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Steuerpflicht freier Mitarbeiter im Ausland

03.05.2019 15:12 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


16:36

Zusammenfassung: DBA und inländische Einkünfte nach § 49 EStG ohne Betriebsstätte im Inland

Folgende Konstellation:
- Freier Mitarbeiter für toursitisches Call Center mit Sitz in Deutschland
- nicht in deutschland wohnhaft
- Arbeitet im Home Office von Unterwegs auf Reisen

Bin ich in dieser Konstellation in Deutschland in irgendeiner Art Steuerpflichtig?

vg
03.05.2019 | 15:57

Antwort

von


(31)
Sander Wietfeld-Ring 7
33102 Paderborn
Tel: +49 5251 2020 900
Web: http://www.hoefer-legal.com
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Sehr geehrter Fragensteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworten möchte:

Sie arbeiten als Selbständiger/Einzelunternehmer für ein Callcenter (Sitz in Deutschland) als Auftraggeber. Sie wohnen nicht in Deutschland und erbringen Ihre Dienstleistungen entweder von Ihrem Wohnsitz aus oder aber unterwegs auf Reisen. Ich gehe davon aus, dass Sie in Ihrem Wohnsitzstaat auch mit Ihrem Unternehmen registriert sind und daher neben Ihrem Wohnsitz dort auch der Sitz Ihres Unternehmens dort ist.

Zur Einkommensteuer:

Dem Grunde nach erzielen Sie zunächst inländische Einkünfte nach § 49 (1) Nr. 3 EStG , da Ihre selbstständige Tätigkeit hier in Deutschland durch den Auftraggeber vermutlich verwertet wird.

Wenn der Sitz Ihres Unternehmens im Ausland ist, entfällt nach dem einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommen in aller Regel aber eine Besteuerung in Deutschland, solange Sie in Deutschland keine eigene Betriebsstätte (= feste Geschäftseinrichtung) zur Verfügung haben. Es bleibt dann bei der Besteuerung der Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit im Sitzstaat. Dies gilt auch, wenn Sie unterwegs auf Reisen im Ausland unterwegs sind und arbeiten sollten.

Zur genauen Beantwortung der Frage wäre also noch die Information relevant, in welchem Land ihr Wohnsitz/Sitz des Unternehmens ist, da Doppelbesteuerungsabkommen bilateral sind, also immer nur zwischen den 2 betroffenen Ländern wirken. Es ist auch so, dass nicht mit jedem Land ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht und in diesen wenigen Fällen die o.g. Lösung nicht mehr zutrifft.

Eine Umsatzsteuerpflicht in Deutschland dürfte im Übrigen auch nicht entstehen. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen im EU –Ausland Ihren Sitz haben, können Sie unter Angabe der Umsatzsteuer.-ID auf der Rechnung (Ihrer und die vom Leistungsempfänger) ohne deutsche Umsatzsteuer fakturieren (mit Hinweis auf Verlagerung der Steuerschuld auf den Empfänger/Reverse Charge). Dies gilt auch bei sog. Drittstaaten (nicht EU) unter Hinweis auf § 13b (2), Nr. 1 UStG .

Ich hoffe, dass Ihre Fragen beantwortet sind, ansonsten benutzen Sie bitte die Nachfrageoption.

Mit freundlichem Gruß

Nils Hoefer
Rechtsanwalt und Steuerberater


Rechtsanwalt Nils Hoefer

Nachfrage vom Fragesteller 03.05.2019 | 16:21

Sehr geehrter Herr Hoefer,
vielen Dank fuer die Antwort.
Ich bin derzeit nirgendso fest gemeldet, und habe auch keine Firma. Sondern je nach Visafristen 3 Monate hier 3 Monate da.
Generell war/bin ich eigentlich angestellt und mein Arbeitgeber hat mich nach meinem Wegzug jetzt ohne Rücksprache als freien Mitarbeiter eingestuft.
Da meine Arbeit in Deutschland verwertet wird, greift hier meines erachtens auch die beschränkte Steuerpflicht da ich die 183 Tage Regel einhalte und ja eigentlich ein Anstellungsverhältnis habe ?!

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.05.2019 | 16:36

Sehr geehrter Fragensteller,

in Ihrem letzten Satz werfen Sie verschiedene Dinge zusammen, die zunächst einzeln zu bewerten sind.

1.
Wenn Ihre Tätigkeit eine selbständig (also nicht angestellte) Tätigkeit ist, unterliegt diese der beschränkten Einkommensteuerpflicht, da Verwertung im Inland. Eine Freistellung in Deutschland käme aber nur in Betracht, wenn ein DBA dies anordnet, weil Ihr Wohnsitz in einem anderen Staat liegt. Mangels Wohnsitz/Sitz eines Unternehmens in einem anderen Staat, können wir aber kein DBA hinzuziehen. Es bleibt bei der beschränkten Steuerpflicht der Einkünfte in DE der Einkünfte da eine Freistellung ohne DBA nicht möglich ist.

Wenn Sie keinen (festen) Wohnsitz haben, sich aber überwiegend in Deutschland aufhalten (und nicht im Ausland), wären Sie aufgrund des sog. "dauernden Aufenhaltes" ohnehin hier unbeschränkt steuerpflichtig.

2.
Die 183-Tage Regel gilt nur bei nichtselbstständiger Tätigkeit, also nur für Angestellte. Diese gilt auch nur für die Fälle, in denen Wohnsitzstaat und Tätigkeitsstaat auseinanderfallen, da Regelung eines DBA. Hierzu müssen halt immer konkret 2 Staaten betroffen sein.

3.
Ihre Nachfrage geht ja auch in die Richtung "Scheinselbstständigkeit". Sind Sie ggf als nichtselbständiger Mitarbeiter zu behandeln, sodass auch Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben durch Ihren Arbeitgeber abzuführen wären? Aber dies ist ein anderes Thema als das der beschränkten oder unbeschränkten Steuerpflicht.

Mit freundlichem Gruß

Nils Hoefer

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