage lautet also:

Kann das Finanzamt dieses durchsetzen?

Dem Finanzamt ist ja kein Schaden entstanden (weil die ausgewiesene Umsatzsteuer ja von den Unternehmen abgeführt wurde)

Kann ein von uns beauftragter Unternehmer die Rückzahlung der Umsatzsteuer und Änderung der Rechnung verweigern weil das Geschäftsjahr bereits abgeschlossen ist? Und wenn ja, wie komme ich dann an mein Geld?

Vielen Dank für Ihre Antwort.


M.P.
Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:
Der leistende Unternehmer kann den Steuerbetrag gegenüber Ihnen als Leistungsmepfänger berichtigen, § 14 c Abs. 1 S. 1 UStG. Der
Rechnungsempfänger kann nur die gesetzlich geschuldete Umsatzsteuer, d.h. die Umsatzsteuer in korrekter Höhe auf den Nettobetrag der Rechnung als Vorsteuer geltend machen. Weist
das liefernde Unternehmen demzufolge eine zu hohe Umsatzsteuer aus, bezahlt der Empfänger mehr, als er vom Finanzamt im Wege des Vorsteuerabzuges erstattet bekommt. Hier also die von Ihnen bezahlten 16 % bzw. 19%. Das Finanzamt kann deshalb zu Recht den Vorsteuerabzug verwehren. Ob der leistende Unternehmer die Rechnungen korrigiert, ist dem Finanzamt gleichgültig; es kann hier kein Druck auf Sie ausgeübt werden.
Ob Sie von den leistenden Unternehmern die Umsatzsteuer unabhängig von einer Rechnungskorrektur zurückverlangen können, hängt davon ab, ob Sie mit diesen eine Brutto oder Nettovereinbarung geschlossen haben. Die Verträge hierzu prüfen wir gerne für Sie; auf alle Fälle sollten die Vertragspartner angeschrieben werden und zu Schadenersatzzahlungen aufgefordert werden.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.

Mit besten Grüßen
RA Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht

www.kanzlei-hermes.com

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2007 | 18:21

Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank für Ihre schnelle und informative Antwort.

Also, ich habe mit den anderen Firmen keinerlei Vereinbarung (Netto oder Brutto) getroffen sondern einfache Bestellungen getätigt. Bei manchen Bestellungen ging ein Angebot vorraus in der auch die Umsatzsteuer aufgeführt war. Ich habe dann "lt. Angebot" beauftragt.

Ich habe ja auch nur die in den Rechnungen ausgewiesene Umsatzsteuer geltend gemacht die der leistende Unternehmer an das Finanzamt abgeführt hat. Das heißt nun bekommt dieses den Betrag von mir noch einmal, also doppelt. Das kann doch nicht sein?!

Was ist mit den Rechnungen die noch nicht bezahlt sind? Kann ich hier einfach die Umsatzsteuer abziehen?

Mit freundlichen Grüßen,

M.P.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2007 | 18:34

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.
Falls die leitenden Unternehmer nicht die Rechnungen korrigieren, sollten Sie diese auf Schadenersatz in Anspruch nehmen.
Im Hinblick auf die noch nicht bezahlten Rechnungen sollten Sie diese zurückweisen und um Ausstellung ohne Umsatzsteuer bitten.
Im Zweifel können Sie die Rechnung unter Abzug der Umsatzsteuer bezahlen.

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