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Steuerpflicht bei Umzug in die Schweiz

| 05.09.2016 20:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

ich habe kürzlich mein Studium beendet und war bisher nicht berufstätig. Deshalb habe ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung, die am 31. Dezember 2016 ausläuft. Zur Zeit wohne ich noch bei meinen Eltern.

Nun habe ich eine Stelle in der Schweiz angeboten bekommen. Die Stelle ist zunächst auf drei Monate befristet, aber ich habe Aussicht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Ich werde deshalb demnächst bei meinen Eltern ausziehen und meinen Wohnsitz in die Schweiz verlagern.

Mein zukünftiger Arbeitgeber in der Schweiz hat mir bereits mitgeteilt, dass er die sogenannte Quellensteuer direkt von meinem Lohn abziehen wird und meine Steuerpflicht in der Schweiz damit abgegolten ist.

In Deutschland habe ich ein Giro- und Tagesgeldkonto, einen Bausparvertrag und einen Immobilienfonds. Ich besitze keine Aktien, Immobilien oder Lebensversicherungen.

Nun habe ich noch Rückfragen zur Steuerpflicht auf Zinserträge:

1. Muss ich meine Nichtveranlagungsbescheinigung an das Finanzamt zurückgeben?
2. In welchem Land muss ich meine Zinserträge versteuern?
3. Falls ich die Zinsen in der Schweiz versteuern muss: Wie gehe ich vor, damit meine Bank in Deutschland mir nicht noch zusätzlich die Kapitalertragssteuer abzieht?

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Fragen aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Zu 1) Nein, die Nichtveranlagungsbescheinigung verliert ggf. nur Ihre Gültigkeit. Die NVB weist lediglich aus, dass Sie aufgrund Ihres geringen oder fehlenden sonstigen Einkommens für die Einkünfte aus Kapitalanlagen nicht zur Abgeltungssteuer herangezogen werden.
Das Kreditinstitut welches aufgrund einer solchen NVB keine Abgeltungssteuer für Steuerinländer an das Finanzamt meldet und abführt, hat jedoch die freigestellten Zinserträge an das Bundeszentralamt für Steuern mitzuteilen, damit dort geprüft werden kann, ob Sie Ihre Kapitaleinkünfte auch richtig angegeben haben.

Zu 2) Ihre Zinserträge sind grundsätzlich in dem Land zu versteuern, in dem Sie der unbeschränkten Steuerpflicht unterfallen. Mit der Wohnsitznahme bei Arbeitsantritt in der Schweiz sind Sie ab dem ersten Tage dort in der Schweiz unbeschränkt mit Ihrem Welteinkommen steuerpflichtig.
Das DBA D/CH regelt in den Artikeln 10 und 11, dass grundsätzlich Dividende und Zinsen aus Kapitalanlagen im Ansässigkeitsstaat besteuert werden können.

Zu 3) Sie zeigen gegenüber Ihren Kreditinstituten, bei welchen Sie die Kapitalanlagen führen an, dass Sie Ihren ausschließlichen Wohnsitz in die Schweiz verlegt haben.
Sie werden dort dann als Steuerausländer geführt und es wird (wenn es richtig läuft!!!) keine Abgeltungssteuer einbehalten und abgeführt.
Vielmehr stehen Sie dann allein in der Verpflichtung Ihre Einkünfte aus Kapitalerträgen den schweizerischen FA gegenüber zu erklären.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 09.09.2016 | 10:37

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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung. Schön, dass ich Ihnen mit meiner Antwort behilflich sein konnte. Mit freundlichen Grüßen aus Aachen Ihr Rechtsanwalt Andreas Wehle