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Steuerpflicht durch Leistungen im Ausland

| 09.09.2014 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Die DBAs für Einkommenssteuer zwischen Dtl. und UK/bzw. Irland sowieo zwischen den USA und UK/Irland unterhalten keine Sondervorschriften für Reiseveranstalter nur für Luftfahr- und Seeschifffahrts-unternehmen. Es bleibt daher hier bei der deutschen Wohnsitz-//und US-Citzenship-Income-Taxation.

Ich organisiere kleine Reisegruppen nach nach Irland und Großbritannien und organisiere einen Fachmann aus den USA, der uns an verschiedene Plätze führt und dort darüber erzählt. Der Fachmann verlangt von den Reisenden einen Betrag zur Deckung seiner Reisekosten und als Entlohnung seiner Dienste. Die Teilnehmer sind alle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und bezahlen die Teilnahmegebühr von D, Ö oder CH aus auf das Konto des Experten in den USA.

Der amerikanische Experte wiederum engagiert mich als Übersetzerin vor Ort und bezahlt mich per Überweisung auf mein deutsches Konto.

Ein großer Teil der Arbeit besteht in der Vorbereitung des Themas und des Stoffes, was in den USA oder in meinem Falle Deutschland geschieht.

Frage: Sind der Experte oder ich in Irland oder England für unsere Einkünfte steuerpflichtig, da ein Teil der Leistung auf irischem oder englischem Boden erfolgt?
10.09.2014 | 00:42

Antwort

von


(134)
Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: http://www.jahn-law.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Grundlage der gegebenen Informationen wie folgt.

Mangels anderer Sachverhaltsangaben gehe ich zunächst einmal davon aus, dass Sie im Moment nur einen Wohnsitz in Deutschland haben, und der Experte aus den USA auch die US-Staatsbürger-schaft besitzt. Ich unterstelle ferner, dass all das selbstständige Tätigkeiten i.R.e. freiberuflichen Tätigkeit sind.

Daraus folgt dann zunächst für Sie selbst, dass sie bezüglich der Einkommenssteuer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig sind (§ 1 EStG) und aufgrund des Welteinkommensprinzips auch diejenigen Ihrer Einkünfte, die Sie durch Ihre vorübergehende Tätigkeit in Irland oder England erwirtschaften. nur in Deutschland zu versteuern haben. An diesem Ergebnis ändert sich auch nichts dadurch, dass Sie Ihre Tätigkeiten vorübergehend auf englischem bzw. irischem Boden ausüben.

Für Irland ergibt sich das aus Art. 11 des Doppelbesteuerungsabkommmens zwischen Deutschland und Irland, weil Sie als Übersetzerin eine zumindest auch freiberufliche Tätigkeit ausüben und in Irland nur dadurch, dass Sie zur Reisebegleitung dorthin reisen auch keine feste Einrichtung haben oder eine Betriebsstätte auslösen. Das gleiche ergibt sich für England aus Art.3 Abs. 1 Buchst. f) und g), Art.4,5 und 7 aus dem DBA zwischen Dtl- und England auf dem Gebiet der Einkommenssteuer, solange Sie in England keinen Wohnsitz haben oder eine Betriebsstätte einrichten.

Für den US-Experten gilt zunächst einmal der US-Income-Tax-Act, wenn er die US-Staatsbürgerschaft hat. Auch die USA folgen dem Welteinkommensprinzip, so dass auch er die Einkünfte aus der vorübergehenden Tätigkeit vorrangig in den USA zu versteuern haben wird. Auch hier ergeben sich durch die DBAs zwischen den USA und Irland bzw. England, die sogar noch weitgehender als die jeweiligen mit Deutschland den OSCED-Musterabkommen folgen, keine Änderungen daran, solange es nicht zu einer „Permanent Establishment" in Irland oder UK kommt bzw. er kein UK oder Irland-Resident wird (Art. 4,5 und 7 DBA US-Irland).

An diesen Ergebnissen würde sich erst dann ggf. etwas ändern, wenn Sie anfangen Büros in Irland oder UK anzumieten, dort eine Gesellschaft gründen oder eine Wohnung anmieten. Es gibt auch keine generellen Regelungen zur Doppelbe-steuerung für Reiseveranstalter sondern für Luftfahr- und Schiffahrtsunternehmen und deren Personal, die hier aber evident nicht einschlägig sind.

Bezüglich der deutschen Umsatzsteuer im Verhältnis zwischen Ihnen und dem Rechnungsempfänger in den USA, der ja auch an Sie zahlt, unterstelle ich mangels anderer Sachverhaltsangaben erstmal, dass vermutlich Kleinunternehmerin sind (§ 19 UstG). Falls diese Annahme falsch ist, benutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2014 | 17:03

Sehr geehrter Herr Jahn,

vielen Dank for diese sehr hilfreiche Antwort!

Zu Ihrer Nachfrage bezüglich der Kleinternehmerregelung: Ich bin keine Kleinunternehmerin sondern Umsatzsteuerpflichtig. Bisher stelle ich für Kunden aus den USA die Rechnung immer ohne USt. aus, laut § 3a Abs. 3+4 UStG.

Hherzlichen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.09.2014 | 18:22

Sehr geehrte Fragestellerin,

das ist auch richtig, soweit der US-Experte sie als Übersetzerin engagiert (§ 3a Abs.4 Ziff.1 UstG), da dabei zwangsläufig auch Nutzungsrechte am Urheberrecht der Übersetzung eingeräumt werden.

Mfg Ra. Jahn

Bewertung des Fragestellers 10.09.2014 | 18:43

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